Philipp Gurt

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Lesung in Chur
Gedenktafel am Platz der Erinnerung

Philipp Gurt (* 9. Januar 1968 in Chur) ist ein Schweizer Autor.

Werk und Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philipp Gurt wurde vor allem 2016/17 durch seinen Bestseller Schattenkind und den Dokumentarfilm des Schweizer Fernsehen Vom Schattenkind zum Erfolgsautor[1] schweizweit bekannt. Seine Autobiografie Schattenkind blieb während 13 Wochen ununterbrochen auf der Bestsellerliste (Sachbuch) auf Platz 1. Philipp Gurt erhielt dafür den Schweizer Autorenpreis.[2] Insgesamt zwölf Bücher wurden seit 2006 von ihm publiziert, darunter auch die Biografie der Schweizer Biathletin Selina Gasparin.[3]

In Schattenkind setzt sich Philipp Gurt dafür ein, dass missbrauchte Kinder in der Schweiz eine Stimme erhalten. Gurt, der als siebtes von acht Kindern einer finanziell benachteiligten Familie in Graubünden geboren wurde und seine ersten vier Lebensjahre in Maladers verbrachte, erzählt in dieser Autobiografie von seinen Kindheits- und Jugendjahren. Wegen fürsorgerischer Zwangsmassnahmen wurden 1972 alle acht Kinder voneinander getrennt. In den folgenden zwölf Jahren durchlebte Philipp Gurt neben der Einweisung in verschiedene Kinderheime unter anderem Zwangspsychiatrie, Beugehaft, sexuellen Missbrauch durch Erzieherinnen und rohe Gewalt. Detailliert schildert der Autor seine Schicksalsjahre und beschreibt anschaulich seine Strategien, die er sich früh aneignen musste, um das Unfassbare zu überleben. Er schreibt aber auch davon, wie er in seiner zerstörten Welt immer wieder Momente des Glücks gesucht und gefunden hat, sodass er nie die Hoffnung und sein Lachen verlor. Persönliche Fotos und Abbildungen von Dokumenten geben Einblick in das damalige Unrechtssystem.

Aufgrund seines gesellschaftlichen und politischen Engagements hat sich die Bündner Regierung, namentlich Regierungsrat Jon Domenic Parolini, im November 2017 im Rahmen eines Gedenkanlasses bei allen Opfer von Fürsorgerischen Zwangsmassnahmen (bis ins Jahr 1981) entschuldigt. Am Freitag, dem 9. November 2018, wurde der Platz des Gedenkens (Waldhausstall Chur-Prasserieweg) eingeweiht.

Publizierte Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Schnitter (2006)
  • Die Tochter des Scharfrichters (2009)
  • Menschendämmerung (2010)
  • Die fünfte Himmelsrichtung (2012)
  • Im Garten des Vergessens (2013)
  • Insomnia (2014)
  • Bündnerfleisch (2015)
  • Der Mensch in mir (Biografie Irina Beller) (2015)
  • Selina Gasparin (2016)
  • Schattenkind (2016)
  • Blätterflüstern (2017)
  • Bündner Treibjagd (2019)

Auszeichnungen/Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dezember 2016: Nummer 1 Award der Schweizer Bestsellerliste (GfK Entertainment) und des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband (SBVV) für das Buch Schattenkind

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vom Schattenkind zum Erfolgsautor. Schweizer Radio und Fernsehen SRF, 19. Januar 2017, abgerufen am 2. Mai 2017 (Schweizer Hochdeutsch).
  2. BuchMarkt Verlag K. Werner GmbH: GfK Entertainment verleiht Schweizer Autorenpreis an Philipp Gurt | Buchmarkt. Abgerufen am 2. Mai 2017 (deutsch).
  3. Philipp Gurt · Bücher. Abgerufen am 2. Mai 2017.