Phenazin

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Strukturformel
Struktur von Phenazin
Allgemeines
Name Phenazin
Andere Namen

Dibenzopyrazin

Summenformel C12H8N2
Kurzbeschreibung

gelber Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken0[Ein-/ausblenden]
CAS-Nummer 92-82-0
PubChem 4757
Wikidata Q419781
Eigenschaften
Molare Masse 180,21 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

172–177 °C[1]

Siedepunkt

360 °C[1]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Phenazin ist eine polycyclische aromatische chemische Verbindung mit zwei Stickstoffatomen im mittleren der drei Ringe. Diese Struktur liegt auch im Pyrazin als Einzelring vor. Phenazin ist ein gelber Feststoff[1] und ist Ausgangsstoff für viele abgeleitete Verbindungen, die als Farbstoffe (z. B. Neutralrot, Safranin, Eurhodin, Indulin, Pyocyanin, Mauvein) dienen.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Phenazinderivate besitzen eine antibiotische Wirkung und werden deshalb von vielen Bakterien (z. B. Pseudomonas aeruginosa, Streptomyces, Pantoea agglomerans) synthetisiert und zur Verteidigung ihres Lebensraums in die Umgebung abgegeben.[4] Die Biosynthese der beiden sechsgliedrigen Kohlenstoffringe der Phenazine erfolgt auf dem Shikimisäureweg der Aromatenbiosynthese über Chorisminsäure.[4][5][6] Fast 100 solcher in der Natur vorkommenden Verbindungen sind inzwischen identifiziert.[7]

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine klassische Methode zur Synthese von Phenazin ist die Reaktion von Nitrobenzol und Anilin bei der Wohl-Aue-Reaktion (1901).[8][9] Es sind aber noch weitere Methoden bekannt:

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Phenazin ist Ausgangsstoff für viele Farbstoffe (auch als Azin-Farbstoffe bezeichnet) wie Neutralrot, Safranin und Mauvein, wobei der Ring mit den beiden Stickstoffatomen als Chromophor auftritt. Phenazin-Farbstoffe enthalten im Allgemeinen die Struktur von Phenazin als Grundgerüst für diese Farbstoffklasse. Der Phenazinring und Phenazinderivate sind wichtige Ausgangsstoffe für die industrielle Herstellung von Pestiziden, Riechstoffen und Arzneistoffen. Phenazin ist weiterhin ein Komplexbildner.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Datenblatt Phenazin bei AlfaAesar, abgerufen am 9. März 2010 (JavaScript erforderlich).
  2. Eintrag zu Phenazin. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 30. Mai 2014.
  3. Datenblatt Phenazine bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 18. April 2011 (PDF).
  4. a b Forschungsbericht 2006 - Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie: Die Biosynthese von Phenazinen.
  5. G. S. Byng, J. M. Turner: Isolation of Pigmentation Mutants of Pseudomonas phenazinium. In: Journal of General Microbiology. Band 97, Nr. 1, 1. November 1976, S. 57–62, doi:10.1099/00221287-97-1-57 (Volltext [PDF]).
  6. G.S. Byng u. J.M. Turner Biochem. J. 164 (1977) 139–145.
  7. Strukturgestützte Untersuchungen zur Phenazin-Biochemie. (Memento vom 12. August 2010 im Internet Archive).
  8. A. Wohl, W. Aue, Ueber die Einwirkung von Nitrobenzol auf Anilin bei Gegenwart von Alkali, in: Chem. Ber., 1901, 34, 2442–2450; doi:10.1002/cber.190103402183.
  9. I. J. Pachter and M. C. Kloetzel: The Wohl-Aue Reaction. I. Structure of Benzo [a] phenazine Oxides and Syntheses of 1,6-Dimethoxyphenazine and 1,6-Dichlorophenazine, in: J. Am. Chem. Soc., 1951; 73(10), 4958–4961; doi:10.1021/ja01154a144.
  10. C. Ris: Ueber das Phenazin, in: Chem. Ber. 1882, 19, 2206–2208; doi:10.1002/cber.188601902128.
  11. M. L. Tomlinson: The preparation of 2:2′-diaminodiphenylamines and 2:2′-diacetamidodiphenylamines and their behaviour on oxidation, in: J. Chem. Soc., 1939, 158–163; doi:10.1039/JR9390000158.