Pettnau

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Pettnau
Wappen Österreichkarte
Wappen von Pettnau
Pettnau (Österreich)
Pettnau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck-Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 10,78 km²
Koordinaten: 47° 18′ N, 11° 10′ OKoordinaten: 47° 17′ 31″ N, 11° 9′ 36″ O
Höhe: 628 m ü. A.
Einwohner: 1.064 (1. Jän. 2021)
Postleitzahl: 6408
Vorwahl: 05238
Gemeindekennziffer: 7 03 39
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Tiroler Straße 114
6408 Pettnau
Website: www.pettnau.at
Politik
Bürgermeister: Martin Schwaninger (Allgemeine Liste Pettnau)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2016)
(11 Mitglieder)

5 Allgemeine Liste Pettnau – ALP
1 Gemeinsam Pettnau bewegen
5 Liste Pettnau Franz Haider

Lage von Pettnau im Bezirk Innsbruck-Land
AbsamAldransAmpassAxamsBaumkirchenBirgitzEllbögenFlaurlingFritzensFulpmesGnadenwaldGötzensGries am BrennerGries im SellrainGrinzensGschnitzHall in TirolHattingInzingKematenInnsbruckKolsassKolsassbergLansLeutaschMatrei am BrennerMiedersMilsMühlbachlMuttersNattersNavisNeustift im StubaitalOberhofen im InntalObernberg am BrennerOberperfussPatschPettnauPfaffenhofenPfonsPolling in TirolRanggenReith bei SeefeldRinnRumSt. Sigmund im SellrainScharnitzSchmirnSchönberg im StubaitalSeefeldSellrainSistransSteinach am BrennerTelfes im StubaiTelfsThaurTrinsTulfesUnterperfussValsVölsVoldersWattenbergWattensWildermiemingZirlTirolLage der Gemeinde Pettnau im Bezirk Innsbruck-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Pettnau vom Hattinger-Berg aus
Pettnau vom Hattinger-Berg aus
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Pettnau ist eine Gemeinde mit 1064 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im Bezirk Innsbruck-Land in Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Telfs.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pettnau (nicht zu verwechseln mit Pettneu am Arlberg) liegt im Inntal westlich von Innsbruck. Vom Inn, der in etwa 600 Meter über dem Meer fließt, steigt das Land nach Norden bewaldet auf knapp 1500 Meter an. Die Gemeinde ist über zehn Quadratkilometer groß. Davon sind zwei Drittel bewaldet, ein Fünftel wird landwirtschaftlich genutzt, drei Prozent entfallen auf Gewässer.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die langgestreckte Gemeinde nördlich des Inn besteht, von Osten nach Westen, aus den Ortsteilen

  • Dirschenbach
  • Leiblfing
  • Tiefental
  • Unterpettnau
  • Mitterpettnau
  • Kellertal
  • Oberpettnau

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Telfs Reith bei Seefeld
Nachbargemeinden Zirl
Flaurling Polling       Hatting Inzing

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besiedlung des Gemeindegebietes dürfte um 800 erfolgt sein. Die erste urkundliche Erwähnung betrifft den Ortsteil Leiblfing. Im Jahr 1238 übergab der Probst Heinrich von Wilten Güter an Kuno den Libolvinger. Diese lateinische Urkunde mit dem Namen des ersten Leiblfingers befindet sich heute im Stiftsarchiv Wilten.

„Pettnau“ kommt erstmals im Inntaler Steuerbuch im Jahr 1312 vor. Weiters findet sich ein Kaufvertrag, in dem 1382 der Alte Bernhard von der Pettnau und seine Frau Adelheid den Hof des „Oswald dem Milser“ in Ober-, Unterpettnau und Mühlberg kaufen. Das Inntal war damals ein sumpfiges Gebiet. Als die Bewohner versuchten, den Inn zurückzudrängen und urbares Land zu gewinnen, kam es 1418 zum Streit mit den Gemeinden südlich des Inn.

Der Theresianischen Kataster des Jahres 1775 führt Pettnau als Steuergemeinde, seit 1817 ist Pettnau eine eigenständige Gemeinde.[2]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname setzt sich vermutlich aus dem mittelhochdeutschen Wort „bette“ bzw. „pette“, was so viel wie Mulde oder Tümpel bedeutet, und dem Wort „Au“ zusammen. Folglich bezieht sich der Ortsname auf die Innauen, die jedoch durch das Anlegen des künstlichen Bachbettes verschwanden. In der Chronik erscheinen veraltete Varianten des Ortsnamens wie „Pettnave“ oder „Pettenawe“.

Der Name des Ortsteils Leiblfing geht auf die Einwanderung der Bajuwaren zurück. Die ansässige Sippe nannte sich vermutlich „Leuwolf“ oder „Libolv“, die Endung -ing ist typisch für bajuwarische Siedlungen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Pettnau

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mellaunerhof
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Pettnau
  • Katholische Pfarrkirche Leiblfing in Tirol hl. Georg
  • Katholische Filialkirche Oberpettnau hl. Josef
  • Der Mellaunerhof mit barocker Lüftlmalerei ist seit 1291 überliefert und gehört somit zu den ältesten Wirtshäusern Tirols. Früher diente er als Salzumschlagplatz und Poststation, denn zwischen Pettnau, Flaurling und Hatting bestand regelmäßiger Fährverkehr über den Inn.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den dreißig landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden zwölf im Haupt-, sechzehn im Nebenerwerb und je eine von einer Personengemeinschaft und einer juristischen Person geführt. Diese letzte bewirtschaftete 44 Prozent der Flächen. Der größte Arbeitgeber im Dienstleistungssektor war der Bereich Beherbergung und Gastronomie mit 72 Erwerbstätigen.[3][4][5]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 30 37 22 36
Produktion 10 6 35 25
Dienstleistung 42 23 161 186

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Berufspendler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 lebten beinahe 500 Erwerbstätige in Pettnau. Davon arbeiteten hundert in der Gemeinde, achtzig Prozent pendelten aus.[6]

Fremdenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde zählt rund 10.000 Übernachtungen jährlich. Der Großteil davon entfällt auf die Monate Juni, Juli und August.[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Inntalautobahn befindet sich die Autobahnraststätte Pettnau, die von beiden Fahrtrichtungen angefahren werden kann. Zwar hat Pettnau keine eigene Autobahnausfahrt aber über Zufahrt der Autobahnraststätte Pettnau kann auf die Inntalautobahn auf- und abgefahren werden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeamt

Die letzten Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen fanden am 28. Februar 2016 statt.[8]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 11 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2016 wie folgt zusammen:

Wählergruppe Prozent Stimmen Sitze im
Gemeinderat
Allgemeine Liste Pettnau – ALP 44,44 236 5
Gemeinsam Pettnau bewegen 15,25 81 1
Liste Pettnau Franz Haider 40,30 214 5

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bürgermeisterwahl 2016 wurde Martin Schwaninger zum Bürgermeister gewählt.

Bürgermeisterkandidat Prozent Stimmen
Martin Schwaninger 76 399
Ferdinand Hermann Pentscheff 24 126

Franz Haider wurde nach der Gemeinderatswahl 2016 zum Vizebürgermeister gewählt.[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 1973 verliehene Gemeindewappen zeigt den heiligen Christophorus, der das Jesuskind auf seinen Schultern übers Wasser trägt. Der Patron der Fährleute erinnert daran, dass auf dem Gemeindegebiet von Pettnau einst drei Fähren über den Inn führten.[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Haider (1921–2009), Volkskundler, Brauchtumsforscher und Rundfunkmitarbeiter

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Pettnau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Pettnau, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 5. März 2021.
  2. Haider-Köfler: Dorfgeschichte. Gemeinde Pettnau, abgerufen am 5. März 2021 (österreichisches Deutsch).
  3. Ein Blick auf die Gemeinde Pettnau, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 5. März 2021.
  4. Ein Blick auf die Gemeinde Pettnau, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 5. März 2021.
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Pettnau, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 5. März 2021.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Pettnau, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 5. März 2021.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Pettnau, Übernachtungen. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 5. März 2021.
  8. [1] tirol Unser Land
  9. [2] Gemeinde Pettnau
  10. Eduard Widmoser: Tiroler Wappenfibel. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 1978, ISBN 3-7022-1324-4, S. 24.