Pforzen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Pforzen
Pforzen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Pforzen hervorgehoben

Koordinaten: 47° 56′ N, 10° 37′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Ostallgäu
Verwaltungs­gemeinschaft: Pforzen
Höhe: 656 m ü. NHN
Fläche: 23,7 km2
Einwohner: 2321 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 98 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87666
Vorwahl: 08346
Kfz-Kennzeichen: OAL, FÜS, MOD
Gemeindeschlüssel: 09 7 77 158
Gemeindegliederung: 5 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstr. 7
87666 Pforzen
Website: www.pforzen.de
Bürgermeister: Herbert Hofer (CSU/Freie Wählergem.)
Lage der Gemeinde Pforzen im Landkreis Ostallgäu
ÖsterreichKempten (Allgäu)Landkreis OberallgäuKaufbeurenLandkreis AugsburgLandkreis UnterallgäuLandkreis Garmisch-PartenkirchenLandkreis Weilheim-SchongauLandkreis Landsberg am LechRettenbach am AuerbergWestendorf (Landkreis Ostallgäu)Wald (Schwaben)Waal (Schwaben)UntrasriedUnterthingauHalblechStöttwangStötten am AuerbergSeegSchwangauRückholzRuderatshofenRoßhauptenRonsbergRieden (bei Kaufbeuren)Rieden am ForggenseePfrontenPforzenOsterzellOberostendorfObergünzburgNesselwangMauerstettenMarktoberdorfLengenwangLechbruck am SeeLamerdingenKraftisriedKaltentalJengenIrseeGünzachHopferauGörisriedGermaringenFüssenFriesenriedEisenberg (Schwaben)EggenthalBuchloeBidingenBaisweilBiessenhofenAitrangKarte
Über dieses Bild

Pforzen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Ostallgäu und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Pforzen.

Der Name der Gemeinde geht auf den Namen Forzheim (vermutlich ‚Heim an der Furt‘) zurück, dessen Schreibweise sich im Laufe der Jahre mehrmals geändert hat. In seiner heutigen Form ist er seit 1481 belegt.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pforzen liegt am Rand des Allgäus beidseits der Ufer des Flusses an der mittleren Wertach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt reihum im Norden und Nordnordosten an die Stadt Bad Wörishofen im Nachbar-Landkreis Unterallgäu, im Nordosten an die Gemeinde Rieden, im Osten an die Gemeinde Germaringen, im Südosten an die kreisfreie Stadt Kaufbeuren, im Südwesten an die Marktgemeinde Irsee und im Westen und Nordwesten an die Gemeinde Baisweil.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pforzen umfasst die zwei Gemarkungen Ingenried auf der Hochebene links über der Wertach und Pforzen mit dem Anteil der Gemeinde an der sich überwiegend rechtsseits des Flusses nach Osten erstreckenden Talebene.

Die Gemeinde hat 5 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp und due Gemarkungszugehörigleit angegeben):[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiedergabe der Runeninschrift auf der Gürtelschnalle von Pforzen
St. Valentin

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1992 wurden Bestattungen aus der Hügelgräberbronzezeit (um 1500 v. Chr.) gefunden. Die Ausgrabungen sind von hohem wissenschaftlichem Wert und in dieser Form einzigartig im Allgäu. Bei Pforzen wurde in einem alemannischen Grab aus dem späten 6. Jahrhundert eine silberne Gürtelschnalle gefunden, deren Inschrift einen der ältesten Stabreime in einer westgermanischen Sprache darstellt.

Pforzen gehörte zur Reichsabtei Irsee. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Ehemaliger Bahnhof Pforzen an der Allgäubahn

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. September 1847 wurde der Abschnitt KaufbeurenAugsburg der Königlich-Bayerischen Ludwig-Süd-Nord-Bahn eröffnet und Pforzen erhielt einen Bahnanschluss. Der dazugehörige Bahnhof Pforzen an der Bahnstrecke München–Lindau steht im heutigen Zellerberg, ist aber aufgelöst.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Ingenried eingegliedert.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1840 1871 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 749 817 1090 1143 1816 1484 1499 1714 1695 1868 1991 2113 2124 2216

Pforzen wuchs von 1988 bis 2008 um 451 Einwohner bzw. um ca. 27 %. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1675 auf 2321 um 646 Einwohner bzw. um 38,6 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 2. März 2008 mit einer Wahlbeteiligung von 70,18 % ergab folgende Sitzverteilung:[5]

Liste Stimmenanteil Sitze
CSU und Freie Wählergemeinschaft Pforzen 51,64 % 7 Sitze
SPD und Freie Wählervereinigung Pforzen 08,60 % 1 Sitze
Unabhängige Liste Pforzen 39,76 % 6 Sitze

Bürgermeister ist Herbert Hofer (CSU/Freie Wählergemeinschaft).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: Geteilt von Silber und Blau; oben ein roter Doppelspringer, dem am Fuß ein roter Pfeil unterlegt ist, unten ein schreitender goldener Hirsch.

Der Inhalt des Wappens und dessen Bedeutung: Der Doppelspringer ist dem Wappen der Herren von Pforzen entnommen, die schon im 12. Jahrhundert genannt werden und deren Besitz nach ihrem Aussterben im 14. Jahrhundert an das Kloster Irsee gelangte. Auf das nach Pforzen eingemeindete Ingenried und seine Sebastianskapelle soll der Pfeil als Attribut des hl. Sebastian hinweisen. Im unteren Teil des Gemeindewappens wurde eine weitere Adelsfamilie, die seit dem 12. Jahrhundert genannten Leinauer, berücksichtigt. Sie hatten ihren Stammsitz im Ort Leinau im Gemeindegebiet und führten in ihrem Wappen einen schreitenden Hirsch.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2010 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft vier, im Produzierenden Gewerbe 156 und im Bereich Handel und Verkehr 51 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 59 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 781. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es keine, im Bauhauptgewerbe 6 Betriebe. Zudem bestanden 40 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von mindestens 2 ha, die insgesamt 1299 ha bewirtschafteten. Davon waren 427 ha Ackerfläche und 873 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 bestanden folgende Bildungseinrichtungen:

  • Ein Kindergarten mit 100 Kindergartenplätze, in dem 87 Kinder von 12 Erzieherinnen betreut werden
  • Eine Volksschule in der 12 Lehrer in 8 Klassen 160 Schüler unterrichteten (Schuljahr 2010/11)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pforzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Chronik der Gemeinde Pforzen. Website der Gemeinde Pforzen. Abgerufen am 28. Dezember 2010.
  3. Gemeinde Pforzen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 17. August 2019.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 492.
  5. Ergebnis der Kommunalwahl 2008 Website der Verwaltungsgemeinschaft Pforzen.