Phaëton (Oper)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Phaeton (Oper))
Wechseln zu: Navigation, Suche
Operndaten
Titel: Phaëton
Titelblatt des Librettos, Paris 1683

Titelblatt des Librettos, Paris 1683

Form: Tragédie en musique in einem Prolog und fünf Akten
Originalsprache: Französisch
Musik: Jean-Baptiste Lully
Libretto: Philippe Quinault
Literarische Vorlage: Metamorphosen des Ovid
Uraufführung: 6. Januar 1683
Ort der Uraufführung: Versailles
Spieldauer: ca. 2 ½ Stunden
Ort und Zeit der Handlung: Ägypten
Personen

Prolog

Handlung

  • Libye, Merops’ Tochter (Sopran)
  • Théone, Protées Tochter (Sopran)
  • Phaëton (Phaethon), Sohn Le Soleils und Clymènes (Haute-Contre)
  • Clymène (Klymene), Tochter Okeanos’ und Thetys’ (Sopran)
  • Protée (Proteus), Meeresgott, Anführer des Gefolges Neptuns (Bass)
  • Triton, Meeresgott, Clymènes Bruder (Haute-Contre)
  • Epaphus (Epaphos), Sohn Jupiters und Isis’ (Bass)
  • Merops, König von Ägypten, in zweiter Ehe mit Clymène verheiratet, nachdem seine erste Gemahlin, von der die Tochter Libye stammt, verstorben war (Bass)
  • ein äthiopischer König, Merops tributpflichtig (Bass)
  • ein indischer König, ebenfalls Merops tributpflichtig (stumme Rolle)
  • eine Tagesstunde (Sopran)
  • L’Automne, der Herbst
  • Le Soleil (Helios), der Sonnengott (Haute-Contre)
  • eine ägyptische Schäferin (Sopran)
  • die Erdgöttin (Haute-Contre)
  • Jupiter (Bass)
  • Ägyptisches, indisches und äthiopisches Volk, Priesterinnen der Isis, die Tagesstunden, die Jahreszeiten, ägyptische Schäfer und Schäferinnen (Chor)
  • Gefolge Phaëtons, Gefolge der Jahreszeiten (Statisten)
  • Meeresgötter im Gefolge Protées und Tritons, Furien, Ägypter, Ägypterinnen, Le Printemps/der Frühling und sein Gefolge, ägyptische Schäfer und Schäferinnen (Ballett)

Phaëton ist eine Oper (Originalbezeichnung: „tragédie en musique“, LWV 61) in einem Prolog und fünf Akten von Jean-Baptiste Lully auf ein Libretto von Philippe Quinault. Sie basiert auf den Metamorphosen des römischen Dichters Ovid. Die Uraufführung fand am 6. Januar 1683 in Versailles statt.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prolog[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gärten von Astrées Palast

Die Götter Astrée und Saturne planen, das Goldene Zeitalter auf Erden wiederherzustellen, da ein neuer Held (König Ludwig XIV.) erschienen ist. Sie kündigen eine Feier zu dessen Ehren an.

Erster Akt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Garten im Vordergrund, eine Grotte, das Meer im Hintergrund

Libye, die Tochter des ägyptischen Königs Merops, und Théone, die Tochter des Meeresgottes Protée, werden vorgestellt: Beide sind unglücklich: Libye liebt Epaphus, und Théone liebt Phaëton, den Sohn von Clymène, der Ehefrau des Merops. Théone fühlt sich von Phaëton vernachlässigt, Libye hat Angst vor einer Entscheidung ihres Vaters: Merops will nämlich noch am selben Tag seinen Nachfolger ernennen. Es wird schnell klar, dass Phaëton Merops' Nachfolger sein will und dies auch wird. Clymène überzeugt ihren Bruder, den Meeresgott Triton, seinen Untergebenen Protée zu zwingen, sich über das Schicksal Phaëtons zu äußern. Dieser sagt Phaëton ein schreckliches Ende voraus.

Zweiter Akt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saal im Palast des Königs Merops von Ägypten

Clymène berichtet Phaëton von Protées Weissagung, doch dieser glaubt ihr nicht. Er ist zuversichtlich und voller Ehrgeiz. Théone und Libye sind unglücklich, die eine über den Verlust Phaëtons, die andere über die Zwangsheirat mit Phaëton.

Dritter Akt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tempel der Isis

Phaëton und Gefolge gehen zum Tempel der Isis, um Opfergaben zu bringen. Epaphus kann die Entscheidung des Merops nicht akzeptieren und bezweifelt, dass Phaëton Sohn Le Soleils, des Sonnengotts, ist. Er ruft außerdem seine Mutter an, den Frevel zu unterbinden: Die Pforten des Tempels schließen sich erst, um sich danach praktisch als Tor der Unterwelt wieder zu öffnen und die Versammlung zu verschrecken. Phaëton bleibt standhaft und zwingt seine Mutter, die Vaterschaft Le Soleils zu bezeugen. Daraufhin wird Phaëton von Winden zum Palast des Sonnengotts getragen.

Vierter Akt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palast von Le Soleil

Lobpreisungen an Le Soleil durch die Jahreszeiten und die Stunden des Tages, anschließend ein Gespräch zwischen Le Soleil und Phaëton, bei der Le Soleil voll zu seinem Sohn steht. Phaëton wird zum Beweis seiner Abstammung ein Wunsch gewährt, er will den Sonnenwagen lenken. Sein Vater versucht ihn im Anblick der Gefahr davon abzubringen, scheitert aber und muss seinem Sohn schließlich das Versprechen gewähren.

Fünfter Akt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liebliche Landschaft, Morgendämmerung

Houghton M1500.L95 P5 1709 - Phaëton, 184

Phaëton auf dem Sonnenwagen. Erst Begeisterung bei den Bewohnern der Erde, dann, nachdem klar wird, dass Phaëton die Kontrolle über den Sonnenwagen verliert, Entsetzen und Chaos. Jupiter rettet die Erde, indem er Phaëton und den Sonnenwagen mit einem Blitz zerschmettert.

Gestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Instrumentation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orchesterbesetzung der Oper enthält die folgenden Instrumente:[1]

Personenkonstellation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersicht der Personenkonstellation

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Norman Buford: Touched by the graces. The libretti of Philippe Quinault in the context of French classicism. Summa Publications, Birmingham, 2001.
  • Joyce Newman: Jean-Baptiste de Lully and his tragédies lyriques. UMI Research Press, Ann Arbor, Michigan 1979.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Phaëton (Lully) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herbert Schneider: Phaëton. In: Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters. Band 3: Werke. Henze – Massine. Piper, München / Zürich 1989, ISBN 3-492-02413-0, S. 605.