Philipp Helfmann

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Philipp Helfmann

Johann Philipp Helfmann (* 7. Oktober 1843 in Kelsterbach[1]; † 19. Oktober 1899 in Frankfurt am Main[2] ) war ein deutscher Unternehmer. Der aus Kelsterbach stammende Maurer zog 1872 von Kelsterbach, nach Frankfurt-Bornheim und firmierte dort zunächst als Holzhändler, kurz darauf dann als Bauunternehmer. 1873 folgte ihm sein Bruder Balthasar Helfmann, der bis dahin als selbständiger Schlosser in Frankfurt am Main gearbeitet hatte. 1874 verzeichnete das Bornheimer Adressbuch erstmals die Firma „Gebrüder Helfmann“.

Nach dem Tod seines Bruders Balthasar wandelte Philipp Helfmann 1896 die Firma in die „Aktiengesellschaft für Hoch- und Tiefbauten“ um. Nach seinem Tod 1899 wurde sein seit 1897 in dem Unternehmen tätiger Schwiegersohn Hans Weidmann Vorstandsvorsitzender. 1921 übernahm der Großindustrielle Hugo Stinnes die Aktienmehrheit und integrierte das Bauunternehmen in seinen komplexen Konzern. 1922 wurde deshalb der Unternehmenssitz nach Essen verlegt, 1923 wurde der Unternehmensname (Firma) in „HOCHTIEF Aktiengesellschaft für Hoch- und Tiefbauten vorm. Gebrüder Helfmann“ geändert, später dann Hochtief AG.

Zwischen den beiden Brüdern herrschte eine klare Arbeitsteilung. Philipp machte mehr und mehr die Abwicklung der von Jahr zu Jahr an Bedeutung gewinnenden Bankgeschäfte und die Auftragsbeschaffung zu seinem Tätigkeitsfeld. Balthasar befasste sich hingegen mehr mit der Bauausführung und mit zunehmender Größe des Unternehmens mit der Überwachung.

Der Schwiegersohn von Philipp Helfmann, Hans Weidmann (1862–1948), der viele Jahre im Unternehmen arbeitete und seine Geschichte in einer umfangreichen Chronik festhielt, beschrieb Balthasar als den Handwerker des Brüderpaars. Philipp Helfmann wird als dominant, dynamisch und weitsichtig charakterisiert. Wie sein Schwiegersohn berichtet, war er wohl ein Self-made-man.

Nach Philipp Helfmann sind Straßen in Eschborn (der Helfmann-Park), Kelsterbach (die Arbeitersiedlung Helfmannstraße) und in Darmstadt benannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred Pohl / Birgit Siekmann: HOCHTIEF und seine Geschichte. Von den Brüdern Helfmann bis ins 21. Jahrhundert. Piper 2000, 352 S. ISBN 978-3-492-04270-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. siehe Hessisches Staatsarchiv Marburg (HStAMR Best. 903 Nr. 9469 S. 232)
  2. siehe Hessisches Staatsarchiv Marburg (HStAMR Best. 903 Nr. 10530 S. 134)