Pfunds

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Pfunds
Wappen Österreichkarte
Wappen von Pfunds
Pfunds (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Landeck
Kfz-Kennzeichen: LA
Fläche: 140,53 km²
Koordinaten: 46° 58′ N, 10° 32′ OKoordinaten: 46° 58′ 4″ N, 10° 32′ 29″ O
Höhe: 970 m ü. A.
Einwohner: 2.567 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 18 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6542
Vorwahl: 05474
Gemeindekennziffer: 7 06 17
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Stuben 45
6542 Pfunds
Website: www.pfunds.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeisterin: Melanie Zerlauth
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(15 Mitglieder)

10 (Team Melanie Zerlauth), 5 (Gemeinsam für Pfunds)

Lage von Pfunds im Bezirk Landeck
FaggenFendelsFissFließFlirschGaltürGrinsIschglKapplKaunerbergKaunertalKaunsLadisLandeckNaudersPettneu am ArlbergPfundsPiansPrutzRied im OberinntalSt. Anton am ArlbergSchönwiesSeeSerfausSpissStanz bei LandeckStrengenTobadillTösensZamsTirolLage der Gemeinde Pfunds im Bezirk Landeck (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick von Westen auf Pfunds, im Vordergrund Stuben
Blick von Westen auf Pfunds, im Vordergrund Stuben
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Pfunds (rätoromanisch Fuond?/i mit der Bedeutung Grund bzw. Talgrund) ist eine Gemeinde mit 2567 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2022) im Bezirk Landeck im Bundesland Tirol (Österreich). Die Gemeinde ist Teil des Gerichtsbezirks Landeck.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfunds liegt im Oberen Gericht, dem obersten Abschnitt des Tiroler Inntals, im Dreiländereck nahe den Grenzen zur Schweiz und zu Italien. Das Gemeindegebiet umfasst das Inntal in einer Seehöhe von 950 Meter. Von Norden steigt das Tal des Stubenbaches zur Samnaungruppe an. Die höchsten Erhebungen sind der Gmaierkopf (2914 m) und der Hexenkopf (3034 Meter). Der südöstliche Teil umfasst den Großteil des Einzugsgebietes von Pfundseetalbach/Radurschlbach, das im Osten durch den Glockturmkamm begrenzt wird. Dort liegen rund dreißig Dreitausender, deren höchster der Glockturm 3353 Meter erreicht.

Die Gemeinde hat eine Fläche von 141 Quadratkilometer. Davon sind sieben Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 43 Prozent sind bewaldet, jeweils rund ein Viertel der Fläche sind Almen und hochalpines Gelände.[1]

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Stuben am linken Innufer am Schwemmkegel des Stubnerbachs, Pfunds-Dorf am rechten Innufer am Schwemmkegel des Radurschlbachs und den Weilern Wand, Vorder- und Hinterkobel, Birkach, Lafairs, Stein und Greit. Die Verbindung zwischen den Ortsteilen bildet eine 1950 im Stil des 19. Jahrhunderts erbaute Holzbrücke. Die Schwemmkegel der Bäche leiten den Inn durch zwei markante Schleifen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

See Serfaus
Tösens
Spiss Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Kaunertal
in Graubünden (Schweiz): Valsot Nauders
in Südtirol (Italien): Graun im Vinschgau

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfunds mit dem Piz Mundin, um 1900

Funde von steinernen Graburnen und einer Fibel zeigen, dass das Tal schon 1000 vor Christus besiedelt war. Die in den Jahren 46/47 nach Christus von den Römern erbaute Via Claudia Augusta verband die Poebene mit dem Donauraum und verlief über den Reschenpass und durch das Gemeindegebiet. Der Name Pfunds stammt vom lateinischen Wort fundus (nutzbarer Boden)[2]

Pfunds wurde urkundlich erstmals 1282 erwähnt. In beiden Ortsteilen stehen im Zentrum stattliche Mittelflurhäuser mit vorspringenden Giebeldächern, freien Treppenaufgängen und Fassadenmalereien im Engadiner Stil. Ein repräsentatives Beispiel ist das ehemalige Gerichtshaus in Stuben. Die Häuser sind ein Beleg für den Wohlstand des Ortes aus der Zeit, als der Handelsverkehr zwischen Augsburg und Venedig noch über den Oberen Weg, den Reschenpass und den Fernpass verlief. Die Liebfrauenkirche in Stuben wurde um 1470 im spätgotischen Stil erbaut und erhielt 1680 einen Barockaltar.

Pfunds war bis Ende 1920 Teil des Gerichtsbezirks Nauders, der jedoch infolge des Ersten Weltkriegs aufgelöst und dem Gerichtsbezirk Ried in Tirol zugeschlagen wurde. Seit 1978 ist die Gemeinde Teil des Gerichtsbezirks Landeck.

In Pfunds besteht seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine Musikkapelle. Ein sicheres Bestehen im Jahr 1854 kann belegt werden.[3] Anfang des 20. Jahrhunderts gab es zwei Musikkapellen im Ort – die Ortsteile ‚Dorf‘ und ‚Stuben‘ hatten jeweils ihre eigene Musikkapelle.[4]

Pfunds stellte 2015 eine 110 Jahre alte, 28 m hohe Fichte als Christbaum für den Wiener Rathausplatz.[5]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gasthof zum Turm und Peter-und-Pauls-Kirche

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche Peter und Paul
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Pfunds

Die Pfundser Tschey, ein Hochtal auf rund 1650 Metern, zählt aufgrund seiner Naturbelassenheit und seinen vielen Heuschobern zu den landschaftlichen Sehenswürdigkeiten der Region.

Die unberührte Natur- und Berglandschaften bilden wohl das wertvollste Kapital rund um Pfunds.

Die im Jahr 1511 gegründete Heiliggrab-Bruderschaft Pfunds zählt zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1980er Jahren positionierte sich Pfunds als „Ökogemeinde“. Es gab Pläne, den Inn von der Schweizer Grenze in einem Kraftwerkskanal bis Prutz abzuleiten. Dies bewog die Bewohner, das Leben im Dorf unter das Motto „nachhaltig und ökologisch verträglich“ zu stellen. Man setzte auf den Bau von Solaranlagen, Wärmenutzung in Wintergärten und eine schadstofffreie zentrale Heizanlage mit Biomasse und Holzabfällen.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfunds ist eine zweisaisonale Tourismusgemeinde, die zur Ferienregion Tiroler Oberland gehört.[6] Die Gemeinde ist bekannt für ihre unverbaute Natur, ihre Volksfeste und Brauchtumsveranstaltungen. Mit seiner Lage im Grenzgebiet dreier Länder und Kulturen blickt das Dorf auf eine bewegte Geschichte zurück und heute zeugen zahlreiche Kulturdenkmäler von der ereignisreichen Vergangenheit.

  • Sommer: Rund um Pfunds wartet ein großes Wandergebiet mit zahlreichen Hütten. Besonders beliebt sind die Wanderung zur Alpenvereinshütte Hohenzollernhaus, die Radurschlklamm, die Pfundser Tschey und die Sonnenaufgangswanderung auf den Rauhen Kopf.
  • Im Winter ist Pfunds bekannt für seine Lage inmitten von sechs Skigebieten. Daneben werden Langlaufen auf der Höhenloipe, Skitouren, Eislaufen oder Eisklettern mitten im Ort und eine Rodelbahn angeboten. Die nahe gelegenen Skigebieten Samnaun und Nauders können mit einem Skibus erreicht werden.

Von den 233.000 Übernachtungen des Jahres 2019 entfielen mehr als 110.000 auf die drei Monate Jänner, Feber und März.[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Kajetansbrücke zweigen die Straßen nach Spiss und weiter nach Samnaun sowie ins Schweizer Engadin und nach Nauders und zum Reschenpass ab.

Pfunds liegt am Fernradweg Via Claudia Augusta entlang einer gleichnamigen antiken Römerstraße, wie auch am Fernradweg Innradweg.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeamt in Pfunds

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Gemeinderat werden 15 Mandatare gewählt.

Partei 2022[8] 2016[9]
% Mandate % Mandate
Team Melanie Zerlauth – Tiroler Volkspartei 67,20 10 37,66 6
Gemeinsam für Pfunds 32,80 5 50,46 8
Junges Pfunds -- -- 11,88 1

Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeisterin von Pfunds ist Melanie Zerlauth.[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinde wurde 1974 folgendes Wappen verliehen: Ein von Gold und Grün geständerter Schild, mit einem Ring in verwechselten Farben belegt.

Das Rad weist auf die alte Bedeutung der Gemeinde als Handelszentrum hin. Die Farben Grün und Gold symbolisieren den Kulturboden und den Fleiß der Bevölkerung.[11]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die am Ort wirkten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Lechleitner (1764–1840), katholischer Geistlicher, Theologe und Philosoph, Pfarrer in Pfunds, unterrichtete dort begabte Jungen, die sich das Gymnasium nicht leisten konnten

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Pfunds – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Pfunds, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 4. Juli 2021.
  2. Pfunds. Verein "fontes historiae - Quellen der Geschichte", abgerufen am 4. Juli 2021.
  3. Moriggl Alois: 'Aus dem Leben eines Veteranenhauptmanns.' In: Beilage zur Volks- und Schützen-Zeitung. Nr. 6. Tirol und Vorarlberg: 1855
  4. Meilensteine. Musikkapelle Pfunds, abgerufen am 4. Juli 2021.
  5. Falsche Äste verschönern Rathaus-Christbaum, orf.at, 5. November 2015, abgerufen am 5. November 2015.
  6. https://www.tiroler-oberland.com/de
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Pfunds, Übernachtungen. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 4. Juli 2021.
  8. Land Tirol - Wahlen 2022. Abgerufen am 30. Mai 2022.
  9. Land Tirol - Wahlen 2016. Abgerufen am 30. Mai 2022.
  10. Bürgermeister. Gemeinde Pfunds, abgerufen am 30. Mai 2022 (österreichisches Deutsch).
  11. Gemeindewappen. Gemeinde Pfunds, abgerufen am 4. Juli 2021 (österreichisches Deutsch).