Philippstein

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50.4929083333338.3813777777778201Koordinaten: 50° 29′ 34″ N, 8° 22′ 53″ O

Philippstein
Stadt Braunfels
Höhe: 201–238 m
Fläche: 8,4 km²
Einwohner: 982 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 117 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35619
Vorwahl: 06442
Karte

Lage von Philippstein in Braunfels

Ortsmitte um die Evangelische Kirche
Burgruine Philippstein

Philippstein ist ein Ortsteil der mittelhessischen Stadt Braunfels im Lahn-Dill-Kreis. Im Ort leben etwa 1000 Einwohner.

Geografie[Bearbeiten]

Philippstein liegt im nördlichen Taunus, südlich der Braunfelser Kernstadt und direkt an der Kreisgrenze zum Landkreis Limburg-Weilburg. Durch das Dorf verläuft der Möttbach, der von Süden kommend und bei Möttau entsprungen, nach Braunfels fließt.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprung des Ortes ist die Burg Philippstein, die 1390 durch den Landgrafen Philipp I. von Nassau-Weilburg und Saarbrücken auf einem Bergkegel als Grenzburg zur Solmser Grafschaft errichtet wurde. Gleichzeitig ist Philipp I. der Namensgeber für die Burg und die entstandene Siedlung.

1610 erbauten die Bürger eine evangelische Kirche und ein Pfarrhaus. Im Dreißigjährigen Krieg besetzten spanische Soldaten zehn Jahre lang die Ortschaft. Darauf folgten die schwedischen Truppen, die die Spanier vertrieben.

Um Philippstein entstand mit dem Beginn der Industrialisierung der Tagebau Wilhelmstollen (1937) und die Grube Eisenfeld (1838). In den darauffolgenden Jahrzehnten entstanden sieben weitere Eisenerzgruben. Philippstein wurde zu einem Bergarbeiterdorf mit bis zu 400 Bergleuten in der Spitze. 1962 wurden die letzten beiden Gruben geschlossen. Heute erinnert ein Denkmal an die Tradition des Bergbaus im Ort.

Politisch gehörte die eigenständige Gemeinde Philippstein seit dem 1. Juli 1867 zum preußischen Oberlahnkreis im Herzogtum Nassau. Mit der Vereinigung des Oberlahnkreises mit dem Kreis Limburg am 1. Juli 1974, ließ sich Philippstein, gleichwie das nahegelegene Altenkirchen, in die Stadt Braunfels eingemeinden[1] und gehörte fortan zum Landkreis Wetzlar, bis dieser aufgelöst wurde und am 1. Januar 1977 der Lahn-Dill-Kreis entstand.

Sehenswertes[Bearbeiten]

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

Die Evangelische Kirche des Ortes ist ein von 1913 bis 1914 errichteter Neubau des Architekten Ludwig Hofmann aus Herborn. Sie zählt damit zu den typischen „Hofmann-Kirchen“ mit Einfluss durch die Heimatschutzbewegung. An der Stelle der heutigen Kirche stand bereits ein barocker Vorgängerbau, von dem Hofmann einige Merkmale, wie das einseitig abgewalmte Dach mit Dachreiter übernahm. Die barocke Kanzel entstammt vermutlich auch der Vorgängerkirche. Das Glasfenster, das um 1914 entstanden ist, wurde von Ferdinand Müller aus Quedlinburg gefertigt.[2]

Jüdischer Friedhof[Bearbeiten]

Am westlichen Ortsrand von Philippstein befindet sich ein kleiner Jüdischer Friedhof. Er wurde ausschließlich von den jüdischen Bürgern aus Philippstein in den Jahren 1850 bis 1927 genutzt. Heute ist der kleine Friedhof von Hecken umgeben und mit einem Tor verschlossen.[3]

Verkehr[Bearbeiten]

Etwa 4 Kilometer südwestlich der Ortschaft verläuft die Bundesstraße 456, die über die L 3451 zu erreichen ist. Durch den Ort führen die K 428 nach Bermbach und die K 379, die von Braunfels kommend, nach Altenkirchen verläuft.

Ab 1876 führte mit der Ernstbahn eine Schmalspurbahn vom Lahnbahnhof bis nach Philippstein. Zunächst wurde sie nur für den Güterverkehr benutzt, um Erz aus den Gruben abzutransportieren. Ab dem 1. Mai 1913 begann der Personenverkehr ab Philippstein. Bereits 1930 wurde der Personen- und Stückgutverkehr eingestellt und auch der Transport des Eisenerzes wurde 1962 mit der Schließung der Gruben beendet. Die Bahnanlagen wurden danach weitestgehend zurückgebaut.

Des Weiteren liegt Philippstein an der Deutschen Fachwerkstraße.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 380.
  2. Evangelische Kirche Philippstein beim Landesamt für Denkmalpflege Hessen, abgerufen am 13. Februar 2009
  3. Jüdischer Friedhof Philippstein beim Landesamt für Denkmalpflege Hessen, abgerufen am 13. Februar 2009

Weblinks[Bearbeiten]