Petra Gerster

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Petra Gerster, 2016

Petra Gerster (* 25. Januar 1955 in Worms) ist eine deutsche Journalistin und ehemalige Fernsehmoderatorin.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerster ist die Tochter eines Arztes. Sie hat drei ältere Geschwister, zwei Schwestern und einen Bruder.[1] Sie war während ihrer Schulzeit am humanistischen Rudi-Stephan-Gymnasium in Worms politisch aktiv:[2] Sie kämpfte für mehr Mitbestimmung an ihrer Schule und erreichte die Teilnahme der Schüler an Notenkonferenzen.[2] Nach dem Abitur 1973 studierte sie unter anderem als Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes Literaturwissenschaft, Germanistik und Slawistik an der Universität Konstanz[2] sowie in den USA und in Paris. Danach absolvierte sie ein Volontariat beim Kölner Stadtanzeiger. Eigentlich wollte sie Lehrerin werden.

Nach ersten beruflichen Erfahrungen im Fernsehen beim WDR und beim BR übernahm Petra Gerster 1989 die Moderation des Magazins ML Mona Lisa im ZDF. Diese Aufgabe nahm sie zehn Jahre lang wahr und erhielt dafür unter anderem 1996 den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis.

Ab August 1998 war sie als Hauptmoderatorin im Studio in der Hauptausgabe der heute-Nachrichten um 19 Uhr zu sehen. Am 26. Mai 2021 verließ Gerster das ZDF, um in den Ruhestand zu gehen.[3] Sie verabschiedete sich mit den Worten „Lebbe geht weider“, einem Zitat des ehemaligen Fußball-Trainers Dragoslav Stepanović.[4]

Für ihr Lebenswerk erhielt Petra Gerster 2020 die Hedwig-Dohm-Urkunde des Journalistinnenbundes, der damit ihre mehr als 30-jährige Tätigkeit für das ZDF beim Frauenmagazin ML Mona Lisa und als Moderatorin der Primetime ehrt. „Früher als andere hat sie Frauen sprachlich sichtbar gemacht, gendert in ihren Moderationen klug und elegant“, hieß es in der Begründung. Sie sei mutig und beharrlich und damit für Frauen in den Medien ein Vorbild.[5]

Sie ist Kuratoriumsmitglied der Hertie-Stiftung.[6]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerster ist die Schwester des Politikers und ehemaligen Präsidenten der Bundesagentur für Arbeit, Florian Gerster, und eine Nichte zweiten Grades des CDU-Politikers Johannes Gerster. Sie ist mit dem Publizisten Christian Nürnberger verheiratet, den sie über eine von ihm in der Zeit aufgegebene Heiratsanzeige kennenlernte.[7] Sie haben zwei Kinder – eine Tochter (* 1990) und einen Sohn (* 1993).[8] Ihre Tochter Livia Gerster ist ebenfalls Journalistin und arbeitet bei der FAZ.[9]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1996: Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus
  • 1998: Goldene Kamera für „Glaubwürdigkeit im TV“[10]
  • 1999: Bambi für "heute" Präsentation
  • 2003: Goldener Leser-Gong (Leserwahl zu Deutschlands Nachrichtenmoderatorin Nr. 1)
  • 2020: Hedwig-Dohm-Urkunde des Journalistinnenbundes

Veröffentlichte Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Christian Nürnberger: Der Erziehungsnotstand. Wie wir die Zukunft unserer Kinder retten. Rowohlt Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-87134-433-8.
  • mit Christian Nürnberger: Stark für das Leben. Wege aus dem Erziehungsnotstand. Rowohlt Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-87134-464-8.
  • Reifeprüfung. Die Frau von 50 Jahren. Rowohlt Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-87134-533-3.
  • mit Andrea Stoll: Ihrer Zeit voraus. Frauen verändern die Welt. cbj Verlag, München 2009, ISBN 978-3-570-13403-0.
  • mit Christian Nürnberger: Charakter. Worauf es bei Bildung wirklich ankommt. Rowohlt Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-87134-679-8.
  • Es wächst zusammen … Wir Deutschen und die Einheit. Lingen Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-938323-61-8.
  • mit Christian Nürnberger: Die Meinungsmaschine. Wie Informationen gemacht werden – und wem wir noch glauben können. Ludwig Buchverlag, München 2017, ISBN 978-3-453-28047-2.
  • mit Christian Nürnberger (Hrsg.): Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Die fünfzig schönsten Redewendungen der Bibel. Deutsche Bibelgesellschaft, Leipzig 2019, ISBN 978-3-438-06289-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Petra Gerster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nicola Meier: Sendungsbewusst. In: Süddeutsche Zeitung Magazin 19/2021, S. 8–18. 14. Mai 2021, abgerufen am 27. Mai 2021.
  2. a b c Vgl. Setzen, Sechs! – Schulgeschichten aus Deutschland (2/3). Verpasste Chancen. Dokumentarfilm von Christina Brecht-Benze im Auftrag des SWR. Deutsche Erstausstrahlung am 15. Dezember 2005
  3. Petra Gerster vor ihrer letzten „heute“-Sendung. Frankfurter Allgemeine, 26. Mai 2021, abgerufen am 26. Mai 2021.
  4. Petra Gersters Abschied – „Ich danke Ihnen von Herzen“. In: zdf.de. 26. Mai 2021, abgerufen am 27. Mai 2021.
  5. Mutig und beharrlich – die Preisträgerinnen der jb-Medienpreise 2020. In: Journalistinnenbund. 30. Juni 2020, abgerufen am 30. Juni 2020.
  6. Gremien. Abgerufen am 8. April 2021.
  7. Christian Nürnberger-Gerster: My first lady – Liebe per Inserat und die Folgen. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1993.
  8. Petra Gerster: „Ich war erstmal schockiert, weil ich zur Alleinverdienerin wurde“. Abgerufen am 14. März 2021.
  9. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH: Redaktion. Abgerufen am 14. März 2021.
  10. Biografie: Petra Gerster: ZDF Presseportal. Abgerufen am 22. Oktober 2020.