Pfälzische Mundartwettbewerbe

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Unter den literarischen Wettbewerben in Rheinland-Pfalz gab es bis 2011 vier pfälzische Mundartwettbewerbe, die regelmäßig ausgetragen wurden. Den Anfang machte 1953 der Pfälzische Mundartdichterwettstreit in Bockenheim an der Weinstraße. Später hinzu kamen der Mundartdichter-Wettstreit Gonbach (Gonbach, 1984), der Mundartwettbewerb Dannstadter Höhe (Dannstadt-Schauernheim, 1988) und der Sickinger Mundartdichter-Wettstreit (Verbandsgemeinde Wallhalben, 1991). Der Gonbacher Wettbewerb fand 2011 letztmals statt, so dass nur drei Konkurrenzen übrig blieben.

Alle vier Wettbewerbe beschäftigen sich mit den pfälzischen Dialekten und werden für Pfälzer Mundartdichter angeboten. Die jeweiligen Juroren sind unabhängige Fachleute, beispielsweise Dialektologen, Germanisten oder Pädagogen mit entsprechenden Fächern. Ihre bei der Prämierung von Bewerbertexten gefundenen Ergebnisse gelten als richtungweisend, wenn es um die Geschichte, den aktuellen Gebrauch und die Zukunft der regionalen Mundart sowie um die Entwicklung der Mundartdichtung geht.

Charakterisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Keiner der pfälzischen Mundartwettbewerbe macht thematische Vorgaben. Sie sind offen für solche Mundartdichter, die Pfälzer Mundart schreiben und sprechen können. Die Teilnehmer müssen nicht in der Pfalz geboren sein; üblicherweise bewerben sich auch Dichter aus anderen deutschen Gegenden oder aus Übersee. Hierzu zählt beispielsweise der US-Staat Pennsylvania, wo ein pfälzischer Auswandererdialekt, das Pennsylvania Dutch, überdauert hat.

Die Wettbewerbe unterscheiden sich beispielsweise bei Wettbewerbssparten, bei Anforderungen an die Form der Beiträge und bei Beurteilungskriterien.

Pfälzischer Mundartdichterwettstreit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pfälzische Mundartdichterwettstreit in Bockenheim an der Weinstraße verfügt über einen eigenen Artikel:

Mundartwettbewerb Dannstadter Höhe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mundartwettbewerb Dannstadter Höhe wird jährlich durch die vorderpfälzische Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim und die Volkshochschule des Rhein-Pfalz-Kreises gemeinsam ausgeschrieben. Regelmäßig wird die Endrunde im Mai in der Teilgemeinde Dannstadt ausgetragen, wo in der Hauptstr. 139 das Kulturhaus Zentrum Alte Schule zur Verfügung steht, dessen Hauptgebäude, das ehemalige Schulhaus, als Baudenkmal eingestuft ist.[1] Im Zusammenhang mit einem Vereinsjubiläum fand der 25. Wettbewerb ausnahmsweise in der wenige Kilometer entfernten verbandsangehörigen Gemeinde Rödersheim-Gronau statt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des drittältesten pfälzischen Wettbewerbs ist von der Dannstadter Höhe abgeleitet, die für ihre vom Gemüseanbau bestimmte Landwirtschaft bekannt ist. Die Höhe heißt ihrerseits nach dem ursprünglich größeren Ort der heutigen Doppelgemeinde Dannstadt-Schauernheim; der Ausdruck Höhe ist zu relativieren, die geologische Aufschüttungsterrasse liegt tatsächlich nur wenige Meter über dem Höhenniveau der umgebenden Rheinebene.

Nachdem 1987 eine kleine Mundartveranstaltung bei einem Vereinsjubiläum in Rödersheim unerwartet großen Anklang gefunden hatte, wurde der Wettbewerb 1988 ins Leben gerufen und findet seitdem jährlich statt. In den ersten Jahren war der Termin an das größte Volksfest von Dannstadt-Schauernheim, das Radieselfest, gekoppelt; 1991 wurde der Mundartwettbewerb auf ein von diesem Fest getrenntes Datum gelegt. Besonderen Einsatz bei der Einrichtung des Wettbewerbs zeigte Meinolf Schmid, der damalige Direktor der Kreisvolkshochschule, der von Beginn an und auch in seinem Ruhestand der Jury angehört; 1997 wurde er mit dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz geehrt.[2] Nikolaus Hofen, der von Beginn an den Juryvorsitz innehat, erhielt anlässlich der 20. Austragung 2007 die Verdienstmedaille des Landes.[2]

Jury[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entscheidung über das Wettbewerbsergebnis fällt eine Jury, die ehrenamtlich und unabhängig tätig ist. Sie setzt sich aus Fachleuten zusammen, von denen die meisten schon seit der Anfangszeit des Wettbewerbs amtieren; vier von ihnen sind bzw. waren selbst mehrfach ausgezeichnete Mundartdichter.

Jurymitglieder sind bzw. waren

  • seit 1989: Bruno Hain (Böhl-Iggelheim), Sprachwissenschaftler und Dialektologe, Mundartautor
  • seit 1988: Hedy Heller (Dannstadt-Schauernheim), Kultur- und Heimatkreis Dannstadter Höhe
  • seit 1988: Dr. Dr. Nikolaus Hofen (Rödersheim-Gronau), Germanist, Akademischer Direktor am Institut für Germanistik der Universität Koblenz-Landau i. R., Mundartautor
  • seit 2010: Joachim Roßhirt (Speyer), Buchhändler
  • seit 1988: Meinolf Schmid (Dudenhofen), Volkshochschuldirektor i. R.
  • seit 1988: Dr. Josef Schwing (Neuhofen), Sprachwissenschaftler und Dialektologe
  • seit 2007: Norbert Stuck (Haßloch), Lehrer, Experte für Laienspiel
  • seit 1995: Anneliese Thürwächter (Billigheim), Lehrerin i. R., Mundartautorin
  • 1988–2006: Karl-Jörg Walter † (Neustadt-Geinsheim), Lehrer, Mundartautor

Austragung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittel werden zu jeder Austragung 160 Beiträge[2] eingereicht, womit der Wettstreit inzwischen derjenige mit den meisten Bewerbern ist. Diese verteilen sich auf zwei literarische Sparten: Lyrik (seit 1988; seit 1998 auch Gedichte ohne Endreim) und Prosa (seit 1989). Von 2001 bis 2009 war auch die Sparte szenische Darstellung ausgeschrieben. Sie wurde so verhalten und manchmal qualitativ unzureichend umgesetzt, dass sie nach neun Jahren wieder aus dem Angebot genommen wurde.

Es können Preise in beiden Sparten vergeben werden. Jeder Bewerber kann maximal zwei Beiträge in einer einzigen Sparte oder einen Beitrag in jeder Sparte einreichen, aber nur einmal pro Wettbewerb mit einem Preis ausgezeichnet werden. Erstmals bei der 22. Austragung (2009) wurde in der Vorauswahl sowohl das Gedicht als auch der Prosatext eines Teilnehmers für preiswürdig erachtet; der Bewerber Albert H. Keil trat schließlich in der Kategorie Lyrik an, in der er den dritten Rang erreichte.

Die Jury trifft nach einem Punktesystem eine Vorauswahl für die Endrunde. Ausgezeichnet werden in der Regel die zehn besten Gedichte und die fünf besten Prosatexte, wobei Thema und Inhalt, Reinheit der Mundart sowie Vortragskunst die Bewertung beeinflussen. Ein zusätzlicher Preis des Kultur- und Heimatkreises Dannstadter Höhe e. V. wird einem Teilnehmer zuerkannt, „dessen Mundarttext in Lyrik, in Prosa oder als szenische Darstellung Kultur, Leben, Tradition oder Brauchtum der Region in besonderer Weise spiegelt.“[2] Gelegentlich verleiht die Jury aus unterschiedlichen Gründen einen Extrapreis, so 2007 und 2008.[3][4]

Gewinner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Preise und Sonderpreis beim Mundartwettbewerb Dannstadter Höhe[5]
# Jahr Lyrik
(seit 1988)
Prosa
(seit 1989)
Szenische Darstellung
(2001–2009)
Sonderpreis des Kultur- und Heimat-
kreises Dannstadter Höhe e. V.
1. 1988 Waltraud Meißner
2. 1989 Werner Mühl Toni Ostermayer
3. 1990 Hermann Josef Settelmeyer (Günter Speyer)[6] Toni Ostermayer
4. 1991 Gerd Runck Norbert Schneider Helga Schneider
5. 1992 Heinrich Kraus (N. N.)[6] Willi Bartolomä, Anneliese Vetter
6. 1993 Helga Schneider (N. N.)[6] Adele Herzog, Toni Ostermayer
7. 1994 Gerd Runck Toni Ostermayer --- [7]
8. 1995 Gerd Runck,
Helga Schneider
Anton Meißner Toni Ostermayer
9. 1996 Helga Schneider Norbert Schneider Klaus Brick
10. 1997 Gerd Runck Helga Schneider Kurt Keller
11. 1998 Toni Ostermayer Werner Mühl Gerd Runck
12. 1999 Helga Schneider,
Norbert Schneider
--- [7] Hermann Josef Settelmeyer
13. 2000 Gisela Gall Anton Meißner Karin Ruppert
14. 2001 Helga Schneider Ute Zimmermann Anton Meißner Heinrich Kraus und Gerd Runck[8]
15. 2002 Robert Schultz Anton Meißner --- [7] Rolf Büssecker
16. 2003 Hermann Josef Settelmeyer Norbert Schneider Anton Meißner Bernd Hambrecht
17. 2004 Robert Schultz Helga Schneider --- [7] Jahrgangsstufe 12 des
Kurfürst-Ruprecht-Gymnasiums Neustadt
18. 2005 Gerd Runck Renate Demuth Günther Hussong Monika Schönbucher
19. 2006 Georg Fox Norbert Schneider Alfons Kaiser Hermann Josef Settelmeyer
20. 2007 Norbert Schneider Hermann Josef Settelmeyer;
Extrapreis der Jury:
Edith Brünnler[3]
--- [7] Gerd Runck
21. 2008 Hermann Josef Settelmeyer;
Extrapreis der Jury:
Manfred Dechert[4]
Wilfried Berger,
Edith Brünnler
Norbert Schneider Joachim Becker
22. 2009 Hermann Josef Settelmeyer Wilfried Berger --- [7] Hanns Stark
23. 2010 Helga Schneider (Wilfried Berger,
Edith Brünnler)[9]
Anne Naumann
24. 2011 Peter Eckert Norbert Schneider Paul Schwaninger
25. 2012 Toni Ostermayer Albert H. Keil Paul Schwaninger
26. 2013 Helga Schneider Hermann Josef Settelmeyer Toni Ostermayer

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzte veröffentlichte Statistik – ohne Auswertung des Sonderpreises – stammt von 2006. Bis zu diesem Jahr wurden in Dannstadt insgesamt 3066 Beiträge eingereicht und 280 Preise vergeben.[2] Einziger Teilnehmer, der in drei Kategorien 1. Ränge (insgesamt acht) belegt hat, ist Norbert Schneider. Helga Schneider, die nicht mit ihm verwandt ist, hat neun 1. Preise gewonnen. Insgesamt am häufigsten unter den Preisträgern, nämlich 20-mal, war Hermann Josef Settelmeyer, der sechsmal den 1. Platz belegte. 2007 wurden Gisela Gall, Albert H. Keil und Settelmeyer dafür geehrt, dass sie sich an allen zwanzig Ausschreibungen seit 1988 beteiligt hatten. 2012 waren es noch zwei Dichter, die zu allen 25 Wettbewerben Beiträge eingereicht hatten, nämlich Keil und Settelmeyer.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landkreis Ludwigshafen und Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim (Hrsg.): Neies Läwe. Fünf Jahre Mundart-Wettbewerb Dannstadter Höhe. Dannstadt-Schauernheim 1992 (Buchtitel nach einem Gedichttitel von Waltraud Meißner).
  • Rhein-Pfalz-Kreis und Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim (Hrsg.): Uffwind. Ein Lesebuch zum 20. Mundart-Wettbewerb Dannstadter Höhe. PrintArt, Dannstadt-Schauernheim 2007 (Buchtitel nach einem Gedichttitel von Robert Schultz).
  • Rhein-Pfalz-Kreis und Bruno Hain (Hrsg.): Aus mir is was worre. Ein Lesebuch. 25 Jahre Mundart-Wettbewerb Dannstadter Höhe. Dannstadt-Schauernheim 2013 (Buchtitel nach einem Prosatitel von Edith Brünnler).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mundartdichter-Wettstreit Gonbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mundartdichter-Wettstreit Gonbach wurde jährlich an einem Termin im Oktober oder November in der nordpfälzischen Gemeinde Gonbach vom örtlichen Kultur- und Sportverein veranstaltet. Der Wettbewerb wurde durch die Verbandsgemeinde Winnweiler sowie den Landrat des Donnersbergkreises gefördert; der Landrat fungierte auch als Schirmherr. Austragungsort war das denkmalgeschützte Bürgerhaus, das in der Zeit des Klassizismus als Schulhaus errichtet wurde.[10]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter den großen pfälzischen Wettbewerben besaß der Gonbacher die zweitlängste Tradition. 1984 wurde er durch Waldemar Maas ins Leben gerufen, der ihn bis 2011 organisierte. Einziges Genre war anfangs Lyrik, länger als bei den anderen pfälzischen Mundartwettbewerben war in Gonbach zusätzlich der Endreim verlangt. 2008 fiel nicht nur diese Anforderung, seither wurde auch die Sparte Prosa angeboten. In den Jahren 2001, 2006 und 2007 konnte der Wettbewerb aus organisatorischen Gründen nicht ausgetragen werden. Weil sich 2011 kein Nachfolger für den Organisator fand, endete der Wettbewerb in diesem Jahr mit der 25. Austragung.

Jury[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entscheidung über das Ergebnis fällte eine vierköpfige Jury, die ehrenamtlich und unabhängig tätig war. Den Vorsitz hatte von Beginn an der Musiklehrer und Dialektologe Klaus Kronibus (Enkenbach-Alsenborn). Die anderen Jurymitglieder, die sich je nach Verfügbarkeit abwechselten, waren von Beruf ebenfalls Pädagogen:

Austragung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An jeder Austragung nahmen etwa 50 bis 60 Autoren teil. Jeder durfte maximal zwei Beiträge einreichen, entweder in einer einzigen Sparte bis zu zwei oder in beiden Sparten je einen. 2008 gewann der Bewerber Albert H. Keil zwei Preise, je einen in jeder Sparte. Seit 2009 gelangte pro Teilnehmer nur noch ein Beitrag in die Endausscheidung. Die Jury zeichnete etwa zehn Beiträge aus, wobei Thema und Inhalt, Reinheit der Mundart und Vortragskunst die Bewertung beeinflussten.

Gewinner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

# Jahr 1. Preise Lyrik, ab 2008 Lyrik und Prosa[11]
1. 1984 Friedel May
2. 1985 Friedel May
3. 1986 Hans Jürgen Schweizer
4. 1987 Hans Jürgen Schweizer, Ursula Wagner
5. 1988 Gerhard Edinger
6. 1989 Friedel Hendel
7. 1990 Waltraud Meißner
8. 1991 Hans Jürgen Schweizer
9. 1992 Hans Jürgen Schweizer
10. 1993 Albert H. Keil
11. 1994 Waltraud Meißner
12. 1995 Johann „Jean“ Dexheimer;
„Neulinge“:[12] Rolf Büssecker
13. 1996 Rolf Büssecker
14. 1997 Karl Bier
15. 1998 Waltraud Meißner
# Jahr 1. Preise Lyrik, ab 2008 Lyrik und Prosa[11]
16. 1999 Rudy Kupferschmitt
17. 2000 Rolf Büssecker
18. 2002 Rolf Büssecker
19. 2003 Albert H. Keil
20. 2004 Rolf Büssecker
21. 2005 Hans Jürgen Schweizer
22. 2008 Minnie Maria Milow-Rembe;
Prosa:[13] Doris Jäckle
23. 2009 Hans Jürgen Schweizer
24. 2010 Hanns Stark
25. 2011 Lothar Sattel

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfolgreichste Teilnehmer in Gonbach sind Hans Jürgen Schweizer (sechs 1. Plätze), Rolf Büssecker (fünf) und Waltraud Meißner (drei), je zweimal gewannen Albert H. Keil und Friedel May. Einziger Teilnehmer, der bei ein und demselben Wettbewerb (2008) zweimal unter den Preisträgern war, ist Albert H. Keil.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kultur- und Sportverein Gonbach (Hrsg.): Mundartdichter-Wettstreit. Gonbach 1993.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sickinger Mundartdichter-Wettstreit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Sickinger Mundartdichter-Wettstreit schreibt die südwestpfälzische Verbandsgemeinde Wallhalben in zweijährlichem Turnus aus. Die Endrunde findet während des historischen „Grumbeere-Marktes“ (Kartoffelmarkt) am letzten Septemberwochenende in der Bürgerhalle der verbandsangehörigen Gemeinde Herschberg statt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Wettbewerbs bezieht sich auf die Gegend, in der er stattfindet, die Sickinger Höhe. Diese ist nach dem Reichsritter Franz von Sickingen benannt, der dort 1523 bei der Beschießung seiner Burg Nanstein, die oberhalb der Stadt Landstuhl liegt, tödlich verletzt wurde.

Der Wettbewerb wurde 1991 durch Willi Hack ins Leben gerufen, den Leiter des Kulturamts der Verbandsgemeinde Wallhalben, der ihn seitdem organisatorisch betreut. Die Ausschreibung wandte sich anfangs lediglich an Lyrikdichter, seit 2001 ist der Wettbewerb auch für Prosatexte offen. Im Vergleich mit den anderen pfälzischen Wettbewerben fällt auf, dass ein größerer Teil der Wettbewerbsbeiträge Sprachelemente enthält, die während der vorübergehenden Eingliederung der heutigen Pfalz in den Nachbarstaat Frankreich (1801–1814) aus dem Französischen ins Pfälzische übernommen wurden. Dies erklärt sich dadurch, dass die Sickinger Höhe nahe der Grenze zu Frankreich liegt.

Jury[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schirmherr des Wettbewerbs ist der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wallhalben. Die Entscheidung über das Ergebnis fällt eine Jury, die ehrenamtlich und unabhängig tätig ist. Ihre Sprecher sind gleichberechtigt Michael Dillinger und Wolfgang Ohler.

Jurymitglieder sind bzw. waren[14]

  • 1993–1999: Dr. Sigrid Bingenheimer (Kaiserslautern), Sprachwissenschaftlerin
  • seit 1993: Michael Dillinger (Zweibrücken), Lehrer, Literarischer Verein der Pfalz
  • 1991: Dr. Andrea Dittgen (Zweibrücken), Redakteurin
  • seit 2001: Marlies Fuhrmann (Kaiserslautern), Mundartautorin
  • seit 1993: Dr. Wolfgang Ohler (Zweibrücken), ehemals Richter am Oberlandesgericht, Mundartautor
  • 1991: Dr. Franz Pelgen (Nieder-Olm), Sprachwissenschaftler
  • 1991: Fred G. Schütz (Höheischweiler), Journalist
  • 1991–2011: Albrecht Vogelsang (Hauenstein), Heimatforscher

Austragung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An jeder Austragung nehmen zwischen 50 und 100 Autoren teil. Die Jury zeichnet jeweils die zehn besten Gedichte und Prosatexte aus, wobei Thema und Inhalt sowie die Reinheit der Mundart die Bewertung beeinflussen, während die Vortragskunst unberücksichtigt bleibt.

Gewinner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Preise beim Sickinger Mundartdichter-Wettstreit[14]
# Jahr Lyrik Prosa
1. 1991 Heinrich Kraus
2. 1993 Guido Defland
3. 1995 Johann „Jean“ Dexheimer
4. 1997 Albert H. Keil
5. 1999 Helga Schneider
6. 2001 Guido Defland Helga Schneider
7. 2003 Johann „Jean“ Dexheimer Christel Hartmann
8. 2005 Hanns Stark Helga Schneider
9. 2007 Renate Demuth Renate Demuth
10. 2009 Relinde Niederländer Friedhilde Meyer
11. 2011 Barbara Franke Manfred Dechert
12. 2013 Helga Schneider Manfred Dechert

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teilnehmer in Wallhalben können im selben Jahr mehrere Preise erreichen. 2007 gelang es Renate Demuth, beide literarischen Kategorien zu gewinnen; 2001 war Albert H. Keil zweimal unter den Preisträgern. Vier Siege (zweimal Lyrik, zweimal Prosa) erreichte Helga Schneider; Guido Defland und Johann „Jean“ Dexheimer gewannen jeweils zweimal die Kategorie Lyrik, Manfred Dechert zweimal die Kategorie Prosa.[14][15]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verbandsgemeinde Wallhalben (Hrsg.): Pfälzer Mundart. Sieger-Gedichte des Sickinger Mundartdichter-Wettstreites 1991–1993–1995. Wallhalben 1995.
  • Verbandsgemeinde Wallhalben (Hrsg.): 9. Sickinger Mundartdichter-Wettstreit. Siegerbeiträge „Lyrik“ und „Prosa“ 2007. Wallhalben 2007.
  • Verbandsgemeinde Wallhalben (Hrsg.): 10. Sickinger Mundartdichter-Wettstreit. Siegerbeiträge „Lyrik“ und „Prosa“ 2009. Wallhalben 2009.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz: Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler. Rhein-Pfalz-Kreis. Abgerufen am 29. Juni 2011 (PDF; 1,7 MB).
  2. a b c d e Website des Mundartwettbewerbs Dannstadter Höhe. Abgerufen am 29. Juni 2011.
  3. a b Extrapreis der Jury wegen besonderer Qualität des Vortrags.
  4. a b Extrapreis der Jury für die Hommage an den verstorbenen zweimaligen Wettbewerbsgewinner Robert Schultz (1940–2006).
  5. Rhein-Pfalz-Kreis und Bruno Hain (Hrsg.): Aus mir is was worre. Dannstadt-Schauernheim 2013.
  6. a b c 2. Rang; 1. Rang nicht vergeben.
  7. a b c d e f Preis nicht vergeben.
  8. geteilter Preis an zwei Co-Autoren.
  9. geteilter 2. Rang, 1. Rang nicht vergeben.
  10. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz: Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler. Donnersbergkreis. Abgerufen am 31. Mai 2012 (PDF; 1,4 MB).
  11. a b Kultur- und Sportverein Gonbach: Mundartdichter. Abgerufen am 29. Juni 2011.
  12. 1995 Extra-Prämierung für „Neulinge“.
  13. 2008 separate Prämierung für Prosa.
  14. a b c Auskunft von Willi Hack, Kulturamt der Verbandsgemeinde Wallhalben.
  15. Thomas Büffel (Autorenkürzel bfl): Blickpunkt: Der Sickinger Mundartdichterwettstreit 2013. In: Die Rheinpfalz. Ludwigshafen 12. Oktober 2013.