Petra Enders

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Petra Enders (* 24. Dezember 1965 in Ilmenau) ist eine deutsche Politikerin. Von 2004 bis 2012 war sie Mitglied des Thüringer Landtags. Seit dem 1. Juli 2012 ist sie Landrätin des Ilm-Kreises.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Enders wuchs in Großbreitenbach in Thüringen auf, wo sie auch die Schule besuchte und 1982 bis 1984 im Glaswerk eine Berufsausbildung zur Bürokauffrau absolvierte. Von 1986 bis 1991 belegte sie ein Fernstudium an der Ingenieurschule Eisleben, welches sie als Ingenieurökonomin abschloss.

Petra Enders ist evangelisch, verheiratet und hat einen Sohn.

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1994 wurde Enders in den Stadtrat und 1999 in einer Stichwahl mit 60,6 % der abgegebenen gültigen Stimmen zur hauptamtlichen Bürgermeisterin der Stadt Großbreitenbach gewählt. Von 2004 bis 2012 war sie ehrenamtliche Bürgermeisterin des Ortes.

Im Mai 2004 nahm sie an der 12. Bundesversammlung zur Wahl eines neuen Bundespräsidenten teil. Seit der Landtagswahl 2004 saß Enders für die PDS (heute: Die Linke) im Thüringer Landtag in Erfurt, wo sie unter anderem Mitglied im Landtagsausschuss für Bau und Verkehr war. Bei der Landtagswahl 2009 errang sie mit einem Ergebnis von 40,0 % der Stimmen – dem besten Wahlkreisergebnis aller Kandidaten der Partei Die Linke – ein Direktmandat im Wahlkreis Ilm-Kreis I.[1] Enders ist parteilos, also nicht Mitglied der Linken.

Am 6. Mai 2012 wurde Petra Enders zur Landrätin des Ilm-Kreises gewählt.[2] Sie profilierte sich besonders mit ihrem Kampf gegen eine Höchstspannungsleitung über den Thüringer Wald.[3][4]

Kritisiert wurde Enders 2017 für Pläne, den Busverkehr im Landkreis zu rekommunalisieren, da ihre Familie selbst ein Busunternehmen betreibt und möglicherweise eine Befangenheit der Landrätin besteht gegenüber der privaten RBA GmbH, die bisher den ÖPNV im nördlichen Kreisteil um Arnstadt übernimmt, als Reisebusunternehmen aber gleichzeitig auch in Konkurrenz zu Enders Touristik, dem Unternehmen ihres Ehemanns, steht. Die entsprechende Diskussion im Kreistag fand – kritisiert von der CDU/FDP-Fraktion – nichtöffentlich statt und die Stimme Enders' sicherte der rot-rot-grünen Koalition die Ein-Stimmen-Mehrheit beim Beschluss. Enders äußerte sich gegenüber dem MDR nicht zu den Vorwürfen und kündigte ihrerseits rechtliche Schritte an.[5]

Bei den Kommunalwahlen in Thüringen 2018 wurde Petra Enders am 15. April 2018 im 1. Wahlgang als Landrätin des Ilm-Kreises bestätigt.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wahlkreis Ilm-Kreis I: Endgültiges Ergebnis beim Landeswahlleiter
  2. Wahl der Landräte und Oberbürgermeister der kreisfreien Städte 2012 in Thüringen – endgültiges Ergebnis. Landkreis 070 Ilm-Kreis. Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen am 28. Oktober 2013.
  3. Gerlinde Sommer: "Es geht um unsere Heimat. Enders: weiter gegen die Trasse kämpfen. Thüringische Landeszeitung, 19. Juli 2013
  4. Johannes Pennekamp: Gegen den Strom. Eine Stromtrasse durch den Thüringer Wald stößt auf den Widerstand von Petra Enders. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. August 2013
  5. Matthias Thüsing: Ilm-Kreis-Landrätin eventuell befangen: Beschluss zur ÖPNV-Kommunalisierung möglicherweise rechtswidrig., veröffentlicht auf mdr.de am 2. November 2017
  6. Thüringer Landesamt für Statistik: Wahlen in Thüringen. Abgerufen am 20. August 2018.