Petrischule

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Petrischule
Средняя школа № 222 с углублённым изучением немецкого языка «Петришуле»
Schulform Schule mit erweitertem Deutschunterricht
Gründung 1709
Adresse

Невский пр. д. 22/24

Ort Sankt Petersburg
Stadt mit Subjektstatus Sankt Petersburg
Staat Russland
Koordinaten 59° 56′ 15″ N, 30° 19′ 27″ OKoordinaten: 59° 56′ 15″ N, 30° 19′ 27″ O
Schüler etwa 500
Lehrkräfte 60
Leitung Anna Poljakowa
Website www.petrischule.spb.ru
Das Gebäude der Schule im Jahre 1910
Petrischule 1912

Die Petrischule (auch Sankt-Petri-Schule; russisch Петришуле) ist eine traditionsreiche, im Jahr 1709 gegründete, weiterführende Schule in der russischen Stadt Sankt Petersburg.

Sie zeichnet sich heute durch einen besonders intensiven Deutschunterricht aus. Bis zu Beginn des Ersten Weltkriegs war die Unterrichtssprache Deutsch, wurde dann aber auf Grund der damaligen politischen Spannung zwischen Deutschland und Russland auf Russisch umgestellt, die deutsche Sprache verblieb aber weiterhin einer der Schwerpunkte der Schule. Die Petrischule ist bis heute eine Ausbildungsstätte zahlreicher prominenter Personen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Petrischule wurde 1709 auf Initiative Peters I. gegründet. Sie wurde insbesondere von Deutschbalten und anderen in Russland lebenden Deutschen besucht und gehörte bald zu den prestigeträchtigsten Schulen in Sankt Petersburg. Zu den zwischenzeitlichen Lehrern zählten unter anderem der Physiker Emil Lenz, der Sprachwissenschaftler Nikolai Gretsch und der Mathematiker Nikolai Braschman. Im Jahr 1912 hatte die Petrischule etwa 1600 Schüler, davon etwa 25 % Russen.

Finanziert wurde die Petrischule bis dahin zu einem Teil durch die deutsch-lutherische Gemeinde der nahegelegenen Sankt-Petri-Kirche. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs nahmen die Spannung zwischen Deutschland und Russland zu, infolgedessen wurde die Unterrichtssprache der Schule zwangsweise von Deutsch auf Russisch umgestellt. Zwar verblieb die Deutsche Sprache weiterhin einer der Schwerpunkte der Petrischule, zahlreiche Lehrer und Schüler mussten durch die Umstellung die Schule aber verlassen.

Während der Zeit der Sowjetunion wurde die Petrischule umbenannt, erhielt aber 1996 ihren historischen Namen wieder zurück. Sie hat heute etwa 500 Schüler.

Bekannte ehemalige Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Pantenius, Oskar Grosberg (Hrsg.): Deutsches Leben im alten St.Petersburg. Ein Buch der Erinnerung. Riga 1930. S. 50–68.
  • Hermann Held: Verzeichnis der Schüler und Schülerinnen der Schulen zu St. Petri 1862-1912. St. Petersburg 1913.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]