Pfarrkirche Längenfeld

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Pfarrkirche hl. Katharina

Pfarrkirche Hl. Katharina (2011)

Konfession: römisch-katholisch
Patrozinium: Katharina von Alexandrien
Weihejahr: 1352
Pfarrgemeinde: Pfarrkirche Längenfeld
Anschrift: Oberlängenfeld 22, 6444 Längenfeld

Koordinaten: 47° 4′ 18,8″ N, 10° 58′ 17,6″ O

Langhaus Richtung Chor (2011)

Die römisch-katholische Pfarrkirche Längenfeld steht im Hauptort Oberlängenfeld in der österreichischen Gemeinde Längenfeld im Ötztal in Tirol. Die unter dem Patrozinium der heiligen Katharina unterstellte Kirche gehört zum Dekanat Silz in der Diözese Innsbruck. Die Kirche und der Friedhof stehen unter Denkmalschutz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkundlich wurde die Kirche im Jahre 1303 erwähnt und 1352 geweiht. Der langgestreckte Kirchenbau im spätgotischen Kern wurde im Jahre 1518 umgebaut, vermutlich durch Jakob von Tarrenz. Die Erweiterung und Barockisierung erfolgte im Jahre 1690.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der an der Chornordseite stehende Kirchturm wurde mit einer Architekturmalerei im Jahre 1820 dreigeschossig gegliedert und besitzt im Glockengeschoss zwei spätgotische Schallfenster mit Masswerk auf jeder Seite. Sie trägt einen Giebelspitzhelm und in den Giebeln befindet sich je ein zweibahniges Masswerkfenster, darüber kielbogige Blendnischen mit Wappen. Beidseits des Turmes befinden sich Sakristeianbauten.

Das spätgotische Langhaus wurde im Jahre 1690 um zwei Joche auf sieben Joche erweitert, wobei die Strebepfeiler barockisiert wurden. Bei dem südöstlichen spätgotischen Strebepfeiler wurden die Jahresangabe 1518 und das Handwerkszeichen LOE beschriftet. An der Langhaussüdseite im sechsten Joch befindet sich eine Lichtnische mit den Handwerkszeichen Zange und Hufeisen. Im fünften Joch ist ein zugemauertes spätgotisches Portal, wo die Gewände mit überkreuzten Rundstäben ausgebildet wurden. Das spätgotische spitzbogige Portal der Westfassade wurde im Jahre 1518 erbaut und hat ein Gewände mit Birnstäben und Aststab, im Scheitel überkreuzt. Das Portal wurde im Jahre 1690 mit einer stuckierten Ädikularahmung umfasst und darüber mit einem Kreisfenster und einer Blendnische versehen. In der Westfassade befindet sich ein Fresko mit den Heiligen Ursula, Katharina und Barbara von Josef Anton Puellacher aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Das Langhausinnere ist mit barocken Wandpfeilern mit Gesimsen gegliedert. Beim Kanzelpfeiler ist noch ein Rest eines spätgotischen Runddienstes erhalten. Der leicht aus der Achse verschobene zweijochige Chor besitzt einen 3/8-Schluss und ist mit einem hohen rundbogigen Triumphbogen mit dem Langhaus verbunden. Der Chor und das Langhaus sind mit einer Rundtonnenwölbung mit spitzbogigen Stichkappen ausgestattet. Die dreiachsige zweijochige Westempore hat ein Kreuzgratgewölbe und trägt an den Graten Stuckbänder aus dem Jahre 1690. Die Gewölbemalereien in Langhaus und Chor wurden im Jahre 1852 von Josef Arnold hergestellt und stellen Medaillons, Engel, die vier Kontinente in Verehrung der Eucharistie, einen Disput der heiligen Katharina, die Enthauptung der heiligen Katharina und die Himmelfahrt der heiligen Katharina dar.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hochaltar stammt aus dem Jahr 1800. Das Altarblatt von Anton Franz Altmutter zeigt die Glorie der heiligen Katharina. Das linke Altarblatt stellt die Himmelfahrt Mariens vom Maler Johann Wörle dar und stammt aus dem Jahr 1767. Das rechte Altarblatt zeigt den heiligen Johann Nepomuk von Josef Arnold aus 1855. Die Figuren hl. Oswald, hl. Florian und zwei weibliche Heilige und im Auszug die Hl. Dreifaltigkeit stammen vom Bildhauer Franz Auer aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Apostelaltar im Langhaus wurde vom Tischler Kassian Götsch aus dem Jahre 1680 hergestellt und besteht aus drei Retabelgeschossen. Die Figuren wurden von Josef Witwer geschnitzt und das Altarbild Madonna zwischen Petrus und Paulus stammt vom Maler Josef Thenig. Die Kanzel mit einem dichten ornamentalen Schnitzwerk stammt vom Bildhauer Jakob Auer aus dem Ende des 17. Jahrhunderts und stellen die Figuren der vier Evangelisten am Kanzelkorb dar. Es gibt eine Figur des heiligen Johannes Nepomuk vom Bildhauer Josef Anton Renn aus dem Jahr 1762 und die Stationsbilder entstanden vom Maler Josef Gabl um 1852.

Die Orgel stammt von Franz Reinisch II. aus dem Jahre 1904.

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geläute der Pfarrkirche von Längenfeld umfasst sechs Glocken, davon wurden fünf in der Glockengießerei Grassmayr in Innsbruck und eine Glocke von der Glockengießerei Pfundner aus Wien gegossen. Die große Glocke musste aufgrund eines Sprunges der alten Glocke von 1949 im Jahre 2005 neu gegossen werden.

Die Stimmung der Glocken lautet:

des1 es1 f1 as1 b1 des2

Gießer:

Gl. 1 J. Grassmayr, Innsbruck (2005) Gl. 2 Pfundner, Wien (1961) Gl. 3–5 J. Grassmayr, Innsbruck (1949) Gl. 6 J. Grassmayr, Innsbruck (1921)

Bis zum Jahre 2010 wurden die Glocken der Pfarrkirche Längenfeld mit einem sehr hohen Läutewinkel (ca. 10 bis 11 Uhr) geläutet und es zählte zu den schönsten Hochschwung-Geläuten Tirols. Später wurde der Läutewinkel reduziert und so schwingen die Glocken heute bis auf etwa 8 Uhr.

Das Vollgeläute ist nur an den hohen Feiertagen zu hören.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Tirol 1980. Längenfeld. Pfarrkirche hl. Katharina, in Oberlängenfeld, S. 460–461.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sankt Katharina (Längenfeld) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien