Pfälzisches Holzland

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Pfälzisches Holzland (orange) innerhalb des Pfälzerwaldes

Holzland ist der Name eines im westlichen Teil des Pfälzerwaldes gelegenen Gebiets.

Lage und Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Holzland wird durch die umgebenden Fließgewässer deutlich begrenzt, im Süden und Südosten durch den Schwarzbach, im Westen und Norden durch dessen Nebenbach Moosalb. Lediglich im äußersten Osten, am Steinberg, geht das Holzland ohne ausgeprägte Geländeprofilierung in die Frankenweide über.

Die Täler, die das Holzland begrenzen und durchziehen, sind teilweise noch weitgehend naturbelassen. An den Hängen treten vielfach mächtige Sandsteinformationen zu Tage. Hänge und Höhen sind – außer in der direkten Umgebung der Ortschaften – von hochwertigem Mischwald bedeckt. Die hier geernteten, oft mehrere Jahrhunderte alten Traubeneichen erzielen mit die höchsten Holzpreise überhaupt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Luitpoldturm auf dem Weißenberg auf das Holzland

Qualität und Geschlossenheit des Waldbestandes gaben dem Holzland seinen Namen. Auch in Zeiten, zu denen durch Waldweide, Köhlerei und Bergbau in weiten Teilen des Pfälzerwaldes großflächiger Raubbau betrieben wurde, haben hier stets wertvolle Bestände die Jahrhunderte überdauert.

Dennoch gab es auch hier Rodungen, die im Wesentlichen im 9. Jahrhundert im Zusammenhang mit der Besiedelungspolitik des Klosters Hornbach erfolgten, dem das vorher zum Reichsland gehörende Gebiet wahrscheinlich von den Grafen von Homburg geschenkt worden war. Die Grundherrschaft über das Gebiet erhielt die Kurpfalz. Nach der Aufhebung des Klosters Hornbach im Jahr 1558 infolge der Reformation fielen dessen Besitzrechte an das Haus Pfalz-Zweibrücken, das fortan in ständigem Streit mit der Kurpfalz lag. Deshalb kam es 1776 zu einem Tauschvertrag, wobei Zweibrücken seine Rechte im Holzland an die Kurpfalz abtrat.

Bevölkerung und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die größte Gemeinde und Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung, Waldfischbach-Burgalben, liegt am südwestlichen Rand des Gebiets im Moosalbtal. Moosalbaufwärts sind die Ortschaften Steinalben und Schopp angesiedelt. Im Zentrum des Holzlandes liegt auf 430 m ü. NN der Ort Heltersberg, ebenfalls Höhenorte sind Geiselberg und Schmalenberg. Insgesamt leben im Holzland ca. 11.500 Menschen.

Hauptverkehrsachse ist die im Moosalbtal in Nord-Süd-Richtung verlaufende B 270 PirmasensKaiserslautern und die parallel dazu verlaufende Biebermühlbahn. Letztere verfügt mit Waldfischbach, Steinalben und Schopp über drei Bahnstationen im Holzland.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprüngliche Wallfahrtskapelle Maria Rosenberg
Clausensee
  • Der auf das 12. Jahrhundert zurückgehende Wallfahrtsort Maria Rosenberg befindet sich in Waldfischbach-Burgalben.
  • Die Geschichte des örtlichen Handwerks ist Schwerpunkt des Heimatmuseums Heltersberg. Neben den üblichen Werkzeugen und Gegenständen des bäuerlichen Brauchtums verfügt das Museum unter anderem über acht Handwerkerstuben, eine Schmiede sowie eine Münzsammlung, die die Geschichte der Währung von der D-Mark im Jahre 1948 bis zur Einführung des Euros dokumentiert.[1]
  • Die an der Hirschalbermühle bei Schmalenberg Forellenzuchtanstalt gilt als eine größten Anlagen in Deutschland.
  • Die Ruinen einer im Jahr 1927 zerstörten Pulvermühle befindet sich zwischen den Orten Schopp und Steinalben. Der hergestellte Sprengstoff wurde weltweit für den Bau von Eisenbahnstrecken genutzt.

Freizeit und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Holzlandgemeinden sind bemüht, etwas Anteil am Fremdenverkehr im Pfälzerwald zu erlangen. Die Naturfreunde und der Pfälzerwald-Verein unterhalten mehrere Berghütten. Am Clausensee, am Hundsweiher und im Schwarzbachtal gibt es Zeltplätze.

Vom Pfälzerwald-Verein wird ein weitläufiges Wanderwegenetz markiert, daneben gibt es auch mehrere ausgewiesene Mountainbike-Strecken. Besonders beliebt sind die schluchtartigen Täler mit Weihern und Quellen rund um Heltersberg sowie das Tal der Hirschalbe, die bei der Pulvermühle in die Moosalb einmündet.

In Heltersberg gibt es ein Bergbad, das im Jahr 2001 von Grund auf erneuert wurde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heimatmuseum der Ortsgemeinde. Abgerufen am 10. März 2019 (deutsch).