Pfälzische Hauptwasserscheide

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(Haupt-)Fließgewässer beiderseits der Pfälzischen Hauptwasserscheide(n). Der häufiger angenommene Verlauf besitzt die breiteste Markierung.

Die Pfälzische Hauptwasserscheide bildet in der Pfalz die Wasserscheide zwischen dem Oberrhein und dem Mittelrhein, den beiden aufeinander folgenden Abschnitten des Rheins, die das Bundesland Rheinland-Pfalz berühren (Oberrhein) bzw. durchfließen (Mittelrhein).

Im südlichen und mittleren Pfälzerwald wird der Effekt der Pfälzischen Hauptwasserscheide besonders deutlich. Dort trennt sie die Einzugsgebiete der vier großen Entwässerungssysteme des Mittelgebirges in einen östlichen und einen westlichen Bereich: Die am Oberlauf Wieslauter genannte Lauter, die Queich und der Speyerbach fließen nach Osten direkt dem Oberrhein zu, der Schwarzbach sammelt das Wasser aus dem westlichen Pfälzerwald und schickt es über Blies, Saar und Mosel zum Mittelrhein.[1]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Süd- und Mittelteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Hauptwasserscheide: Johanniskreuz mit Ritterstein 111

Im südlichen Pfälzerwald, dem deutschen Teil des Wasgaus, beginnt die Pfälzische Hauptwasserscheide an der Grenze zu Frankreich im Bereich des Erlenkopfes (473 m ü. NHN), wo sie die Wasserscheide der nördlichen Vogesen fortsetzt. Immer etwa von Südwest nach Nordost gerichtet, führt sie zunächst östlich an Eppenbrunn und Pirmasens vorbei über den Großen Schiffelskopf (457 m) und erreicht das Gräfensteiner Land. Von dort verläuft sie zum Hortenkopf (606 m) in der Mittleren Frankenweide, wo einige Kilometer weiter mit dem Weiler Johanniskreuz (470 m) eine der höchstgelegenen Siedlungen des Pfälzerwalds genau auf der Pfälzischen Hauptwasserscheide liegt. Diese erreicht dann in der Unteren Frankenweide die Gegend westlich der Ortsgemeinde Waldleiningen.[1]

Nordteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den weiteren Verlauf der Pfälzischen Hauptwasserscheide sind zwei Varianten möglich; je nachdem, ob die Mündung der Nahe bei Bingen noch dem Oberrhein oder schon dem Mittelrhein zugerechnet wird, verläuft die Hauptwasserscheide südlich oder östlich des Einzugsgebiets der Nahe.

Südlich von Kaiserslautern verläuft der Westast der Wasserscheide unterhalb der Burg Hohenecken.

Im ersten, dem zumeist angenommenen Fall, ist die Hauptwasserscheide identisch mit der Wasserscheide des Schwarzbachs und seiner Zuflüsse (vor allem Moosalb, Rodalb, Wallhalb und Hornbach) zum Nahe-Nebenfluss Glan. Die Wasserscheide verläuft von der Unteren Frankenweide nach Westen durch den Reichswald am Großen Humberg (430 m) vorbei in den Bereich des Großen Hausbergs (471 m) zwischen Kaiserslautern und Landstuhl. Auf der Sickinger Höhe führt sie in der Nähe von deren Nordkante bis zur saarländischen Grenze bei Homburg.[1]

Quelle der Selz in Orbis unmittelbar östlich des Nordastes der Wasserscheide

Im seltener postulierten zweiten Fall verläuft die Hauptwasserscheide von der Unteren Frankenweide weiter in nordöstlicher, später mehr nördlicher Richtung. Dabei trennt sie das Einzugsgebiet der Nahe im Westen, zu dem die örtlich Waldlauter genannte Lauter, die Alsenz und der Appelbach gehören, von den Quellen kleinerer linker Oberrheinzuflüsse, nämlich Isenach, Eckbach, Eisbach und Pfrimm. Vom Stumpfwald im nördlichen Pfälzerwald wechselt die Hauptwasserscheide ins Nordpfälzer Bergland, dessen höchste Erhebung, den Donnersberg (686,5 m), sie unmittelbar westlich des Gipfels passiert.[1] Nördlich von Kirchheimbolanden, bei Orbis (327 m), verlässt sie zwischen der Quelle der Selz, die zum Oberrhein fließt, und dem Oberlauf des Nahe-Nebenflusses Wiesbach die Pfalz nach Rheinhessen hin.[1]

Höhenlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Süden erreicht die Pfälzische Hauptwasserscheide nur Höhen unter 500 m; ihre höchsten Punkte liegen im mittleren Pfälzerwald nordwestlich des Hortenkopfes mit 591 m sowie in der Nähe von Eschkopf und Mosisberg mit jeweils 596 m. Die beiden möglichen Äste weiter nördlich unterscheiden sich in der Höhenlage beträchtlich: Der nach Westen gerichtete Ast liegt durchweg deutlich unter 500 m. Der Nordast weist am Donnersberg mehr als 600 m auf, von dort aus verringert sich seine Höhe auf den letzten acht Kilometern bis zur rheinhessischen Grenze auf nur noch gut 300 m.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Topografische Karte 1:25.000