Petit-Prince (Mond)

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(45) Eugenia I (Petit-Prince)
Vorläufige oder systematische Bezeichnung S/1998 (45) 1
Zentralkörper (45) Eugenia
Eigenschaften des Orbits
Große Halbachse (1184 ± 12) km
Periapsis (1172 ± 12) km
Apoapsis (1196 ± 12) km
Exzentrizität 0,010 ± 0,0002
Bahnneigung (8,0° ± 0,1)°
Umlaufzeit (4,766 ± 0,001) Tage
Mittlere Orbitalgeschwindigkeit 0,0181 km/s
Physikalische Eigenschaften
Albedo ≈ 0,040 ± 0,002
Mittlerer Durchmesser (12,7 ± 0,8) km
Masse ≈ 1,2 ⋅ 1015 kg
Mittlere Dichte 1,12 ± 0,3 g/cm³
Fallbeschleunigung an der Oberfläche ≈ 0 m/s²
Fluchtgeschwindigkeit ≈ 0 m/s
Entdeckung
Entdecker
  • W. J. Merline
  • L. M. Close
  • C. Dumas
  • C. R. Chapman
  • F. Roddier
  • F. Menard
  • D. C. Slater
  • G. Duvert
  • J. C. Shelton
  • T. Morgan
Datum der Entdeckung 1. November 1998
Anmerkungen Zweiter entdeckter Asteroidenmond

Petit-Prince ist der größere, äußere Mond des Hauptgürtelasteroiden (45) Eugenia. Er ist der erste von der Erde aus entdeckte Asteroidenmond.

Entdeckung und Benennung[Bearbeiten]

Petit-Prince wurde als zweiter bekannter Asteroidenmond nach Dactyl am 1. November 1998 von William J. Merline, Laird M. Close, Christophe Dumas, Clark R. Chapman, François Roddier, François Menard, David C. Slater, Gilles Duvert, J. Chris Shelton und Thomas Morgan am 3.6-Meter-Canada-France-Hawaii Telescope auf dem Mauna Kea auf Hawaii entdeckt. Es war der erste Asteroidenmond, der mit erdbasierten Teleskopen entdeckt wurde. Dactyl hingegen war zufällig durch den Vorbeiflug der Galileo-Sonde an (243) Ida erfasst worden. Die Entdeckung von Petit-Prince wurde am 20. März 1999 bekanntgegeben; der Mond erhielt die vorläufige Bezeichnung S/1998 (45) 1. 2004 wurde mit S/2004 (45) 1 ein zweiter Mond entdeckt, was das Eugenia-System zum zweiten bekannten Asteroiden-Dreifachsystem anwachsen ließ.

Den Namen Petit-Prince verlieh die Internationale Astronomische Union (IAU) dem Mond am 3. Oktober 2000.[1] Die Entdecker hatten Petit Prince (ohne Bindestrich) vorgeschlagen. Damit wollten sie einerseits den als ältester (tatsächlich einziger) Sohn des französischen Kaisers Napoléon III. und dessen kaiserlicher Gemahlin Eugénie de Montijo so betitelten Prince Imperial, Napoléon Eugène Louis Bonaparte, ehren. Der Prince Imperial war 1879, wenige Jahre nach der Abdankung und dem Tode seines Vaters, als britischer Offizier im Zulukrieg gefallen. Die Benennung nach dem Prince Imperial lag nahe, weil der 1857 entdeckte Mutterkörper (45) Eugenia des Mondes nach der Mutter Eugénie des Prince Imperial benannt worden war. Den Namen Petit Prince selbst bezogen die Entdecker andererseits auf den Titel von Antoine de Saint-Exupérys Buch Le Petit Prince (Der kleine Prinz), aus dem ihrer Meinung nach viele junge Menschen zum ersten Mal etwas über Asteroiden erfahren.[2] Der „kleine Prinz“ kommt darin von einem Asteroiden auf die Erde, der angeblich „B 612“ heißt. Immerhin war bei Erscheinen des Buchs (612) Veronika bekannt. 2002 wurde ein 1993 entdeckter Asteroid auf den Namen (46610) Bésixdouze getauft, der auch als „B612“ geschrieben werden könnte. Dadurch wurde der von Saint-Exupéry erfundene Asteroid „B 612“ scherzhaft Realität.

Bahneigenschaften[Bearbeiten]

Petit-Prince umrundet Eugenia auf einer prograden, fast perfekten Kreisbahn zwischen 1.172 und 1.196 km Abstand zu deren Zentrum (Große Bahnhalbachse 1184 km beziehungsweise 11,034 Eugeniaradien). Die Bahnexzentrizität beträgt 0,010, die Bahn ist 8,0° gegenüber dem Äquator von Eugenia geneigt.

Petit-Prince umläuft Eugenia in 4 Tagen 18 Stunden und 23 Minuten, was etwa 343,78 Umläufen in einem Eugenia-Jahr (rund 4,5 Erdjahre) entspricht.

Physikalische Eigenschaften[Bearbeiten]

Petit-Prince hat einen Durchmesser von geschätzten 12,7 km (etwa 1/17 des Zentralkörpers), beruhend auf dem Eugenia entsprechenden angenommenen gleichen Rückstrahlvermögen von 4 %. Die Oberfläche ist damit ausgesprochen dunkel. Ihre Dichte wird wie Eugenia auf 1,12 g/cm3 geschätzt. Es ist daher anzunehmen, dass Petit-Prince im Innern porös ist und zu den Rubble Piles gehört. Eine andere Möglichkeit wäre ein hohes Wassereisvorkommen.

Erforschung[Bearbeiten]

Seit der Entdeckung 1998 konnte Petit-Prince nur durch erdgebundene Teleskope beobachtet werden. Nur dadurch konnten seine Bahnelemente bestimmt werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IAUC 7503: Satellites of minor planets 3. Oktober 2000 (Benennung; englisch)
  2. William J. Merline, Laird M. Close, Christophe Dumas, Clark R. Chapman, François Roddier, François Menard, David C. Slater, Gilles Duvert, J. Chris Shelton und Thomas Morgan: On a Permanent Name for Asteroid S/1998(45)1. Southwest Research Institute Planetary Science Directorate, University of Colorado at Boulder, 26. Mai 2000 (Benennungsvorschlag; englisch).