St. Augustinus (Dettelbach)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Katholische Stadtpfarrkirche St. Augustinus in Dettelbach
Stadtpfarrkirche St. Augustinus, Türme

Die katholische Stadtpfarrkirche St. Augustinus im unterfränkischen Dettelbach am Main ging aus einer ehemaligen Ritterburg hervor. Markant für die Kirche, die man schon von weitem sehen kann, sind die beiden ungleichen Türme. Um in den großen Vierkantturm zu gelangen, muss man den kleineren Rundturm besteigen und über den hölzernen Übergang gehen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neugestalteter Innenraum
Blick auf die Orgel
  • Der große Vierkantturm stammt aus der Zeit um 1444.
  • Man begann mit dem Bau der Kirche am 11. August 1489.
  • 1503 wurde der Bau vollendet.
  • Der kleinere Rundturm wurde 1578/79 angebaut.
  • 1769–1774 wurde der Westchor aufgebaut.
  • 1886–1889 wurde der barocke Stil unter dem damaligen Stadtpfarrer Friedrich Roth für etwa 20.000 Mark durch den neugotischen Stil ersetzt. Die Kirche wurde kunstvoll gemalt, drei neue Altäre errichtet und am 22. September 1889 konsekriert.[1]
  • 1966/67 wurde die neugotische Überformung rückgängig gemacht, die Kirche umfangreich renoviert und ein Volksaltar errichtet. Die Umgestaltung erfolgte in zurückhaltenden, schlichten Formen nach Entwürfen von Hans Döllgast.[2] Dabei wurde der Kirchenraum auch nach Osten ausgerichtet. Der Künstler Carl Clobes schuf die modernen Glasfenster im Chorraum.[3]
  • 2009–2011 wurde im Zuge einer erneuten Renovierung die Raumgestaltung von Hans Döllgast komplett entfernt. Auch die Chorfenster von Karl Clobes wurden ausgebaut, bei der Gestaltung des neuen Windfangs aber wiederverwendet.[4] Die liturgischen Orte wurden neu gestaltet und vom Leipziger Maler Michael Triegel ein neuer Flügelaltar geschaffen.[5]

Neugestaltung von 2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zugang ist auf der Westseite. Im Eingangsbereich befindet sich eine gotische Skulptur des heiligen Sebastian. Er ist der Stadtpatron von Dettelbach. Ein breiter Gang führt zum Altar. Ein goldfarbener Radleuchter hängt von der Decke über dem Taufstein. Darauf folgt ein weiterer goldfarbener von der Decke abhängender zwölftürmiger Radleuchter. Das Flügelretabel im Altarbereich von Michael Triegel von 2010/11 zeigt in geöffnetem Zustand in realistischem Stil Szenen aus dem Leben des Augustinus: links erforscht Augustinus die Geheimnisse der Dreifaltigkeit, rechts studiert er die Paulusbriefe, in der Mitte ist der gealterte Augustinus von der göttlichen Liebe umhüllt. In geschlossenem Zustand zeigt das Retabel eine geschlossene grüne Tür in einer älteren Mauer, die in einen goldschimmernden Raum führt.[6]

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2013 erhielt die Kirche eine neue Orgel, da bei Renovierungsarbeiten festgestellt worden war, dass die bisherige Orgel in einem derart schlechten Zustand war, dass eine Reparatur nicht mehr sinnvoll erschien. Die neue Orgel wurde erbaut von der Firma Franz Heissler GmbH aus Bad Mergentheim-Markelsheim. Dabei wurde das Material eines Instruments verwendet, das zuvor im Kilianeum zu Würzburg stand und dort nicht mehr gebraucht wurde.[7]

Disposition[8]
I Hauptwerk C–g°
1. Principal 8′
2. Gamba 8′
3. Koppelflöte 8′
4. Octav 4′
5. Spitzflöte 2′
6. Mixtur 4fach 11/3
7. Trompete 8′
II Schwellwerk C–g°
8. Holzgedackt 8′
9. Rohrflöte 4′
10. Principal 2′
11. Quinte 1⅓′
12. Sesquialter 2fach 2⅔′
Tremulant
Pedal C–f
13. Subbass 16′
14. Principalbass 8′
15. Nachthorn 4′
16. Posaune 16′
17. Trompete 8′

Geläute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Name Jahr Durchmesser Masse Schlagton Inschrift
1. Dreifaltigkeit, Maria,
Petrus und Paulus, Augustinus und Sebastian
1725 1480 mm > 2000 kg c' In honorem SS: Trinitatis B. M. Virginis natae SS. Apostolorum Petri et Pauli SS. Augustini et Sepastiani im 1725. Iahr da Herr Ich Michael Wegler Pfarrer und Herr Ich: Carl. Ebe.l.in Keller war dann Herr Ich Michael Schumann das Burgermeisterambt genoss mich Ich Adam Poth in Wurzb. coss. – Dissipo – Fulmina | Conjungo – Christicolaas | Planco – Funera | Denuntio – Festa | Mando – Preces -
(Zu Ehren der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, der seligen Jungfrau Maria, der heiligsten Apostel Petrus und Paulus, der Heiligen Augustinus und Sebastianus… | Ich zerstreue die Blitze, ich versammle die Gläubigen, ich beklage die Leichenbegräbnisse, ich verkünde die Feste, ich übermittle die Gebete)
Wurde im Glockenfriedhof zu Hamburg 1947 gefunden und zurückgebracht.
2. Hl. Sebastian 1954 1250 mm 1225 kg e' Hl. Sebastianus Erhalte unserer Stadt Dettelbach Glauben und Frieden! Im Marianischen Jahr 1954
3. Hl. Augustinus 1952 1040 mm 695 kg g' Im Kriege verloren, durch Wohltaten geboren! Dettelbach 1952
4. Hl. Sebastian 1926 930 mm 500 kg a' Hl. Sebastianus Bitte für unsere Stadt und alle ihre Bewohner – :Eugen Fleischer, Kirchenpfleger 1926
5. 1949 730 mm 240 kg cis’ Gestiftet von den Bürgern der Stadt Dettelbach 1949 – Frieden den Menschen auf Erden

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Augustinus (Dettelbach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten sind aus einer gefundenen Urkunde von 1889 entnommen
  2. Bayerische Akademie der Schönen Künste, Technische Universität München Architektursammlung: Süddeutsche Bautradition im 20. Jahrhundert: Architekten der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Kastner & Callwey, 1985, ISBN 978-3-7667-0771-0 (google.de [abgerufen am 21. Mai 2018]).
  3. Uta Graba: Karl Clobes. Abgerufen am 21. Mai 2018.
  4. Es bröckelt unterm Kirchendach. In: mainpost.de. 26. Juni 2009 (mainpost.de [abgerufen am 21. Mai 2018]).
  5. Angaben auf der Seite der Galerie Schwind, abgerufen am 12. September 2012
  6. Jürgen Lenssen: St. Augustinus Dettelbach. In: Neugestaltete Kirchen im Bistum Würzburg, Würzburg 2014. (Faltblatt).
  7. inFranken.de, 2. Mai 2013
  8. Website Heissler-Orgeln

Koordinaten: 49° 48′ 8,5″ N, 10° 9′ 42,2″ O