Phil Anselmo

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Philip Hansen Anselmo (Hellfest 2013)

Philip Hansen Anselmo (* 30. Juni 1968 in New Orleans, Louisiana) ist ein US-amerikanischer Musiker, dessen Gesang von rauen, kraftvollen Schreieinlagen bis hin zu emotionalen, melodischen Stilen reicht.

Musikalisches[Bearbeiten]

Bekannt wurde Anselmo von Anfang bis Mitte der 1990er-Jahre als Mitglied der Band Pantera, bei der er Ende 1986 den Gesang übernahm. Sein erstes Pantera-Konzert fand am 11. Januar 1987 statt. Nachdem die Band sich nach der Veröffentlichung von Reinventing the Steel im Jahre 2000 anscheinend aufgelöst hatte, wandte sich Phil Anselmo anderen Projekten zu. Hervorzuheben sind hier die Bands Superjoint Ritual und Down, welche eine Supergroup darstellt, in der Mitglieder der Bands Pantera, Corrosion of Conformity, Eyehategod und Crowbar spielen und die von Bands wie Black Sabbath oder Led Zeppelin beeinflusst ist. Superjoint Ritual bedient sich hingegen hauptsächlich Einflüssen aus dem Hardcore.

Ferner war/ist Anselmo bei den Bands Viking Crown, Necrophagia und Eibon aktiv. Erstere Band ließ Einflüsse aus dem Black Metal erkennen, Eibon war eine kurzlebige Supergroup mit Sven Erik „Maniac“ Kristiansen von Mayhem, Sigurd „Satyr“ Wongraven von Satyricon und Gylve „Fenriz“ Nagell von Darkthrone, die lediglich einen einzigen Song Mirror Soul Jesus auf Moonfog 2000 – A Different Perspective veröffentlichte. Anselmo ist außerdem Gitarrist der Band Arson Anthem, welche u.a. aus den Mitgliedern Mike Williams (Eyehategod), Hank Williams III, und Collin Yeo besteht.

Auf einigen Tonträgern der Bands Anal Cunt, Crowbar, Soilent Green und Vision of Disorder taucht Anselmo als Gastsänger auf. Im Frühjahr 2013 kündigte er sein am 16. Juli 2013 erschienenes Solo-Album Walk Through Exits Only an, welches über sein Plattenlabel Housecore Records veröffentlicht wurde.[1]

Persönliches[Bearbeiten]

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Am 13. Juli 1996 wurde Phil Anselmo nach einem Gig in Dallas, Texas, mit einer Überdosis Heroin ins Krankenhaus eingeliefert – für knapp fünf Minuten war Anselmo klinisch tot. Jahrelang schwieg er zu den Vorwürfen des Drogenmissbrauchs. In einem Interview von 2006 bestritt er die Vorwürfe des Missbrauchs illegaler Drogen, räumte jedoch ein, jahrelang medikamentenabhängig gewesen zu sein, da er seit 1990 an starken Rückenschmerzen litt, weswegen er fast nicht mehr gehen konnte, ohne Schmerzmittel zu nehmen. In einem Interview 2009 sprach er dann offen über seine Drogenvergangenheit und schilderte sogar seinen damaligen Tagesablauf als Heroinabhängiger. Er unterzog sich 2006 einer riskanten Operation am Rücken, die nach Angaben von Bandkollegen ohne Zwischenfälle verlief. Anselmo war mit Stephanie „Opal“ Weinstein verheiratet, die Ehe wurde geschieden.

Nach der Trennung von Pantera 2003 war die Stimmung zwischen Phil und seinen Band-Kollegen Darrell Lance Abbott und Vinnie Abbott angespannt. Phil konzentrierte sich vollständig auf sein Projekt Superjoint Ritual und zog sich nach dem Tod Darrells aus der Öffentlichkeit zurück. Nach einigen Gastauftritten bei diversen Rock-Bands tourte Anselmo 2006 mit Down durch Europa. Drei Konzerte fanden in Deutschland statt. Derzeit ist er mit der Musik-Produzentin Kate Richardson liiert, welche mit ihm das Plattenlabel Housecore Records leitet.[2]

Rassistische Aussagen[Bearbeiten]

Internationales Medienecho zog ein auf YouTube hochgeladenes Video von einem Auftritt Anselmos beim zu Ehren von Dimebag Darrell veranstalteten Festival Dimebash 2016 nach sich, auf dem Anselmo zu sehen ist, wie er nach dem Pantera-Song Walk den Hitlergruß zeigt, gefolgt von den zum Publikum gerufenen Worten White Power.[3] Anselmo versuchte sein Verhalten anfangs als Insiderwitz, der darauf anspielte, dass man backstage Weißwein (white wine) getrunken habe, zu entschuldigen.[4][5] Verschiedene weitere Erklärungen folgten; so wolle er nunmehr seinem langjährigen Alkoholproblem entgegen treten; seinen Bandkollegen legte er nahe, ohne ihn weiterzumachen.[6][7][8][9] Neben breiter externer Rezeption meldeten sich auch kritische Stimmen aus der Metalszene zu Wort. Viel beachtet äußerte etwa der ebenso auf dem Dimebash aufgetretene Robert Flynn von Machine Head Unverständnis darüber, wie das so seit vielen Jahren wiederholt aufgefallene Verhalten Anselmos so lange in der „Metal-Community“ habe akzeptiert werden können. Schon während des gemeinsam aufgeführten Songs A New Level habe Anselmo den Deutschen Gruß gezeigt und White-Power-Aussagen getätigt. Ferner sei es auch backstage zu einem rassistischen Statement gekommen.[10][11][12]

Diskografie[Bearbeiten]

Christ Inversion[Bearbeiten]

  • 1994: Obey the Will of Hell (Demo)
  • 1995: 13th Century Luciferian Rites (Demo)
  • 2004: To Lord Lucifer My First Born

Down[Bearbeiten]

Hauptartikel: Down (Band)#Diskografie

Necrophagia[Bearbeiten]

  • 1998: Holocausto de la Morte
  • 1999: Black Blood Vomitorium
  • 2001: Cannibal Holocaust
  • 2003: A Legacy of Horror Gore and Sickness

Pantera[Bearbeiten]

Philip H. Anselmo & The Illegals[Bearbeiten]

  • 2013: Walk Through Exits Only

Southern Isolation[Bearbeiten]

  • 2001: Southern Isolation

Superjoint Ritual[Bearbeiten]

  • 2002: Use Once and Destroy
  • 2003: A Lethal Dose of American Hatred

Viking Crown[Bearbeiten]

  • 1994: Unorthodox Steps of Ritual
  • 2000: Innocence from Hell
  • 2001: Banished Rhythmic Hate

Eibon[Bearbeiten]

Arson Anthem[Bearbeiten]

  • 2008: Arson Anthem (EP)
  • 2009: Crippled Life auf Housecore Records Compilation Volume 1
  • 2010: Insecurity Notoriety

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pantera and Down frontman Philip Anselmo will release his first solo album, Walk Through Exits Only, on July 16 via his own Housecore Records.
  2. Mike Gitter: Phil Anselmo on New Orleans after Hurricane Isaac, Down and his Upcoming Solo Album. Noisecreep. 24. September 2012. Abgerufen am 5. Oktober 2012.
  3. Housecore Records: YouTube-Upload von Chris_R: Phil Anselmo is a Racist! Ruins Dimebash 2016, 27. Januar 2016, abgerufen am 11. Februar 2016.
  4. Stern: [1], 29. Januar 2016, abgerufen am 11. Februar 2016.
  5. Philip Anselmo Apology, 30. Januar 2016, abgerufen am 11. Februar 2016.
  6. Visions: Phil Anselmo: "Ich habe meinen Bandkollegen nahegelegt, ohne mich weiterzumachen", 4.Februar 2016, abgerufen am 11. Februar 2016.
  7. laut.de: Pantera-Shouter bedauert Hitlergruß, 1. Februar 2016, abgerufen am 11. Februar 2016.
  8. Rolling Stone: Phil Anselmo will nach Hitlergruß freiwillig seine Band verlassen, 4. Februar 2016, abgerufen am 11. Februar 2016.
  9. Rolling Stone: Nach Hitlergruß-Skandal: Phil Anselmo singt Karaoke mit afroamerikanischer Band8. Februar 2016, abgerufen am 11. Februar 2016.
  10. Robert Flynn: Racism in Metal, YouTube, 29. Januar 2016, abgerufen am 11. Februar 2016.
  11. Ronnie Bittner: Machine Head: Robb Flynn rechnet wegen Hitlergruß mit Phil Anselmo ab, Rock Hard, 29. Januar 2016, abgerufen am 11. Februar 2016.
  12. metalsucks.net: Editorial: The Metal Community Must Stop Letting Phil Anselmo Off the Hook for His Racist Remarks, 28. Januar 2016, abgerufen am 11. Februar 2016.