Rainfarn-Phazelie

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Rainfarn-Phazelie

Rainfarn-Phazelie (Phacelia tanacetifolia)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Unterfamilie: Wasserblattgewächse (Hydrophylloideae)
Gattung: Phacelia
Art: Rainfarn-Phazelie
Wissenschaftlicher Name
Phacelia tanacetifolia
Benth.
Phacelia tanacetifolia MHNT.BOT.2017.10.27.jpg
Samen
Phacelia-tanacetifolia-seeds.JPG
Samen und Kapseln.


Phacelia tanacetifolia seedling (facelia kiemplant).jpg
Keimblatt
Blaue Unbekannte.JPG
Blüte


20150605Phacelia tanacetifolia1.jpg
Blumenkreuze von Phacelia
Dülmen, Kirchspiel, Börnste -- 2016 -- 5648.jpg
Gefrorene Blüte


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Ansicht der Pflanze in ihrem Habitat
RitschenhausenPhacelia2003-07-08.jpg
Phacelia-Feld bei Ritschenhausen


Die Rainfarn-Phazelie (Phacelia tanacetifolia), auch Büschelschön oder Bienenfreund genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Phacelia in der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Die Rainfarn-Phazelie enthält hautreizende Wirkstoffe.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Phacelia stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Bündel“, was sich auf die in Büscheln angeordneten Blüten bezieht, während tanacetifolia „mit Blättern, die denen von Tanacetum (Rainfarn) ähneln“[1] bedeutet.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rainfarn-Phazelie ist eine einjährige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 120 Zentimeter erreicht. Der Stängel ist mit langen abstehenden und kurzen flaumigen Haaren bedeckt. Die Blätter sind nicht weißhaarig. Der Blütenstand ist fast trugdoldig. Die Krone ist blau. Die Kronröhrenbasis hat zehn am Grund der Staubfäden jeweils paarweise verwachsene, mehr oder weniger halbmondförmige Schuppen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.[2]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rainfarn-Phazelie ist eine wichtige Nektar- und Pollenquelle. Als Besucher treten Hummeln, Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen auf. Blütezeit ist von Juni bis Oktober.

Die 2-spaltigen Kapselfrüchte springen leicht auf und entlassen die sehr leichten, apfelsinenähnlichen Samen, die eine warzige Oberfläche besitzen. Die Samen sind Dunkelkeimer.

Toxizität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie aus USA bekannt ist, kann die Rainfarn-Phazelie starke Kontaktallergien auslösen. Ursächlich hiefür ist die Stoffgruppe der Phacelioide. Als stärkstes Kontaktallergen dieser Gruppe erwies sich das Geranylbenzochinon; aber auch das Geranylhydrochinon und das Farnesylhydrochinon sensibilisieren stark. B. M. Hausen hat allerdings in dünnschichtchromatographischen Untersuchungen bei Pflanzen in Mitteleuropa in den grünen Pflanzenteilen keine und in den Samen nur geringe Mengen an Phacelioiden nachweisen können. Wahrscheinlich beeinflussen auch bei dieser Pflanze Klima- und Standortbedingungen die Allergenproduktion.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rainfarn-Phazelie kommt in Kalifornien, Arizona, Nevada und Mexiko auf trockenen, felsigen Hängen bis in Höhenlagen von 2000 Meter vor. Am häufigsten ist sie in den Wüsten Südkaliforniens in Höhenlagen unter 1.500 m anzutreffen, kann aber gelegentlich auch in viel höheren Lagen gefunden werden.[3]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rainfarn-Phazelie dient sowohl als Zier- wie als Nutzpflanze. Als Zierpflanze wird sie zerstreut in Sommerrabatten kultiviert. Als Nutzpflanze wird sie zerstreut, also vereinzelt, feldweise als Bienenweide, Futterpflanze, Schädlingsbekämpfung oder Gründüngung angebaut. Die Art ist seit 1832 in Kultur.

Die Phacelia ist in der Landwirtschaft in vierfacher Hinsicht von Interesse[4]:

  • Ihre Blüten ziehen besonders Syrphiden (Schwebfliegen), Laufkäfer, Bombyles und Aphelinidae an, die sich von den in der Umgebung vorhandenen Blattläusen ernähren. Um bestimmte Felder wurden Phacelia angepflanzt, um die Anzahl der Blattläuse zu verringern.
  • Phacelia ist eine ausgezeichnete Honigpflanze und zieht auch Bienen an, die als Bestäuber für die benachbarten Pflanzen nützlich sein können. Durch eine kontinuierliche Aussaat von Mai bis zum Ende des Sommers kann man auch eine kontinuierliche Blüte von Juli bis zum Herbst erreichen. Der Honig der Phacelia ist sehr aromatisch.
  • im Herbst ist die Pflanze ein guter Gründünger. Phacelia als Gründüngung wird manchmal in Kombination mit anderen Arten gesät, z. B. mit Buchweizen im Verhältnis von 8 kg/ha Phacelia zu 40 kg/ha Buchweizen oder mit Lupinen im Verhältnis von 5 kg/ha Phacelia zu 150 kg/ha Lupinen.[5] Wenn sie auf großen Flächen gepflanzt wird, hat sie die Eigenschaft, Unkräuter wie Quecke zu unterdrücken.
  • Phacelia, die zwischen die Reihen junger Apfel- und Birnbäume gesät wird, reduziert die Sterblichkeit junger Bäume in Jahren mit schweren Winterschäden um die Hälfte.[6] Phacelia als Bodendecker hat auch einen günstigen Effekt auf das Wachstum junger Apfelbäume.[7] Es sollte darauf geachtet werden, dass die Blütezeiten von Obstbäumen und Phacelia nicht zusammenfallen, da die Bienen dann die Phacelia bevorzugen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8.
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Portrait. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
  • B. M. Hausen, I.K. Vieluf: Allergiepflanzen. Handbuch und Atlas. 2. Auflage.
  • Roth, Daunderer, Kormann: Giftpflanzen Pflanzengifte. 4. Auflage.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. David Gledhill: The Names of Plants. Cambridge University Press, 2008, ISBN 978-0-521-86645-3, S. 370 Seite 229 (englisch).
  2. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 775.
  3. Anthony Valois: lacy phacelia. In: wildflowersearch.org. National Park Service, abgerufen am 18. März 2022 (englisch).
  4. Jean Duval: La Phacélie. In: eap.mcgill.ca. März 1992, abgerufen am 18. März 2022 (französisch).
  5. B. Monfort: La technique des engrais verts. In: Dossier technique. Band 6/87. CARAB, Opprebais (Belgien) 1987 (französisch).
  6. J. Wierszyllowski, H. Galinska. Roczn. Nauk rol., Ser.A, 74:65-77.: The effect of cover crops on the frost resistance and growth nursery trees. In: Roczn. Nauk rol., Ser.A, 74:65-77. 1956 (englisch).
  7. S. Keremidarska: Growing green manure crops in irrigated apple orchards. Grad. lozar. Nauka, Nr. 4(5):3-10., 1967 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rainfarn-Phacelie (Phacelia tanacetifolia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien