Pflegeeltern

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Artikel Pflegeeltern, Pflegekind und Pflegeverhältnis überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zusammenzuführen (→ Anleitung). Beteilige dich dazu an der betreffenden Redundanzdiskussion. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz und vergiss nicht, den betreffenden Eintrag auf der Redundanzdiskussionsseite mit {{Erledigt|1=~~~~}} zu markieren. Liliana 20:45, 11. Mär. 2016 (CET)
Deutschlandlastige Artikel Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Pflegeeltern bezeichnet volljährige Personen, die vorübergehend oder dauerhaft Kinder anderer Eltern (Pflegekinder) aufnehmen.

Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung Eltern ist hierbei historisch geprägt; seit dem Ende des 20. Jahrhunderts können auch Alleinstehende sowie gleichgeschlechtliche Paare als Pflegeeltern Kinder aufnehmen.[1] Voraussetzung ist im Wesentlichen der Nachweis einer allgemeinen und fallbezogenen Eignung für die Aufgabe. Die Inpflegegabe der Kinder kann sowohl privat als auch durch das örtliche Jugendamt erfolgen.

Nach einem Urteil des Amtsgerichts München sind miteinander verpartnerte homosexuelle Paare seit dem 5. August 2016 berechtigt, als Pflegeeltern die Vormundschaft für Kinder und Jugendliche auch gemeinsam auszuüben; bis zu diesem Zeitpunkt hatte eine gesetzliche Regelungslücke bestanden und dies verhindert.[2]

Aufgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Pflegeverhältnis kann in verschiedenen Formen vorliegen, angefangen bei unterstützenden Besuchen bis hin zur Vorbereitung einer rechtlichen Adoption. In jedem Fall ist die Bereitschaft notwendig, sich auf die Besonderheiten des Einzelfalls (des Kindes mit allen Beteiligten) einzulassen. Dies ist nicht immer einfach, da regelmäßig soziale, moralische und/oder perspektivische Differenzen zwischen den Beteiligten (Pflegekind, Herkunftseltern, Jugendamt, Pflegeeltern) vorliegen.

Ausübung der elterlichen Sorge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die elterliche Sorge verbleibt auch bei einem Pflegeverhältnis bei den leiblichen Eltern, sofern das Sorgerecht nicht nach § 1666 BGB entzogen und auf einen Vormund übertragen wurde. Allerdings haben die Pflegeeltern, wenn das Pflegeverhältnis längerfristig angelegt ist, nach § 1688 BGB die Entscheidungsbefugnis in Angelegenheiten des täglichen Lebens des Kindes. Sie sind berechtigt, das Arbeitsentgelt eines Minderjährigen zu verwalten sowie Unterhalts-, Versicherungs-, Versorgungs- und sonstige Sozialleistungen für das Kind geltend zu machen und zu verwalten (beispielsweise Kindergeld). Das Familiengericht kann eine andere Regelung treffen. Bei Streitigkeiten zwischen Pflegeperson und Sorgeberechtigtem soll das Jugendamt gemäß § 38 SGB VIII vermitteln.

Kranken- und Rentenversicherung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pflegekinder können in der gesetzlichen Krankenversicherung der Pflegeeltern kostenfrei mitversichert werden (Familienversicherung, § 10 Abs. 4 SGB V). Stirbt ein Pflegeelternteil, hat das Kind daraus Ansprüche auf Waisenrente (§ 48 Absatz 3 SGB VI).

Pflegekinder in Dauerpflege sind bei der Riester-Rente leiblichen Kindern gleichgestellt, Pflegeeltern können für diese Kinder die Riester-Förderung beantragen. Eine Pflegemutter, die durch eigene Berufstätigkeit oder ähnliches keinen eigenen Anspruch auf Riester-Förderung hat, ist während der ersten drei Lebensjahre des Pflegekinds (also während der Erziehungszeit der gesetzlichen Rentenversicherung) durch das Pflegekind förderberechtigt.

In der gesetzlichen Rentenversicherung steht der Pflegemutter die verbleibende Kindererziehungszeit zu, bei Inobhutnahme ab Geburt also die volle Erziehungszeit, bei späterer Inobhutnahme die volle Erziehungszeit abzüglich der Erziehungszeit der leiblichen Mutter.

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2005 wurden in Deutschland 8.725 Kinder in Vollzeitpflege an nichtverwandte Personen vermittelt.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Monika Nienstedt, Arnim Westermann: Pflegekinder. 5. Auflage. Votum, Münster 1998, ISBN 3-407-55909-7.
  • Herbert Riedle, Barbara Gillig-Riedle, Katrin Ferber-Bauer: Pflegekinder. Alles, was man wissen muss. TiVan, Würzburg 2008, ISBN 978-3-9808660-4-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Portal: PFAD. Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien e. V.
  • Portal: BAG KiAP. Bundesarbeitsgemeinschaft für Kinder in Adoptiv- und Pflegefamilien e. V.
  • Portal: Moses Online. Henrike und Jens-Holger Hopp (zum Thema Pflegekinder und Adoption).
  • Portal/Forum: Internetzeitschrift „Forum“. Landesverband für Kinder in Adoptiv- und Pflegefamilien in Schleswig-Holstein e. V.
  • Portal/Forum: Pflegeeltern.de. Private Initiative (von Pflegeeltern für Pflegeeltern).
  • Portal/Forum: Pflegeelternnetz.de. Pflegeelternnetz GbR.
 Wiktionary: Pflegeeltern – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Meldung: Pflegekinder. In: taz.de. 2. November 2006, abgerufen am 5. Dezember 2013.
  2. Rechte von Homosexuellen: Gericht spricht Pflegemüttern Vormundschaft zu. Spiegel online vom 5. August 2016
Rechtshinweis Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!