Phalantos

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Der Mythos Phalantos im antiken Borgo in Tarent

Phalantos (griechisch Φάλανθος) war der Sohn des Spartaners Aratos und Führer der Parthenier („Jungfrauensöhne“).

In der griechischen Mythologie ist er der Gründer von Tarent in Form einer ersten Siedlung, die er Saturo nannte. Die Gründungslegende ist ausführlich bei Pausanias überliefert.

Die Parthenier waren uneheliche Söhne, die während Kriegszeiten und der Abwesenheit des Heeres geboren wurden. Als uneheliche Kinder hatten sie nicht die gleichen Rechte und wurden als Außenseiter behandelt.

Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr., nach einem langen Krieg gegen die Messenier, organisierten die Parthenier zusammen mit den Sklaven einen Aufstand und wurden von Phalantos geführt. Sie verlangten von den Adligen die ihnen versagten Rechte. Aber der Aufstand scheiterte. Da die Aufständischen nicht wie die Sklaven zum Tode verurteilt werden konnten, mussten sie die Stadt verlassen und neues Land suchen. Phalantos befragte vor der Abfahrt das Orakel von Delphi, das durch die Priesterin das folgende Urteil aussprach: „Wenn es bei heiterem Himmel regnen wird, wirst du neues Land und Stadt erobern.“

Als Phalantos an Bord auf einer langen Reise in Richtung Japygien (heutiges Apulien) fuhr und seine Frau Aithra („heiterer Himmel“) weinen sah, meinte er, dass das Orakel sich bewahrheitet habe. So gründete er seine Stadt und nannte sie Satyrion. Noch heute existiert unter dem italianisierten Namen Saturo ein Badeort, wenige Kilometer von Tarent entfernt.

Jahre später siedelten die spartanischen Siedler in das zukünftige Taras über. Sie sahen in der neuen Stadt bessere Handelsmöglichkeiten. Die Besetzung des Gebiets erfolgte ohne große Resistenz seitens der einheimischen Bevölkerung, der Japygen, die gezwungen waren, nach Brindisi zu flüchten. Phalantos selbst wurde nach einer Diskussion mit seinen Mitbürgern ebenfalls vertrieben; er fand bei den Japygen Unterschlupf, wo er starb und auch beerdigt wurde.

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Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]