Phil Taylor (Dartspieler)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Phil Taylor
Phil Taylor, Juli 2009
Phil Taylor, Juli 2009
Zur Person
Vollständiger Name Philip Douglas Taylor
Spitzname The Power
Nation EnglandEngland England
Geburtsdatum 13. August 1960
Geburtsort Stoke-on-Trent, England
Wohnort Crewe, England
Dartsport
Dart seit 1976
Wurfhand rechts
Darts 26g Target Power-9Five
Einlaufmusik The Power“ von Snap!
BDO 1988–1993
PDC seit 1993 (Gründungsmitglied)
Platz Weltrangliste 2.[1] (Stand: Januar 2014)
Wichtigste Erfolge

16× Weltmeister (2× BDO, 14× PDC)

Infobox zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2014

Philip „Phil“ Douglas Taylor (* 13. August 1960 in Burslem, Stoke-on-Trent) ist ein englischer Dartspieler. Er ist sechzehnfacher Weltmeister, somit erfolgreichster Spieler aller Zeiten. [2] Sein Spitzname, „The Power“, wurde dem Song The Power von Snap! entnommen.

Karriere[Bearbeiten]

Phil „The Power“ Taylor begann mit dem Dartspiel in den Kneipen von Stoke-on-Trent. Dort wurde er von Eric Bristow entdeckt, einem der bekanntesten Dartspieler der 1980er. Bristow entschloss sich, Taylor mit 10.000 £ zu fördern, allerdings unter der Bedingung, dass Taylor das Geld zurückzahlte. Mit dem Geld war es Phil Taylor möglich, mehr zu trainieren und an kleineren Turnieren teilzunehmen. Von diesem Moment an begann Taylors steiler Aufstieg zu einem der weltbesten Spieler aller Zeiten und dem dominierenden Spieler der 1990er und 2000er Jahre.

Nach dem Gewinn der Canadian Open 1990 war er bei der Darts-Weltmeisterschaft 1990 teilnahmeberechtigt. Dort traf er als ungesetzter Außenseiter im Finale ausgerechnet auf seinen Mentor Eric Bristow, den er klar mit 6-1 bezwang. 1991 wurde Phil Taylor Weltranglistenerster. Ein Jahr später schlug er im WM-Finale Mike Gregory. Danach verließ er die British Darts Organisation (BDO) und wurde einer der Gründer der Professional Darts Corporation (PDC). Das erste Weltmeisterschaftsfinale der PDC im Jahr 1994 verlor Taylor noch klar gegen Dennis Priestley, doch die Weltmeisterschaft des neu gegründeten Profiverbandes konnte er zwischen 1995 und 2002 acht Mal in Folge gewinnen. 2001 schaffte er im Finale einen Durchschnittswert von 107 Punkten pro Aufnahme und eine Checkout-Rate von 72,5 %. Dies ist eine der besten Leistungen, die jemals erreicht wurde. Erst 2003 konnte John Part, der bei Taylors Glanzleistung im Finale 2001 nur Statist gewesen war, mit 7-6 Sätzen gewinnen und damit Taylors Serie unterbrechen. 2004, 2005 und 2006 war Taylor erneut drei Mal in Folge siegreich und kann somit bereits auf elf PDC-Weltmeistertitel sowie zwei BDO-Erfolge blicken. Im Jahr 2007 musste er seine dritte Finalniederlage bei der PDC-Weltmeisterschaft hinnehmen. Er unterlag dort Raymond van Barneveld, der im Februar 2006 in die PDC wechselte, in einem hochklassigen Finale erst im Sudden Death mit 6-7 Sätzen. Bei der PDC-Weltmeisterschaft 2008 erreichte Taylor erstmals nicht das Finale und schied gegen Wayne Mardle im Viertelfinale mit 4-5 Sätzen aus. 2009 stand er wieder gegen Raymond van Barneveld im Finale, dieses Mal gewann er allerdings in 7 zu 1 Sätzen.

Am 28. Mai 2007 gewann Taylor die Premier League Darts gegen Terry Jenkins mit 16-6 Legs und sicherte sich zum dritten Mal den Sieg in der Premier League und damit das Sieger-Preisgeld von 75.000 £. Taylor blieb in 44 Spielen in der Premier League ungeschlagen. Im Jahr 2008 folgten dann die ersten Niederlagen u.a. gegen Raymond van Barneveld am 2. Spieltag. Im Halbfinale gewann er jedoch überlegen mit 11-1 Legs gegen Adrian Lewis und schlug im Finale James Wade mit 16-8 Legs, womit er den Titel bei der Premier League erfolgreich verteidigte.

2002 spielte Taylor bei den Winter Gardens in Blackpool, Lancashire, während seines Viertelfinalspiels gegen Chris Mason in der Stan James World Matchplay Championship ein Nine Dart Finish, das live im Fernsehen übertragen wurde. 2004 konnte er dieses Kunststück in Bolton während einer Partie in der UK Open Championship erneut live im Fernsehen zeigen, wodurch er der erste Spieler wurde, dem es bisher gelungen ist, diese Meisterleistung mehr als einmal vor laufenden Kameras zu vollbringen (Raymond van Barneveld gelang dies im Dezember 2009 und Adrian Lewis im Juli 2011 jeweils zum zweiten Mal). 2005 gelang es ihm ein drittes Mal, erneut bei der UK Open Championship. Am 8. Mai 2007 warf er bei der International Dart League seinen vierten 9-Darter. Seinen fünften 9-Darter warf er nur einen Monat später am 9. Juni bei den UK-Open Championship gegen Wes Newton. Am 7. Juni 2008 gelang ihm erneut bei den UK-Open sein sechstes perfektes Spiel gegen Jamie Harvey.

Am 26. Mai 2008 gewann Phil Taylor im Finale der White & Mackay Premier League Darts der PDC in Cardiff seinen vierten Premier League Titel in Folge gegen James Wade mit einem Ergebnis von 16-8 Legs und sicherte sich damit eine Siegprämie in Höhe von 100.000 £ (ca. 125.000 €). Seit der ersten Austragung der Premiere League im Jahre 2004 hat Phil Taylor bisher (2008) alle Finals gewonnen. Zudem gewann er das am Sonntag, den 2. November erstmals in Deutschland ausgetragene Finale der PDC European Championship of Darts in Frankfurt mit 11-5 Legs gegen Adrian Lewis.

Am 3. Januar 2010 gewann er das Finale der PDC-Weltmeisterschaft gegen Simon Whitlock mit 7-3 Sätzen und wurde so zum fünfzehnten Mal Weltmeister.

Am 24. Mai 2010, im Finale der Premier League 2010, schrieb Phil Taylor ein weiteres Mal Geschichte als er im Spiel gegen James Wade gleich zweimal einen 9-Darter erzielen konnte. Im ersten Versuch musste noch eine 174 (T20, T19, T19), 180 und ein 147'er Finish (T20, T17, D18) herhalten, um dann 13 Legs später mit 180, 180, 141 (T20, T19, D12) sein zweites perfektes Spiel auf dem für ihn eigentlich "normalen" Weg folgen zu lassen. Im kommenden Leg verpasste er dann einen weiteren 9-Darter mit dem 8. Dart auf T17.

Am 1. Januar 2011 schied Taylor als Titelverteidiger bei der PDC World Darts Championship 2011 im Viertelfinale mit 2-5 gegen Mark Webster aus.

Am 31. Juli 2011 gewann er bereits zum vierten Mal in Folge die European Darts Championship.

Bei der PDC World Darts Championship 2012 schied Taylor bereits in der zweiten Runde aus. Er unterlag seinem Landsmann Dave Chisnall mit 1:4.

Am 1. Januar 2013 gewann er seinen 16. Weltmeistertitel im Finale gegen den Niederländer Michael van Gerwen.[3]

Seinen neunten 9-Darter erzielte Taylor am 16. Februar 2012 in der zweiten Woche der Premier League Darts gegen Kevin Painter zum zwischenzeitlichen 5 zu 5 Ausgleich in den Legs. Zwei Wochen später stellte Taylor einen neuen 3-Dart-Average Rekord der Premier League mit 117,35 auf. Bei den Players Championships 2012 in Reading spielte Phil Taylor zwei weitere 9-Darter, am 10. März gegen Tony West und am 11. März gegen Peter Hudson.

Bei der PDC World Darts Championship 2014 schied er überraschend in der 2. Runde gegen Michael Smith aus. Nach dem Finalsieg von Michael van Gerwen verlor Taylor seine Führung in der Weltrangliste und fiel auf Rang zwei zurück.

Ab dem 3. Februar 2014 hat Taylor einen Vertrag beim Ausrüster "Target Darts". Davor war er viele Jahre bei "Unicorn Darts" unter Vertrag.

Ergebnisse bei Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Erfolge[Bearbeiten]

Privates[Bearbeiten]

Taylor hat mit seiner Ex-Frau Yvonne vier Kinder. Er veröffentlichte bereits eine Autobiographie (mit Sky-TV-Dartkommentator Sid Waddell) und hat des Öfteren Auftritte in Fernsehshows. 1999 nahm er nach einem Showmatch zwei junge, betrunkene Frauen mit in sein Wohnmobil, die ihn im Anschluss wegen sexueller Belästigung anzeigten. Taylor entging einer Haftstrafe, musste jedoch eine Geldbuße von 2000 £ zahlen. Sponsoren wandten sich ab und er erhielt 2001 nicht wie vorgesehen die Auszeichnung „Member of the British Empire“.[4]

Trivia[Bearbeiten]

2004 erreichte er bei den UK Poker Open, dem damals höchstdotierten Pokerturnier im Vereinigten Königreich, den 2. Platz hinter dem professionellen Snooker-Spieler Matthew Stevens aus Wales.

Literatur[Bearbeiten]

  • Phil Taylor, Sid Waddell: The Power: My Autobiography, HarperCollinsWillow-Verlag, 2003, ISBN 0-007-16821-7. (bislang nur auf Englisch erschienen)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Order of Merit vom 1. Januar abgerufen am 1. Januar 2014
  2. http://www.op-online.de/sport/mehr-sport/kneipensportler-millionaer-581238.html
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format16. WM-Triumph für Phil Taylor. In: derstandard.at. 2. Januar 2013, abgerufen am 2. Januar 2013.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatChristian Eichler: Der Herr der Pfeile. In: faz.net. 6. Januar 2009, abgerufen am 2. Januar 2013.