Pfitscher Joch

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Pfitscher Joch
Pfitscher Joch von der österreichischen Seite

Pfitscher Joch von der österreichischen Seite

Himmelsrichtung Süd Nord
Passhöhe 2246 m ü. A.
Region Provinz Südtirol, Trentino-Südtirol, Italien Bundesland Tirol, Österreich
Wasserscheide Pfitscher Bach Zamser Bach
Talorte St. Jakob im Pfitsch Dornauberg
Ausbau Passstraße Fußweg
Sperre für motorisierte Fahrzeuge
Gebirge Zillertaler Alpen
Profil
Denzel-Skala SG 3
Ø-Steigung 5,8 % (806 m / 14 km) 6,3 % (1261 m / 20 km)
Karte (Südtirol)
Pfitscher Joch (Südtirol)
Pfitscher Joch
Koordinaten 46° 59′ 42″ N, 11° 39′ 37″ OKoordinaten: 46° 59′ 42″ N, 11° 39′ 37″ O
Pass von der italienischen Seite

Das Pfitscher Joch (ital. Passo di Vizze) ist ein 2246 m ü. A. hoher Talübergang über den Alpenhauptkamm vom Österreichischen Zamser Grund im hinteren Zillertal ins Südtiroler Pfitscher Tal, das ein Seitental des Eisacktales ist. Das Pfitscher Joch liegt östlich des Brennerpasses in den Zillertaler Alpen. Am Joch verläuft die österreichisch-italienische Staatsgrenze. Dieses Joch ist der drittniedrigste Übergang von Nord- nach Südtirol.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nahe am Joch auf italienischer Seite liegt das Pfitscher-Joch-Haus.

Auf österreichischer Seite führt ein Weg vom Schlegeisspeicher durch den Zamser Grund zur Lavitzalm und weiter zum Joch. Der etwa sechs Kilometer lange Weg ist für Wanderer und Radfahrer passierbar, wobei Fahrräder - vor allem bergauf - abschnittsweise getragen werden müssen.

Das Pfitscher Joch ist wichtiger Passübergang für Mountainbiker, die sich auf einer Transalp-Tour befinden.

Die italienischen Seite kann über einen Fahrweg erreicht werden. Dieser ist ab der vierten Kehre für motorisierte Fahrzeuge gesperrt. Ab dort dauert der Aufstieg zu Fuß ungefähr eine Stunde. Bei der dritten Kehre zweigt der Weg zum Hochfeiler ab. Der Fahrweg führt über die Grenze hinaus bis zur Lavitzalm auf österreichischem Gebiet.

Geschichte, Archäologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2012 forschen Archäologen der Universität Innsbruck am Pfitscherjoch. Nachweislich wird das Joch seit etwa 9000 Jahren von Menschen begangen. Die ältesten Funde (beidseits des Jochs) sind drei mittelsteinzeitliche Jägerlager aus dem 8. bis 6. Jahrtausend v. Chr: Feuerstellen und auch Bergkristall- und Feuersteingeräte. Mineraliensucher haben auf 2900 m Seehöhe, oberhalb der Olpererhütte nahe[1] dem Pfitscherjoch im Zillertal ein einzigartiges Steinbeil aus klarem Bergkristall gefunden, es wird auf 4000 Jahre alt, Ende Jungsteinzeit, Anfang Bronzezeit datiert und ist (Stand August 2016) im Vorarlberg Museum in Bregenz zu sehen. Im 7. Jahrhundert n. Chr. wurde in großem Maßstab auf der Nordtiroler Seite Lavez (Speckstein) abgebaut und bearbeitet.[2]

Höhenangabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Höhenangabe ist uneinheitlich, auf österreichischen und Südtiroler Karten wird meist 2246 m angegeben.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pfitscher Joch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Luftlinie etwa 5½ km
  2. Beil aus Bergkristall als Sensation, orf.at, 16. August 2016, abgerufen 16. August 2016.