Pferdehaltung

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Historischer Stuten-Laufstall in Marbach, Fenster über Kopfhöhe, damit sich die Pferde nicht am Glas verletzen
Heuernte mit Rheinischen Kaltblütern, Schloss Wickrathum 1900
Erntewagen mit Stroh, 1972
Tränke

Pferdehaltung umfasst die Haltung von Pferden, Ponys, Maultieren und Eseln in menschlicher Obhut. Die Equiden benötigen entsprechende Fürsorge für eine gute Gesundheit und ein langes Leben.

Hauspferde benötigen Heu als Grundfutter, bei Bedarf Kraftfutter, Wasser, einen hellen, kühlen, luftigen aber Zugluft-freien Stall mit Einstreu, Kontakt zu anderen Pferden und Bewegung. Zusätzlich ist Weidegang, oder auch ein Paddock angebracht. In der Pferdehaltung müssen den Bedürfnissen des Pferdes und den Möglichkeiten des Pferdehalters Rechnung getragen werden.[1]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In freier Natur ist ein Pferd bis zu 16 Stunden am Tag – meist zur Nahrungsaufnahme – in Bewegung und legt dabei 30–40 km zurück. Das Pferd ist ein Lauf- und Fluchttier. Da dieser Bewegungsbedarf allein über den Reit- und Fahrsport bzw. das Training meist nicht gedeckt werden kann, sollte möglichst viel Gelegenheit zur selbständigen Bewegung gegeben werden.

Pferde sind ausgeprägte Herden- bzw. Gruppentiere. Jedes Pferd braucht die Möglichkeit, Sozialkontakte mit Artgenossen aufzunehmen. Bei jeder Haltungsform ist auf das soziale Gefüge und die Verträglichkeit der Pferde untereinander Rücksicht zu nehmen. Dies gilt auch für rasse-, alters- und geschlechtsspezifische Unterschiede.[2]

Das Pferd ist auf ein Leben unter freiem Himmel eingestellt und benötigt frische, staubfreie Luft, Licht und artgerechtes Futter. Staub ist das größte Problem für die empfindlichen Atmungsorgane des Pferdes. Zur Erhaltung eines ausgeglichenen Nervenkostüms und wacher Sinne braucht das Pferd ein Mindestmaß an Abwechslung. Ideal ist hier ein freier Ausblick, der das Interesse an der Umgebung erhält, ohne Stress zu verursachen. Pferde benötigen eine Unterstellstellmöglichkeit, die Schatten spendet und vor Wetterunbilden schützt.

Pferde benötigen viel Raufutter (Grundfutter) für eine gesunde Verdauung. Da das Pferd einen verhältnismäßig kleinen Magen hat, muss über den Tag verteilt genügend Futter in kleineren Mengen verfügbar sein. Als Faustregel bei Stallhaltung gilt Raufutter vor Kraftfutter, mindestens dreimal täglich. Diese Bedürfnisse des Pferdes müssen berücksichtigt werden, um das Pferd gesund zu erhalten. Pferde müssen hinreichend Zugang zu einwandfreiem Wasser haben.

Aus praktischer Sicht ist es wünschenswert, dass Pferde für Tierarzt und Hufschmied zugänglich sind. Licht, Strom- und (frostfreier) Wasseranschluss in Fußnähe werden zumeist benötigt. Zudem soll die Unterbringung des Pferdes mit angemessenem Kostenaufwand möglich sein.

Das deutsche Tierschutzgesetz verlangt, dass Tiere ihrer Art und Bedürfnissen entsprechend angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden.[3]

Stallbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Sicht der wirtschaftlichen Betriebsführung ist ein günstiges Verhältnis aus Einnahmen und Kosten anzustreben. Dazu kann es beispielsweise von Vorteil sein, wenn Ausmisten und Einstreuen mit maschineller Hilfe möglich ist und Füttern und Tränken einen geringen Zeitaufwand erfordert.

Infrastruktur für Pferdesport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Reiten empfiehlt sich ein beleuchteter Allwetter-Reitplatz oder eine Reithalle und ein gutes Ausreitgelände, zum Longieren ein Longierzirkel oder eine Longierhalle. Für das Fahren sind erlaubte Wege abseits des Strassenverkehrs, oder auch ein Fahrviereck von Vorteil. Für die Vielseitigkeit ist eine Geländestrecke, für Rennpferde eine Rennbahn und für Polo ein Polospielfeld geeignet. Die meisten Reiter verbringen einen erheblichen Teil ihrer Freizeit beim Pferd und suchen daher auch nach Möglichkeiten, dort ihre Sozialkontakte zu pflegen (gemeinschaftliches Ausreiten, Reiterstübchen).

Haltungsformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ständerhaltung/Anbindehaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historischer Pferdestall im Gestüt Lipica, Slowenien (die Pferde stehen hier zeitweilig, um für die Kutsche vorbereitet zu werden)

Vor der Motorisierung waren Bauernhöfe, Forste und Betriebe auf die Arbeitskraft des Pferdes angewiesen. Sie konnten ihren Pferden jedoch oft nicht viel Platz bieten. Daher war damals die Ständerhaltung normal. Das Pferd hatte lediglich Platz zum Stehen und Ablegen und war in seinem Ständer angebunden. Es konnte sich nicht drehen oder umherlaufen.

Früher wurden Pferde als Arbeitstiere täglich einige Stunden eingesetzt und hatten dadurch ein wesentlich höheres Maß an Bewegung. Heutzutage aber werden Pferde in der Regel als Freizeitpartner gehalten. Viele Pferde bekommen heute nur eine Stunde Bewegung unter dem Reiter. Für Pferde, die so wenig bewegt werden, ist Ständerhaltung nicht artgerecht. Diese Haltungsform wird daher kritisch betrachtet. Die Ständerhaltung ist in den meisten Bundesländern heute verboten.[4] In der Schweiz ist dauerhafte Ständerhaltung, länger als drei Wochen, verboten[5] Man kann in einigen, insbesondere historischen, Gestüten zur Demonstration noch Beispiele für Ständerhaltung finden. In aller Regel stehen diese Pferde nicht mehr ständig in Ständern.

Laufstallhaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laufstall zur Fohlenaufzucht
Laufstall in einem Stallzelt

Ein Laufstall ist ein großer Stall, den eine Pferdegruppe gemeinsam nutzt.

Boxenhaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pferde in Boxen

Üblicherweise sind Pferdeställe heute in Boxen aufgeteilt. In diesen Boxen halten sich die Pferde teils tagsüber, vor allem aber auch nachts auf. Wichtig ist, dass die Box groß genug ist. Als Faustregel und empfohlen durch die Deutsche Reiterliche Vereinigung gilt, dass die Größe der Box mindestens der doppelten Widerristhöhe des Pferdes im Quadrat entsprechen sollte. In Zahlen kann man sagen, dass eine Box für Großpferde ca. 3,5 × 3,5 m sein sollte. Generell sollte jedes Pferd 35 m³ Luft zur Verfügung haben. Ist dies nicht der Fall, kann dies zu einer bedenklichen Sauerstoffarmut im Stall führen, die für die Pferde – vor allem für die noch sehr empfindlichen Fohlen – problematisch werden kann. Legt man die empfohlene Boxengröße zu Grunde, entspräche das einer Stallhöhe von ca. 3 m. Grundsätzlich müssen die Wände des Stalls glatt sein und dürfen keine Verletzungsrisiken bergen.

Pferde sind ausgeprägte Herdentiere und vereinsamen, wenn sie separiert gehalten werden. Daher sollten die Boxen im Normalfall nicht geschlossen sein. Die Beplankung der Trennwände, Fronten und Türen endet etwa auf Brusthöhe und geht in Gitterstäbe über, sodass die Pferde sich untereinander sehen, hören und riechen können. Wenn Wände und Fronten aus Gitterstäben bestehen, muss darauf geachtet werden, dass die Abstände zwischen den Gitterstäben müssen so gestaltet sein, dass weder die Hufe des Pferdes noch sein Kopf dazwischen passen.

Zu einem modernen und vollständigen Reitstall gehören Weideflächen, auf denen die Pferde sich in der Weidesaison – etwa Mitte April bis Ende Oktober – frei bewegen und grasen können. In der Regel geschieht das nach den Vorgaben des Stallbesitzers oder Pferdehalters und entsprechend den Witterungsverhältnissen stunden-, halbtagesweise oder auch Tag und Nacht. Für die restliche Zeit des Jahres sollten Paddocks zur Verfügung stehen, um den Pferden auch im Winter zumindest eine eingeschränkte freie Bewegung zu ermöglichen.

Die Boxenhaltung ist eine von mehreren verschiedenen Haltungsformen. Sie ist am häufigsten in turniersportorientierten Reitanlagen zu finden, aber auch in Vereinsanlagen und Pensionsställen, in denen auf verschiedene Bedürfnisse und Anforderungen eingegangen werden muss.

Paddockboxenhaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Paddockbox ist eine Einzelbox mit einer direkt angeschlossenen, umzäunten Außenfläche, dem Paddock, das meistens so breit ist wie die Box.[6] Das Pferd kann zwischen seinem Paddock und dem Stall hin- und hergehen. An einem Stalltrakt können mehrere Paddockboxen nebeneinander liegen und die Pferde haben die Möglichkeit, soziale Kontakte mit anderen Pferden über den Zaun hinweg zu pflegen und im Innenbereich in Ruhe zu fressen.[7] Je nach Größe und Bodenbelag des Paddocks bietet diese Haltung nicht unbedingt viel Bewegungsmöglichkeiten, aber die Pferde können am Stallgeschehen intensiver teilhaben. Der Umbau von Einzelboxen zu Paddockboxen ist einfach und für das Pferd ein Gewinn.[8]

Boxenstall mit Paddocks

Der Innenbereich einer Paddockbox wird mit Einstreu versehen (Stroh, Späne etc.) und dient dem Pferd als Rückzugsmöglichkeit, als Liegefläche sowie als Schutz vor Sonne und Insekten. Er ist vom Außenbereich meist durch eine Boxentür und/oder durch einen Lamellenvorhang als Insektenschutz abgetrennt. Bei einem kleinen Außenbereich ist es ratsam, den Boden zu befestigen. Größere Ausläufe können aber auch mit Sand, Holzhackschnitzeln oder ähnlichem ausgelegt sein.[9] Die Vorteile einer Paddockbox sind mehr soziale Interaktion mit anderen Pferden, ein größerer Bewegungsraum und eine erhöhte Reizanflutung der Sinne Sehen, Hören und Riechen durch das Umfeld und dass das Pferd jegliche Wetterbedingungen genießen oder sich vor ihnen schützen kann.

Es gibt Systeme, bei denen mit wenigen Handgriffen die einzelnen Paddocks in einen großen zusammenhängenden Paddock umgestaltet werden können. Dies kann vorteilhaft bei der maschinellen Reinigung der Paddocks sein. Andererseits kann das nun große Paddock als Gruppenpaddock genutzt werden.

Die Zäune zwischen den einzelnen Paddocks sollten keine Elektrozäune sein, da die Pferde dann nicht die Möglichkeit haben, die sozialen Kontakte über den Zaun hinweg auszuüben. Das Pferd würde wahrscheinlich einen Stromschlag bekommen und den Kontakt zum Nachbarpferd meiden. Eine Paddockbox kann den täglichen Weidegang oder Auslauf auf einem größeren Paddock in der Gruppe nicht ersetzen, da der Sozialkontakt auch bei individuellen Paddoks eingeschränkt ist.

Offenstallhaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offenstall bei Glessen

In der Offenstallhaltung steht allen Pferden einer Gruppe ein überdachter Bereich als Witterungsschutz zur Verfügung, häufig mit Fressständern, Futterkrippen oder Heuraufen und einer Selbsttränke, die von den Pferden jederzeit aufgesucht werden können. Dem Offenstall angeschlossen liegen die Weiden oder Ausläufe. Im Unterschied zu Boxen werden Offenställe in der Regel nicht eingestreut, sondern es muss täglich (auch im Auslauf) der Mist abgesammelt werden. Das Pferd kann sich zwischen dem geschützten Stallbereich und dem offenen Außenbereich hin und her bewegen. Diese Haltungsform orientiert sich, wenn genügend Weideflächen vorhanden sind, an den Bedürfnissen des Pferdes. Sie verlangt dem Besitzer jedoch entsprechenden Arbeits- und Zeitaufwand ab.

Gruppenauslaufhaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wird eine ganze Pferdeherde auf der Weide mit Offenstall gehalten, entspricht dies der Gruppenauslaufhaltung. Die Anlage besteht aus Laufstall, befestigtem Auslauf und Weide. Die drei Bereiche bilden eine Einheit, in der sich die Pferde als Gruppe (ab etwa 10 Pferde) bzw. als Herde frei bewegen können und uneingeschränkten Kontakt zueinander haben.

Paddock Trail[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei dem Paddock-Trail-Konzept wird um die zur Verfügung stehende Fläche ein etwa fünf bis sechs Meter breiter eingezäunter Pfad angelegt, auf dem sich die Pferde frei bewegen können. Damit sie dies auch tun, wird Infrastruktur über den Pfad verteilt: beispielsweise mehrere Heuraufen, ein sandiger Platz zum Wälzen, Salzleckstein, Kratzbürste, Wasserstelle und Unterstand. Es kann auch eine Wasserfurt oder Pferdeschwemme in den Pfad integriert werden. Die Infrastruktur (überdachte Heuraufen, Wasserwagen, Unterstand) kann so aufgestellt werden, dass sie auch von den innenliegenden Koppeln aus zugänglich sind. Auf diese Weise soll das natürliche Bewegungsverhalten von Wildpferden simuliert werden und die Pferde zu mehr eigenständiger Bewegung veranlasst werden.[10]

Weidehaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pferde auf der Weide
Pferde auf der Weide
Hauptartikel: Weide (Grünland)

Pferde können als Herde oder Kleingruppe auf hinreichend großen, meist wechselnden Weideflächen – mindestens ein Hektar je Pferd, wenn möglich das Doppelte[11], um Überweidung zu vermeiden – ganzjährig draußen gehalten werden. Bei feuchtem Wetter wird die Grasnarbe durch die Pferdehufe stark belastet und beschädigt, der Boden wird schnell schlammig. Deshalb werden Pferde bei solchem Wetter meistens im Stall gehalten. Im Gegensatz zum Paddock sind die Weiden meist weiter entfernt vom Stall.

Schutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pferde benötigen auf der Weide Schutz vor Wind und Sonne, sowie Zugang zu frischem Wasser, wenn sie zum längeren Aufenthalt geeignet sein soll. Als natürlicher Schutz kann eine größere Baumgruppe oder eine windgeschützte, schattige Senken dienen. Andernfalls muss ein Unterstand oder eine festere Weidehütte mit ausreichend Platz für alle Pferde errichtet werden. Pferde ziehen sich nicht nur bei Gewitter, starkem Regen oder heftigen Winden dahin zurück, sondern auch bei großer Hitze. Oftmals werden fahrbare Weidehütten auf die Weide gestellt. Wenn die Pferde auf eine andere Weide umgekoppelt werden, weil die Weide vollständig abgefressen wurde, zieht die fahrbare Weidehütte mit den Pferden um. Als Einzäunung wird meist ein Elektrozaun verwendet.

Wasser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pferde können bei einer ganztägigen Weidehaltung ca. 60 % des Flüssigkeitsbedarfs über die Aufnahme von Gras decken. Da Pferde, je nach Größe und Futterverfügbarkeit, zwischen 20 und 60 Liter Wasser pro Tag benötigen, müssen Pferdekoppeln zusätzlich mit Wasserquellen in Form von Selbsttränken oder Wasserbehältern ausgestattet werden. Dabei ist darauf zu achten, dass mehrere Tränkestellen verfügbar sind, sodass auch rangniedere Herdenmitglieder Zugang zu Wasser haben[12].

Weidepflege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pferdeweiden müssen gepflegt werden. Die Flächen müssen im Frühjahr geschleppt[13] und gewalzt werden, ggf. nachgesät und nachgemäht werden. Aus weidehygienischen Gründen (Parasiten) empfiehlt sich auch ein wechselweiser Besatz mit Rindern und Pferden. Die Koppeln müssen regelmäßig auf eingeflogene oder eingeschleppte Giftpflanzen, wie z. B. das Jakobskreuzkraut, geprüft werden[14]. Diese müssen beseitigt werden, da einige Giftpflanzen sogar lebensbedrohlich für Pferde sein können und manche Pferde unerfahren bei der Futtersuche sind. Gefährlich sind auch Bergahörner in der Nachbarschaft, deren Samen, Keimlinge und Blätter tödlich sein können[15]. Kot sollte man [16] mindestens wöchentlich absammeln.

Robusthaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Robusthaltung hat das einzelne Pferd keinen Stallplatz. Für kranke Pferde stehen eventuell Stallplätze zu Verfügung. Die Tiere sind rund um die Uhr ganzjährig auf der Weide.

Pensionspferdehaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pensions- und Ausbildungsstall in Schleswig-Holstein

Pensionspferde werden im Pferdebetrieb gegen ein vereinbartes Entgelt gehalten. Pensionspferdehaltung ist mehrheitlich eine Dienstleistung im ländlichen Raum. Der Haltung von Reitpferden kommt hier die größte Bedeutung zu. Daneben können aber auch Gnadenbrotpferde, rekonvaleszente Pferde, Mutterstuten zum Abfohlen und Jungpferde in Pension genommen werden. Bei einem Pensionsstall sind ein geregelter Ablauf und möglichst keine Streitigkeiten unter den Pferdebesitzern angestrebt.

Pensionspferdehaltung wird beeinflusst durch die Ansprüche der Kunden, die Betriebsgröße, Haltungsform, das Angebot für Reiter und Pferd und die Übernahme von Diensten wie Füttern, Misten und Einstreuen. Die Kostenrechnung erfolgt sinnvollerweise als Vollkostenrechnung.

Kostenrelevant sind folgende Angebotssituationen:

  • Stallplatz, Box, Aktivstall oder Laufstall, notwendigem Nebenraum Futter- und Sattelkammer, Paddock bzw. Weidegang
  • Zusätzliche Lieferung von Futtermitteln durch den Betrieb
  • Füttern, Misten, Einstreuen und Tierbeobachtung durch den Betrieb
  • Bereitstellung und Pflege von Reitplatz, Reithalle, Führanlage, Laufband etc.
  • Angebot von Reitunterricht und/oder Beritt von Pferden

Der Pensionspferdehalter wird im Sinne des BGB als Tieraufseher tätig (siehe Tierhalterhaftung). Er ist deshalb – ebenso wie der Tierhalter – für Schäden, durch ein Pferd verursacht, ersatzpflichtig, wenn er nicht nachweisen kann, dass er mit seiner Aufsicht die im Verkehr erforderliche Sorgfalt hat walten lassen bzw. dass der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden wäre (§ 834). Die Haftung des Pensionspferdehalters ist sehr umfassend und wird nicht durch die normale Betriebshaftpflicht abgedeckt. Viele Versicherer bieten deshalb gesonderte Tierhüter-Haftpflichtversicherungen an. Eine Deckungssumme von mindestens 1,5 Mio. € pauschal gilt als angemessen. Schäden am eingestellten Pferd müssen separat versichert werden. Sie werden nur reguliert, wenn der Tierhüter für diese Schäden haftbar gemacht werden kann. Um das Haftungsrisiko zu reduzieren, sollte mit jedem Einsteller ein Einstellungsvertrag abgeschlossen werden. Dieser Vertrag dokumentiert, welche Leistungen der Pensionsbetrieb übernimmt. Ferner bietet er die Möglichkeit, die Haftung für Schäden am eingestellten Pferd auf die Versicherungssumme oder auf einen festen Betrag zu begrenzen.[17]

Der Pensionspferdehalter ist außerdem verpflichtet, den Betrieb und die Zahl der Pferde bei der Tierseuchenkasse zu melden und die anfallenden Beiträge zu zahlen, die von Bundesland zu Bundesland variieren können. Der Einsteller sollte dies abfragen, da die Tierseuchenkasse die Tierkörperbeseitigung übernimmt, wenn ein Pferd stirbt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hürden auf dem Weg zum Pferd, [Beobachter (Zeitschrift)|Beobachter]
  2. Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten (Memento vom 23. März 2010 im Internet Archive)
  3. Deutsches Tierschutzgesetz § 2
  4. Deutscher Tierschutzbund zur Ständerhaltung von Pferden (Memento vom 17. Mai 2007 im Internet Archive)
  5. Dürfen Pferde angebunden gehalten werden?, Gieri Bolliger, 27. Januar 2017, Bündner Woche
  6. Romo Schmidt: Pferde artgerecht halten. 2011, ISBN 978-3-275-01773-7, S. 42.
  7. Gerlinde Hoffman: Orientierungshilfen Reitanlagen- & Stallbau. 2009, ISBN 978-3-88542-740-7, S. 61.
  8. Dietbert Arnold: Das Leben in der Einzelbox. In: Cavallo Basic: Weide und Stall – so leben Pferde artgerecht. 2012, ISBN 978-3-613-30697-4.
  9. Romo Schmidt: Pferde artgerecht halten. 2011, ISBN 978-3-275-01773-7, S. 42.
  10. Paddocktrail, Offenstallkonzepte.com
  11. Pferde in der Landschaftspflege, hrsg. v. Ministerium f. Ernährung u. ländlichen Raum, Baden-Württemberg
  12. Richtlinien für Reiten und Fahren, Band 4, Haltung, Fütterung, Gesundheit und Zucht, Warendorf 2010, S. 214f, ISBN 978-3-88542-284-6
  13. Darüberziehen eines eggeähnlichen Instrumentes, der Weidenhexe mit Raktor oder Pferd, siehe UNI Karlsruhe
  14. Gerlinde Hoffmann, Deutsche Reiterliche Vereinigung: "Orientierungshilfen Reitanlagen- & Stallbau", Warendorf 2009, S. 160f, ISBN 978-3-88542-740-7
  15. http://www.pferdeklinik-kottenforst.de/index.php/news/63-atypische-weidemyopathie Artikel der Klinik Kottenforst zur Atypischen Weidemyopathie, abgerufen am 2. Jan 2018
  16. http://www.lehrer.uni-karlsruhe.de/~za433/weide.html#apfel Artikel der UNI Karlsruhe zur Pferdehaltung, abgerufen am 2. Jan. 2018
  17. Landwirtschaftskammer NRW „Vielfalt vom Hof“, Kap. 4.7.5. von Heinrich Brune/Erik Humbert „Pensionspferdehaltung“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]