Pfreimd

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Dieser Artikel behandelt die Ortschaft Pfreimd; für den gleichnamigen Fluss siehe Pfreimd (Fluss).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Pfreimd
Pfreimd
Deutschlandkarte, Position der Stadt Pfreimd hervorgehoben
Koordinaten: 49° 30′ N, 12° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Schwandorf
Verwaltungs­gemeinschaft: Pfreimd
Höhe: 372 m ü. NHN
Fläche: 51,45 km2
Einwohner: 5412 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 105 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92536
Vorwahl: 09606
Kfz-Kennzeichen: SAD, BUL, NAB, NEN, OVI, ROD
Gemeindeschlüssel: 09 3 76 153
Stadtgliederung: 29 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marienplatz 2
92536 Pfreimd
Webpräsenz: pfreimd.de
Bürgermeister: Richard Tischler (Freie Wählergemeinschaft)
Lage der Stadt Pfreimd im Landkreis Schwandorf
Altendorf Bodenwöhr Bruck in der Oberpfalz Burglengenfeld Dieterskirchen Fensterbach Gleiritsch Guteneck Maxhütte-Haidhof Nabburg Neukirchen-Balbini Neunburg vorm Wald Niedermurach Nittenau Oberviechtach Pfreimd Schmidgaden Schönsee Schwandorf Schwarzach Schwarzenfeld Schwarzhofen Stadlern Steinberg am See Stulln Teublitz Teunz Thanstein Trausnitz Wackersdorf Weiding Wernberg-Köblitz Winklarn Wolferlohe Bayern Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Regensburg Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Cham Tschechien Landkreis Neustadt an der WaldnaabKarte
Über dieses Bild
Pfreimd (2016)

Pfreimd ist eine Stadt im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Pfreimd.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt befindet sich an der Mündung des Flusses Pfreimd in die Naab und gehört zum Naturpark Oberpfälzer Wald.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn) sind: Wernberg-Köblitz, Trausnitz, Gleiritsch, Guteneck, Nabburg und Schmidgaden.

Wappen von Wernberg-Köblitz
Wernberg-Köblitz
7 km
Wappen von Wernberg-Köblitz
Wernberg-Köblitz
7 km
Wappen von Trausnitz
Trausnitz
10 km
Wappen von Schmidgaden
Schmidgaden
13 km
Nachbargemeinden Wappen von Gleiritsch
Gleiritsch
12 km
Wappen von Nabburg
Nabburg
5 km
Wappen von Nabburg
Nabburg
5 km
Wappen von Guteneck
Guteneck
13 km

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Pfreimd besteht neben dem Hauptort aus folgenden 28 Ortsteilen[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Pfreimd leitet sich von den sorbischen Wörtern "pri", was bei oder an bedeutet und "mut", getrübte Flüssigkeit, ab. Daraus ergibt sich die Erklärung: Fluss mit trübem Wasser. Der Fluss Pfreimd, welcher der Naab zufließt, gab der Stadt Pfreimd ihren Namen.[3] Alternativ lässt sich das germanische Hydronym *Frīma rekonstruieren, woher sich das im 11. Jahrhundert belegte Toponym *Frīmida ableitet. Diese Grundform des Fluss- und Ortsnamens wurde in das Slawische als *Primьda übernommen, das Etymon des tschechischen Přimda.[4]

Burg Pfreimd[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahre 1118 ist Pfreimd erstmals urkundlich nachweisbar, die Burg Pfreimd als zentraler Verwaltungsplatz gesichert. Der Ursprung von Pfreimd lag in einer bäuerlichen Ansiedlung bei der Wasserburg Pfreimd,[5] wie aus einer Urkunde von 1311 hervorgeht (Pfreimd .. ipso fluuio Pfreimd circumdante castrum).[6]

Stadt Pfreimd[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts entstand die Stadt Pfreimd, die seit dem 3. Januar 1372 die Privilegienrechte einer Stadt führt. In einem Urbar des niederbayerischen Viztumamtes Straubing um 1300 umfasste Pfreimd zwei Höfe, zwei Fischereien, eine Mühle, ein Lehen, vier Mansen, also Grundstücke und eine Fläche, auf der das Recht zum Siedeln bestand (area).[7] Von den niederbayerischen Herzögen wechselte der Besitz Pfreimd 1332 durch Kauf an die Landgrafen von Leuchtenberg, die später ihre Residenz nach Pfreimd verlegten.

Kirchengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1216 erfolgte die Abtrennung von der Mutterpfarrei Perschen und das Dorf Pfreimd wurde zur eigenen Pfarrei. Die Herren von Rotteneck waren die Stifter des Gotteshauses in Pfreimd. Das Patronatsrecht über die Kirche stand den niederbayerischen Herzögen und ab 1332 den Landgrafen von Leuchtenberg zu, nachdem sie Pfreimd erworben hatten.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Iffelsdorf, Stein und Weihern eingegliedert.[8] Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Saltendorf kamen am 1. Januar 1978 und der aufgelösten Gemeinde Hohentreswitz, die am 1. Januar 1971 Pamsendorf aufgenommen hatte, am 1. Mai 1978 hinzu.[9]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung in der Gemeinde Pfreimd unter Berücksichtigung der Eingemeindungen:[10]

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2005 2010 2015
Einwohner 2998 3121 3042 2941 3228 4082 3689 4216 5126 5278 5455 5618 5447 5412

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat hat 20 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 16. März 2014 führte zu folgendem Ergebnis:[11]

Rathaus
Liste Stimmenanteil Sitze G/V
CSU 31,3 % 6 − 2
SPD 20,7 % 4 ± 0
ÖDP 19,0 % 4 + 1
FWG 29,0 % 6 + 1

G/V = Veränderungen gegenüber der vorigen Wahl 2008

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bürgermeisterwahl am 2. März 2008 belegte Arnold Kimmerl (ÖDP) mit 41,5 % den ersten Platz. Alfred Hammer (CSU) kam auf 35,1 %, Martha Schönberger (FWG) erzielte 23,4 %. Somit kam es zur Stichwahl zwischen Arnold Kimmerl und Alfred Hammer, die Kimmerl mit 64,6 % für sich entscheiden konnte.

Bei der Kommunalwahl 2014 bedurfte es wiederum einer Stichwahl zwischen Richard Tischler (FWG), der schon im ersten Wahlgang die meisten Stimmen erhalten hatte, und Hubert Betz (ödp). Tischler konnte mit 63,6 % der gültigen Stimmen die Wahl für sich entscheiden.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Blau übereinander drei von Rot, Grün und Gold gestreifte Regenbogen, zwischen denen zwei silberne Äschen schwimmen; in den Oberecken zwei fünfstrahlige goldene Sterne, im Schildfuss ein solcher. Wappen seit dem 15. Jahrhundert.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die frühere gemeinsame Zugehörigkeit zur Landgrafschaft Leuchtenberg führte zu einer Städtepartnerschaft mit Grünsfeld (Main-Tauber-Kreis). Seit dem 15. November 2013 auch mit der Stadt Přimda (deutsch: Pfraumberg) in Tschechien.[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt
  • Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Der noch heute bestehende Chor wurde vom Amberger Stadtbaumeister Wolf Keul 1516 geplant. 1655 wurde der beschädigte Turm durch den Pfreimder Maurermeister Zacharias Amode bis auf das Chorgewölbe abgetragen. 10 Jahre später zeigten sich die ersten Baufälligkeiten am turmlosen Kirchenbau. In der Kirche befand sich die Grablege der Landgrafen von Leuchtenberg.
  • Eixlbergkirche St. Barbara
  • Franziskanerkloster Pfreimd
  • Evangelische Pauluskirche
Anti-WAW-Tafel ()
  • Widerstandseiche: Als am 30. Mai 1989 der Baustopp der Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf bekannt gegeben wurde, pflanzte man vor der evangelischen Pauluskirche eine „Widerstands-Eiche“ als Symbol für eine „unverstrahlte“ Zukunft. 2009 wurde dort eine Gedenktafel enthüllt und die Eiche gesegnet.[13]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schießsport (Landesleistungszentrum des Oberpfälzer Schützenbundes)

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfreimd liegt an der Bundesautobahn 93 (Anschlussstelle Pfreimd) nahe dem Autobahnkreuz Oberpfälzer Wald (A 93 und A 6). Der örtliche Bahnhof wird regelmäßig von Zügen auf der Bahnstrecke Regensburg–Oberkotzau bedient.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garnison[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfreimd ist seit 1971 Bundeswehrstandort. In der Oberpfalz-Kaserne sind das Panzerbataillon 104 und die 2. Kompanie des Versorgungsbataillons 4 stationiert, die der Panzerbrigade 12 unterstehen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Dorner (* 1752 Gebenbach; † 6. März 1794 Pfreimd), Ratsherr in Pfreimd, ab 1779 Inhaber des ehemaligen Gasthofes „Zum Schwan“; ∞ 27. Juli 1779 in Pfarrkirche v. Pfreimd Barbara Stich, Tochter des Pfreimder Ratsherrn Josef Stich.
  • Ignaz Valentin Dorner (* 1784 Pfreimd; † 1859 Mosonmagyaróvár/Ung.), Großkaufmann, Handelsherr
  • Pater Petrus Karl Mangold, Franziskaner, 1931–1939 Guardian des Klosters Pfreimd, † 18. Juli 1942 im KZ Dachau
  • Franz Ignaz Pruner (* 8. März 1808 Pfreimd; † 29. September 1882 Pisa), Mediziner, Augenarzt, Anthropologe

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Ortsdatenbank für Pfreimd – (Bayerische Landesbibliothek Online)
  3. Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, München 2006, ISBN 3-406-55206-4, S. 211.
  4. Vgl. Greule/Janka, Der Gewässer- und Siedlungsname Pfreimd, S. 206 f. (Abstract im Onlinekatalog der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik).
  5. Dieter Bernd: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Vohenstrauß. 1977, S. 180.
  6. Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon Bayerischer Ortsnamen. Beck, München 1986.
  7. Monumenta Boica. Band 36/I, 449 und Band 36/II, 355
  8. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 530.
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/ Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 668.
  10. Datenbank Statistikdaten Bayern
  11. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung
  12. Unsere Partnerstädte – (Stadt Pfreimd)
  13. „Wir haben mit friedlichen Mitteln Goliath bezwungen!“ – Eine Widerstands-Eiche kündet vom Kampf der Bevölkerung. Zum 20. Jahrestag des WAA-Endes wurde eine Gedenktafel dort enthüllt. – (Mittelbayerische Zeitung. 25. Mai 2009)
    Gedenktafel bei der "Widerstandseiche" – Anti-WAA-Aktivisten erinnern an eine schwere Zeit – Der Ärger sitzt immer noch tief – (Oberpfalznetz vom 25. Mai 2009)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl-Otto Ambronn: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Reihe II, Heft 3: Landsassen und Landsassengüter des Fürstentums der Oberen Pfalz im 16. Jahrhundert. München 1982, ISBN 3-7696-9932-7.
  • Dieter Bernd: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Heft 39: Vohenstrauß. München 1977, ISBN 3-7696-9900-9.
  • Monumenta Boica, München 1763–1956
  • Albrecht Greule, Wolfgang Janka: Der Gewässer- und Siedlungsname Pfreimd. In: Acta Onomastica. Bd. 47, 2006, ISSN 1211-4413, S. 206–215.
  • Richard Hoffmann, Felix Mader: Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern, Die Kunstdenkmäler von Oberpfalz und Regensburg. Bezirksamt Nabburg, München 1910.
  • Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Heft 50: Nabburg. München 1981, ISBN 3-7696-9915-7.
  • Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon Bayerischer Ortsnamen. München 1986.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pfreimd – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien