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Philipp Sonntag (Schauspieler)

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Philipp Sonntag (2014)

Philipp Sonntag (* 18. Dezember 1941 als Eckart Aschauer in Bad Warmbrunn) ist ein deutscher Schauspieler, Kabarettist, Drehbuchautor, Autor, Regisseur und bildender Künstler. Er wirkte bislang in über 110 Film- und Fernsehproduktionen und etlichen Theaterinszenierungen mit.

Herkunft und Ausbildung

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Philipp Sonntag kam als Sohn des Bildhauer und Direktors der Bad Warmbrunner Holzbildhauerschule und einer Arbeiterin zur Welt.[1] 1945 floh die Familie nach Bayern.[1] Er wuchs in Oberammergau auf, wo er im Jahr 1950 erste Erfahrungen als Schauspieler bei den Oberammergauer Passionsspielen sammelte.[1] Sonntag war sechs Jahre lang einziger evangelischer Schüler am Benediktinergymnasium Ettal und studierte nach dem Abitur an der Akademie der Bildenden Künste München und absolvierte eine professionelle Schauspielausbildung.[1]

Sonntags erste Engagements führten ihn an das Düsseldorfer Schauspielhaus und an das Thalia Theater Hamburg, wo er in der Rolle des Barnaby als Schauspieler und als Tänzer in dem Musical Hello, Dolly seine ersten Bühnenerfahrungen machte. Als Theaterschauspieler interpretierte Sonntag ein breites Repertoire, das Stücke von William Shakespeare, die deutschen Autoren der Klassik und Romantik, das Theater der Jahrhundertwende, aber auch Stücke der Moderne und des zeitgenössischen Theaters umfasste.

An der Komödie am Kurfürstendamm war er in dem Stück Eine Nacht wie im Rausch zu sehen, am Berliner Schlosspark Theater in den Bühneninszenierungen der Filmklassiker Arsen und Spitzenhäubchen und Ladykillers. 2014 konnte man Sonntag am Schlosspark Theater an der Seite von Dieter Hallervorden in Thomas Schendels Sonny Boys von Neil Simon sehen und bis Mitte 2015 in einer Doppelrolle in Molières Der Bürger als Edelmann.[2][3] Ab Februar 2015 tourte er mit seinem Soloprogramm Blues in der Bluse.

Film und Fernsehen

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1965 gab Sonntag unter der Regie von Peter Beauvais in der Produktion Mach's Beste draus sein Filmdebüt. 1967 war er als Walter in Franz-Josef Spiekers Schwarz-Weiß-Spielfilm Wilder Reiter GmbH auf der Kinoleinwand zu sehen. Von 1972 bis 1973 spielte er sich selbst in der Kinderserie Das feuerrote Spielmobil. 1972 verkörperte er den Tim in der 13-teiligen Liebesserie Tanz auf dem Regenbogen. Durch diese beiden Serien wurde Sonntag einem breiten Publikum bekannt. 1974 schrieb er das Drehbuch für den Kurzfilm Arche PS und war auch als Co-Regisseur mitbeteiligt. Mit der Filmkomödie Die Momskys oder Nie wieder Sauerkraut gab er 1981 sein Regiedebüt bei einem Langspielfilm.

1991 übernahm Sonntag in der ARD-Arztserie Sag mal Aah! die Rolle des Kurt Doberstein. In der ZDF-Zirkusserie Karriere mit Elefanten spielte er von 1991 bis 1992 an der Seite von Sabine Kaack und Heinrich Schafmeister eine durchgehende Rolle als Dompteur. Danach war er von 1992 bis 1993 als Jackl neben Eberhard Feik in der Familienserie Ein Mann am Zug zu sehen. Von Juni 2007 (Folge 405) bis Oktober 2012 (Folge 1627) war er als Bürgermeister Alois Pachmayer in der ARD-Telenovela Sturm der Liebe zu sehen.[4] Von September 2008 (Folge 1188) bis Januar 2017 (Folge 1613) spielte er den Adolf ‚Adi‘ Stadler in der Lindenstraße. Im Oktober 2019 war er für zwei Folgen erneut in dieser Rolle zu sehen.[5] Von August 2011 (Folge 669) bis November 2012 (Folge 735) spielte er die Rolle des ehemaligen Hauptwachtmeisters Herbert Knecht in der Kinder- und Jugendserie Schloss Einstein. Von 2018 bis 2023 übernahm er an der Seite von Friedrich von Thun die Rolle des Arztes Dr. Ferdinand Huber in der elfteiligen ARD-Fernsehreihe Zimmer mit Stall.

Neben festen Serienrollen übernahm er Gastrollen in zahlreichen Fernsehserien- und reihen, wie etwa Café Meineid, Der Komödienstadel, Tatort, Polizeiruf 110, München 7, Hausmeister Krause, In aller Freundschaft, Dahoam is Dahoam, Doctor’s Diary und Morden im Norden.[6][7][8][9]

Philipp Sonntag (2011)

Er wirkte auch in einige Spielfilmen mit. In Bernd Böhlichs Zweiteiler Der Verleger übernahm er 2001 die Rolle des Kommissar Hansen. 2004 spielte er neben Lisa Martinek den Koch Gernot in der Dramödie Das Zimmermädchen und der Millionär. Thomas Heinemann besetzte ihn in der Filmkomödie Vorne ist verdammt weit weg neben dem fränkischen Kabarettisten Frank-Markus Barwasser als Eduard Bieger in einer der Hauptrollen. Im Zweiteiler Das Weiße Haus am Rhein spielte er 2021 die Rolle der Paul Schwarz.

2004 wurde Sonntag mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet.

Weitere Tätigkeiten und Privates

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Sonntag betätigt sich auch als Autor. 2009 veröffentlichte er mit Ketzermusical seinen ersten Roman.[10] Er stellt zudem regelmäßig eigene Malereien, Zeichnungen und Objekte aus.

Ab Ende der 1970er Jahre war Sonntag mit der Krautrock-Sängerin Renate Knaup (* 1948) verheiratet. Aus der Ehe entstammt eine gemeinsame Tochter (* 1981). 2012 heiratete er in zweiter Ehe Evangelia Epanomeritaki (* 1979), die Leiterin des Berliner Schlossparktheaters.[11] Das Paar lebt in Berlin.[12]

Fernsehserien und -reihen

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Commons: Philipp Sonntag – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. a b c d Philipp Sonntag im Munzinger-Archiv, abgerufen am in: Internationales Biographisches Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. Komödie: „Sonny Boys“ im Schlosspark Theater. In: Berliner Morgenpost. 23. Dezember 2013, abgerufen am 23. Dezember 2013.
  3. Philipp Sonntag – Schlosspark Theater. Abgerufen am 18. Februar 2025.
  4. Der bayerische Louis de Funès – Sturm der Liebe – ARD | Das Erste. Abgerufen am 18. Februar 2025.
  5. Adolf Stadler. 17. Mai 2013, abgerufen am 18. Februar 2025.
  6. Philipp Sonntag | filmportal.de. Abgerufen am 18. Februar 2025.
  7. OFDb – Philipp Sonntag (Darsteller). Abgerufen am 18. Februar 2025.
  8. imfernsehen GmbH & Co KG: Filmografie Philipp Sonntag. 25. Juli 2022, abgerufen am 18. Februar 2025.
  9. Philipp Sonntag – Serien, Sendungen auf TV Wunschliste. Abgerufen am 18. Februar 2025.
  10. Philipp Sonntag Ketzermusical (Schiler & Mücke Publishers). Abgerufen am 15. September 2024.
  11. Strahlender Bräutigam: Philipp Sonntag mit seiner frisch angetrauten Frau Evangelia Epanomeritaki. In: Weser-Kurier. 25. Mai 2012, abgerufen am 25. Mai 2012.
  12. Philipp Sonntag | Schauspieler. Abgerufen am 18. Februar 2025.