Philipp Walulis

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In Staffel 3 Episode 5 von Walulis sieht fern stellt der Moderator selbst dieses betont „unvorteilhafte“ Foto in seinen Wikipediaartikel.[1]

Philipp Xaver Walulis[2] (* 5. August 1980 in Starnberg) ist ein deutscher Hörfunk- und Fernsehmoderator.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philipp Walulis am Set zu den Dreharbeiten der 2. Staffel von Walulis sieht fern

Walulis wuchs im oberbayerischen Pöcking auf. Nach einem Studium der Theater- und Kommunikationswissenschaft sowie der Psychologie an der LMU begann er seine Laufbahn 2004 als Moderator und Ressortleiter beim Münchner Radiosender M94.5. Dort entwickelte er die Late-Night-Sendung m94.5nachtgestalten, die u.a. typische Radioelemente wie Scherzanrufe parodierte[3] oder sich satirisch mit dem Optimierungsdrang von Privatradiostationen auseinandersetzte.[4] Für diese von 2004 bis 2006 ausgestrahlte Sendung erhielt er den Nachwuchspreis vom Bayerischen Rundfunk und Stiftung Zuhören und den Hörfunkpreis der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien.[5] Für einen Aprilscherz benannte er den Sender für zwei Stunden in SHIT.fm um. Hierbei wurden Mainstream-Sender mit dem Motto „Der größte Scheiß der 80er & 90er und die dümmsten Sprüche von heute“ parodiert.[6] Dabei dauerte kein Lied länger als 1:30 Minuten. Zwei Stunden lang moderierte Breakfast Bernie zusammen mit Karin Kicherschlampe „die beste Morningshow aller Zeiten“. Es gab Werbung für Puke Duke, das Bier mit Zimt-Vanille-Geschmack, einen Blitzerbericht ohne Blitzer und jede Menge aufgeblasener Jingles.[7] Die Persiflage auf das Formatradio tat einigen M94.5-Stammhörern so weh in den Ohren, dass diese den Sender besuchten, um mit Transparenten ihr Radio zurückzufordern.[8] 2006 wechselte er zum Bayerischen Rundfunk und dessen Jugendprogrammen on3 und Zündfunk.

2007 entstand zusammen mit seinen Mitstreitern von M94.5 das Satireprojekt AGGRO Grünwald - Die Stehkrägen. Er entwickelte mehrere junge Schnöselfiguren wie Yachtmeister oder M.C. Erbgraf und produzierte das Rap-Video Eure Armut kotzt uns an. Dabei gaben sich Walulis und seine Mitstreiter nicht zu erkennen, sondern zogen über Wochen die Rolle der arroganten Unsympathen durch. Viele große Medien wie u.a. 3sat, die taz oder die Süddeutsche Zeitung fielen zuerst auf diese Parodie herein.[9] Erst mit der Zeit stellte sich heraus, dass er mit dieser Aktion die Schickimicki-Attitüde reicher Kids kritisierte. Für diese Parodie der Münchner Schickeria und das Narren der Medien wurde er 2009 mit dem Lokalfernsehpreis der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien[10] ausgezeichnet.

Von 2008 bis 2010 war er Moderator der täglichen Livesendung MyPokito auf RTL II. In den Jahren 2010/11 moderierte er auf münchen.TV gemeinsam mit Philipp Seidel die Talkshow Philipp und Philipp unterhalten sich. Von 2011 bis 2013 war er als Reporter für die wöchentliche Live-Fernsehsendung DASDING.tv des Südwestrundfunks tätig. Ende 2011 startete Walulis auf Tele 5 die Fernsehsatire Walulis sieht fern, für die ihm 2012 der Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung überreicht wurde und die von Mai 2012 bis zur Einstellung von EinsPlus Ende September 2016 in der ARD lief.[11] Seit Ende Februar 2013 gibt es in der Satiresendung Extra 3 im NDR zudem eine regelmäßige Rubrik „Walulis sieht fern“.[12] 2015 präsentierte er zudem zusammen mit Pierre M. Krause und Jeannine Michaelsen die TV-Satire Die Fernseher, die im Hauptprogramm der ARD Das Erste ausgestrahlt wird.[13]

In den Jahren 2016 und 2017 produzierte er mit seiner Produktionsfirma einige Clips für die Rubrik Walulis Medientypen des NDR-Medienmagazins ZAPP.

Seit 2017 moderiert Walulis auf YouTube die Sendung Walulis, eine Art Nachfolgeformat von Walulis sieht fern, für das Jugendangebot funk der ARD und ZDF. In Walulis setzt er sich meist satirisch mit Fernsehsendungen und YouTubern sowie deren Formaten auseinander. In Make The Internet Great Again By Philipp Walulis, zeigte er den Werdegang des Formates Walulis und ließ auch die Zuschauer an der Gestaltung teilhaben.[14]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nachwuchspreis des Bayerischen Rundfunk & Stiftung Zuhören
  • 2006: Bayerischer Hörfunkpreis in der Kategorie Comedy
  • 2009: Anerkennungspreis Fernsehen der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien
  • 2012: Grimme-Preis für Walulis sieht fern in der Kategorie Unterhaltung[15]
  • 2015: Auszeichnung Kultur- und Kreativpilot Deutschland 2015 der Bundesregierung[16]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Philipp Walulis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Philipp Walulis. (2013). Walulis sieht fern - Kinderfernsehen, Stefan Raab und Survival-Shows | EinsPlus.
  2. Aufwachen Podcast #181 mit Gast: Philipp Walulis. In: Youtube-Kanal „Tilo Jung“. 17. Februar 2017, abgerufen am 19. Februar 2017 (Minute 0:44).
  3. Der kleine Miels - preisgekrönte Parodie auf Scherzanrufe, Audiodatei auf walulis.de
  4. shit.FM Teaser, Audiodatei auf walulis.de
  5. Pressemitteilung Gewinner BLM Hörfunkpreis 2006 | Bayerische Landeszentrale für neue Medien (Memento vom 31. Mai 2015 im Internet Archive)
  6. Zusammenschnitt Shit.FM, Audiodatei auf walulis.de
  7. Radikale Satire und Perfektionismus | zeit.de
  8. Demonstration bei Radio M94,5 wegen Aprilscherz | Radioszene.de (Memento vom 31. Mai 2015 im Internet Archive)
  9. Pressereaktionen auf Aggro Grünwald, youtube.com
  10. Pressemitteilung Gewinner BLM Lokalfernsehpreis 2009 | Bayerische Landeszentrale für neue Medien (Memento vom 31. Mai 2015 im Internet Archive)
  11. Sprung geschafft, Sueddeutsche.de, aufgerufen am 20. Mai 2012
  12. Medienparodie "Walulis sieht fern" neue Satire-Rubrik bei "extra 3" | NDR.de - Pressemitteilungen (Memento vom 11. November 2013 im Internet Archive)
  13. Die Fernseher | Das Erste - Sendungen (Memento vom 21. Februar 2015 im Internet Archive)
  14. Walulis sieht fern - der offizielle Kanal. Abgerufen am 14. Februar 2017 (deutsch).
  15. Radikale Satire und Perfektionismus, Zeit online, aufgerufen am 14. März 2012
  16. Enrico Pallazzo Film- und Fernsehproduktion von Bundesregierung ausgezeichnet (Memento vom 21. Dezember 2015 im Internet Archive)