Philipp III. (Spanien)

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König Philipp III. von Spanien und Portugal

Philipp III. (* 14. April 1578 in Madrid; † 31. März 1621 in Madrid) war als Felipe III König von Spanien, als Filippo II König von Sizilien und Neapel, sowie als Filipe II König von Portugal und als Filippo II König von Sardinien.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philipp III. wurde als fünfter Sohn von Philipp II. von Spanien und dessen vierter Gemahlin Anna von Österreich geboren. Er regierte in Spanien und Portugal von 1598 bis 1621.

Was sich 1588 mit der Niederlage der Spanischen Armada schon angekündigt hatte, nahm nun, zehn Jahre später, Gestalt an: es begann der Niedergang des spanischen Weltreiches. Philipp III., der Sohn König Philipps II., der Spanien auf den Zenit geführt hatte, glich seinem Vater nur in seiner Frömmigkeit. Politisch unbedarft, legte er die Staatsführung in die Hände von Günstlingen, allen voran in die des Herzogs von Lerma, der ihn 1609 dazu brachte, die Morisken (zum Katholizismus übergetretene Mauren; ca. 275 000) aus Spanien zu vertreiben, was katastrophale Auswirkungen auf die Volkswirtschaft des Königreichs hatte. Immerhin brachte Philipp III. 1604 einen Frieden mit England zustande und beendete so den kostspieligen Krieg. Mit dem österreichischen Zweig der Familie Habsburg schloss er den Oñate-Vertrag. Er verzichtete auf seine Ansprüche auf die Nachfolge von Kaiser Matthias und erhielt dafür territoriale Zusagen. Er griff in den beginnenden Dreißigjährigen Krieg ein, indem er Kaiser Ferdinand II. Truppen sandte. 1621 starb Philipp III. 43-jährig nach 23 Regierungsjahren, nachdem er bereits seit längerer Zeit gesundheitlich angeschlagen war.

Philipp III, dessen Eltern schon eng miteinander verwandt waren (Cousin und Cousine) heiratete ebenfalls eine Prinzessin aus der deutschen Linie des Hauses Habsburg. Der Trend zu Ehen zwischen Mitgliedern der deutschen bzw. spanischen Linie des Hauses Habsburg setzte sich auch in der folgenden Generation unter Philipp IV fort. Das hatte vor allem für die spanische Linie des Hauses fatale Folgen. An Karl II. einem Enkel von Philipp III. zeigten sich aufgrund des jahrhundertelangen Inzests zwischen den beiden Habsburger Linien deutliche Degenerationserscheinungen. Während normalerweise ein Mensch in der fünften Generation über 32 verschiedene Vorfahren verfügt, waren es aufgrund der innerfamiliären Heiraten lediglich zehn, und sieben seiner acht Urgroßeltern stammten direkt von Johanna der Wahnsinnigen ab (Siehe Artikel über Philipp IV.) Mit dem schwer behinderten Karl II. sollte im Jahr 1700 die spanische Linie der Habsburger aussterben. An dieser Entwicklung war auch Philipp III durch seine interfamiläre Heirat mit schuldig.

Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. April 1599 heiratete er Margarete von Österreich (1584–1611), mit der er die folgenden Kinder hatte:

Vorfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Philipp I. (Kastilien) (1478–1506)
 
 
 
 
 
 
 
Karl V. (HRR) (1500–1558)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johanna von Kastilien (1479–1555)
 
 
 
 
 
 
 
Philipp II. (Spanien) (1527–1598)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Manuel I. (Portugal) (1469–1521)
 
 
 
 
 
 
 
Isabella von Portugal (1503–1539)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Maria von Spanien (1482–1517)
 
 
 
 
 
 
 
Philipp III. (Spanien) (1578–1621)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ferdinand I. (HRR) (1503–1564) (Bruder Karls V.)
 
 
 
 
 
 
 
Maximilian II. (HRR) (1527–1576)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Anna von Böhmen und Ungarn (1503–1547)
 
 
 
 
 
 
 
Anna von Österreich (1549–1580)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Karl V. (HRR) (1500–1558)
 
 
 
 
 
 
 
Maria von Spanien (1528–1603)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Isabella von Portugal (1503–1539)
 
 
 
 
 
 

In der Ahnentafel zeigt sich – obwohl nur bis zu den Urgroßeltern reichend – die über mehrere Generationen betriebene Heiratspolitik des Hauses Habsburg: Die spanische wie die österreichische Linie heirateten über mehrere Generationen immer wieder untereinander.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul C.Allen: Philip III and the Pax Hispanica, 1598–1621. The failure of grand strategy. Yale University Press, New Haven u. a. 2000, ISBN 0-300-07682-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Philipp III. (Spanien) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Constantin von Wurzbach: Karl, Infant von Spanien. Nr. 135. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 6. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1860, S. 364 (Digitalisat).
Vorgänger Amt Nachfolger
Philipp II. König von Spanien
1598–1621
Philipp IV.
Philipp II. König von Neapel
1598–1621
Philipp IV.
Philipp II. König von Sizilien
1598–1621
Philipp IV.
Philipp II. König von Sardinien
1598–1621
Philipp IV.
Philipp II. Herzog von Mailand
1598–1621
Philipp IV.
Philipp II. Herzog von Luxemburg
1598–1621
Philipp IV.
Philipp I. König von Portugal
1598–1621
Philipp III.
Diego von Österreich Fürst von Asturien
1584–1598
Philipp von Österreich und Österreich-Steiermark