Petschora

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Petschora (Begriffsklärung) aufgeführt.
Stadt
Petschora
Печора (russisch)
Печӧра (komi)
Wappen
Wappen
Föderationskreis Nordwestrussland
Republik Komi
Rajon Petschora
Bürgermeister Wladimir Mennikow
Gegründet 1942
Stadt seit 1949
Fläche 28.900 km²
Bevölkerung 43.105 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 1,5 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 50 m
Zeitzone UTC+4
Telefonvorwahl (+7) 82142
Postleitzahl 169600–169665
Kfz-Kennzeichen 11, 111
OKATO 87 420
Website www.pechora-portal.ru
Geographische Lage
Koordinaten 65° 8′ N, 57° 13′ O65.13333333333357.21666666666750Koordinaten: 65° 8′ 0″ N, 57° 13′ 0″ O
Petschora (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Petschora (Republik Komi)
Red pog.svg
Lage in der Republik Komi‎
Liste der Städte in Russland

Petschora (russisch Печо́ра, komi Печӧра, wiss. Transliteration Pečöra) ist eine Stadt mit 43.105 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010)[1] in der Teilrepublik Komi im Norden Russlands. Sie liegt am rechten Ufer des gleichnamigen Flusses, 588 Kilometer nordöstlich der Republikhauptstadt Syktywkar, und ist Hauptort des gleichnamigen Rajons.

Die nächstgelegene Stadt ist Ussinsk rund 100 km von Petschora entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort entstand in den Jahren 1937–1942 mit dem Bau der als Petschora-Eisenbahn bekannten Eisenbahnlinie, die unter anderem während der Leningrader Blockade im Zweiten Weltkrieg als wichtiger Nachschubweg genutzt werden konnte. Beim Bau der Strecke, die Ende der 1940er Jahre bis nach Workuta verlängert wurde, kamen mehrere Zehntausend Gulag-Häftlinge als Zwangsarbeiter zum Einsatz.

Ab 1941 wurden nahe der neu errichteten Eisenbahnstation sowie des Binnenhafens an der Petschora Arbeitersiedlungen angelegt, die 1949 offiziell zur Stadt Petschora vereinigt wurden. Das Hydronym Petschora wird Samojedischen Sprachen zugeschrieben und bedeutet dort „Waldmenschen“.

Noch bis zu dessen Auflösung 1959 befand sich in Petschora die Verwaltung des Arbeitslagers Petschorski, das zum Gulag-System gehörte.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1959 30.586
1970 37.803
1979 56.361
1989 64.746
2002 48.700
2010 43.105

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Heizkraftwerk Petschora

Petschora ist ein regional wichtiger Knotenpunkt für den Frachtverkehr. Unter anderem wird hier Steinkohle von den Schienen auf den Fluss verladen. Neben dem Binnenhafen existiert hier eine Schiffswerft. Ein wichtiger Betrieb in Petschora ist ein Heizkraftwerk, das zum Energieunternehmen OGK-3 gehört. Außerdem wird rund um Petschora Erdöl gefördert und per Pipeline nach Jaroslawl transportiert.

Der Bahnhof der Stadt ist neben dem Hafen ein weiterer wichtiger Güterumschlagsplatz, von dem aber auch Personenverbindungen in andere Regionen Russlands bestehen. Außerdem gibt es in der Stadt einen Regionalflughafen.

Klima[Bearbeiten]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Печора
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) -15 -13 -5 -3 9 17 21 17 10 1 -7 -12 Ø 1,7
Min. Temperatur (°C) -23 -22 -16 -8 -1 7 11 8 3 -4 -14 -20 Ø −6,5
Temperatur (°C) -20 -17 -9 -3 3 11 16 12 6 -2 -10 -16 Ø −2,3
Niederschlag (mm) 39 32 31 32 37 48 60 77 65 60 53 48 Σ 582
T
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-15
-23
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-22
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21
11
17
8
10
3
1
-4
-7
-14
-12
-20
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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32
31
32
37
48
60
77
65
60
53
48
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Petschora – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien