Petrus von Verona

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Statue des hl. Petrus Martyr in Sant’Eustorgio in Mailand, mit dem typischen Attribut des Heiligen, dem Beil im Schädel

Petrus von Verona (* zwischen 1203 und 1205 in Verona; † 6. April 1252 in Barlassina bei Mailand)[1], auch Petrus Martyr oder Petrus von Mailand genannt, war ein dominikanischer Prediger, Inquisitor und Märtyrer des 13. Jahrhunderts.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Petrus trat um das Jahr 1220 als Student dem Dominikanerorden in Bologna bei. 1232 wurde er in Mailand zum päpstlichen Gesandten ernannt. Petrus wurde insbesondere in Ober- und Mittelitalien als erfolgreicher Prediger bekannt, wo er in allen größeren Städten auftrat. Laut dem Mönch Galvano Fiamma, aus der Cronica maggiore lebte er seit 1233 im Mailänder Kloster Sant’Eustorgio und wurde 1240 von Papst Innozenz IV. zum Inquisitor ernannt.[2] Im Jahre 1241 wurde er Prior in Asti. 1251 erhielt er das gleiche Amt in Como. Für Como und Mailand ernannte man ihn im gleichen Jahr zum päpstlichen Inquisitor. Als solcher bekämpfte er Ungläubige und zog sich so auch Ablehnung und Hass zu, was am 6. April 1252 schließlich in einem tödlichen Anschlag im Wald von Barlassina bei Mailand gipfelte.[3] Bereits ein Jahr nach seinem Tode wurde er von Papst Innozenz IV. als Märtyrer heiliggesprochen. Petrus von Verona ist in der Mailänder Kirche Sant’Eustorgio in einem vom Bildhauer Giovanni di Balduccio gestalteten Hochgrab bestattet.

Verehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Kirche feiert das Fest des heiligen Petrus von Verona am 29. April (nichtgebotener Gedenktag).[4]

Der hl. Petrus gilt als Schutzpatron der Städte Como, Cremona, des Herzogtums Modena und der Lombardei. Auch mehrere Bruderschaften stellten sich unter den Schutz des Heiligen, so die der Schuhmacher in Palma, die der Weber in Manresa und die der Brauer in Köln, welche die St. Peter von Mailand-Bruderschaft gründeten.

An der Stelle seines vermeintlichen Geburtshauses in Verona ließen die Domenikaner 1656, die ihm geweihte Kirche San Pietro Martire errichten.[5]

Darstellungen in der Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Petrus Martyr wird im Habit der Dominikaner dargestellt. Wenn es sich nicht um Darstellungen aus seinem Leben handelt, wird er oft mit einem Beil im Schädel oder nur mit der klaffenden Wunde am Kopf dargestellt, um auf sein Martyrium hinzuweisen. Weitere Attribute sind ein Schwert unter dem Arm, die Märtyrerpalme oder ein Buch.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Petrus von Verona – Sammlung von Bildern

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lothar Kolmer: PETRUS MARTYR. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon. Band VII, 1994, Sp. 371–372 (archive.org).
  2. G. Odetto: La cronica maggiore dell’Ordine domenicano di Galvano Fiamma. In: Archivum fratrum Praedicatorum. Band X, 1940, S. 297–373 (italienisch).
  3. Marina Benedetti: Petrus von Verona. In: Dizionario Biografico degli Italiani (DBI).
  4. Diurnale Romanum, Ausgabe von 1960 gemäß dem am 25. Juli 1960 approbierten Codex Rubricarum.
  5. Leonardo Venturini: Santo Stefano a Verona. Scripta Edizioni, Verona 2013, ISBN 978-88-96162-94-1, S. 137.