Philippstein

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Koordinaten: 50° 29′ 34″ N, 8° 22′ 53″ O

Philippstein
Stadt Braunfels
Höhe: 201 (201–238) m ü. NHN
Fläche: 8,4 km²[1]
Einwohner: 1051 (30. Jun. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 125 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35619
Vorwahl: 06442
Karte

Lage von Philippstein in Braunfels

Ortsmitte um die Evangelische Kirche

Ortsmitte um die Evangelische Kirche

Philippstein ist ein Ortsteil der mittelhessischen Stadt Braunfels im Lahn-Dill-Kreis. Im Ort leben etwa 1000 Einwohner.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philippstein liegt im nördlichen Taunus, südlich der Braunfelser Kernstadt und direkt an der Kreisgrenze zum Landkreis Limburg-Weilburg. Durch das Dorf verläuft der Möttbach, der von Süden kommend und bei Möttau entsprungen, nach Braunfels fließt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgruine Philippstein

Ursprung des Ortes ist die Burg Philippstein, die 1390 durch den Landgrafen Philipp I. von Nassau-Weilburg und Saarbrücken auf einem Bergkegel als Grenzburg zur Solmser Grafschaft errichtet wurde. Gleichzeitig ist Philipp I. der Namensgeber für die Burg und die entstandene Siedlung.

1610 erbauten die Bürger eine evangelische Kirche und ein Pfarrhaus. Im Dreißigjährigen Krieg besetzten spanische Soldaten zehn Jahre lang die Ortschaft. Darauf folgten die schwedischen Truppen, die die Spanier vertrieben.

Um Philippstein entstand mit dem Beginn der Industrialisierung der Tagebau Wilhelmstollen (1937) und die Grube Eisenfeld (1838). In den darauffolgenden Jahrzehnten entstanden sieben weitere Eisenerzgruben. Philippstein wurde zu einem Bergarbeiterdorf mit bis zu 400 Bergleuten in der Spitze. 1962 wurden die letzten beiden Gruben geschlossen. Heute erinnert ein Denkmal an die Tradition des Bergbaus im Ort.

Ab 1876 führte mit der Ernstbahn eine Schmalspurbahn vom Lahnbahnhof bis nach Philippstein. Zunächst wurde sie nur für den Güterverkehr benutzt, um Erz aus den Gruben abzutransportieren. Ab dem 1. Mai 1913 begann der Personenverkehr ab Philippstein. Bereits 1930 wurde der Personen- und Stückgutverkehr eingestellt und auch der Transport des Eisenerzes wurde 1962 mit der Schließung der Gruben beendet. Die Bahnanlagen wurden danach weitestgehend zurückgebaut.

Politisch gehörte die eigenständige Gemeinde Philippstein seit dem 1. Juli 1867 zum preußischen Oberlahnkreis im Herzogtum Nassau. Mit der Vereinigung des Oberlahnkreises mit dem Kreis Limburg am 1. Juli 1974, ließ sich Philippstein, gleichwie das nahegelegene Altenkirchen, in die Stadt Braunfels eingemeinden[2] und gehörte fortan zum Landkreis Wetzlar, bis dieser aufgelöst wurde und am 1. Januar 1977 der Lahn-Dill-Kreis entstand.

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Philippstein unterstand im Überblick:[3][4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1970 sind:[4]

  • 1840: 416 Einwohner
  • 1905: 564 Einwohner
  • 1939: 601 Einwohner
  • 1961: 854 Einwohner
  • 1970: 854 Einwohner
Philippstein: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
380
1840
  
416
1846
  
422
1852
  
443
1858
  
488
1864
  
542
1871
  
541
1875
  
538
1885
  
636
1895
  
676
1905
  
564
1910
  
577
1925
  
627
1939
  
601
1946
  
804
1950
  
828
1956
  
843
1961
  
854
1967
  
854
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Philippstein gibt es einen Ortsbeirat mit einem Ortsvorsteher. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern, wovon seit der Kommunalwahlen in Hessen 2016 drei Mitglieder von der CDU und zwei Mitglied von der SPD gestellt werden.[5]

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philippstein liegt an der Deutschen Fachwerkstraße.

Evangelische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Evangelische Kirche des Ortes ist ein von 1913 bis 1914 errichteter Neubau des Architekten Ludwig Hofmann aus Herborn. Sie zählt damit zu den typischen „Hofmann-Kirchen“ mit Einfluss durch die Heimatschutzbewegung. An der Stelle der heutigen Kirche stand bereits ein barocker Vorgängerbau, von dem Hofmann einige Merkmale, wie das einseitig abgewalmte Dach mit Dachreiter übernahm. Die barocke Kanzel entstammt vermutlich auch der Vorgängerkirche. Das Glasfenster, das um 1914 entstanden ist, wurde von Ferdinand Müller aus Quedlinburg gefertigt.[6]

Jüdischer Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am westlichen Ortsrand von Philippstein befindet sich ein kleiner Jüdischer Friedhof. Er wurde ausschließlich von den jüdischen Bürgern aus Philippstein in den Jahren 1850 bis 1927 genutzt. Heute ist der kleine Friedhof von Hecken umgeben und mit einem Tor verschlossen.[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 4 Kilometer südwestlich der Ortschaft verläuft die Bundesstraße 456, die über die L 3451 zu erreichen ist. Durch den Ort führen die K 428 nach Bermbach und die K 379, die von Braunfels kommend, nach Altenkirchen verläuft.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b „Statistische Daten Philippstein“ im Internetauftritt der Stadt Braunfels, abgerufen im August 2016.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 380.
  3. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  4. a b Philippstein, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 30. Januar 2017)
  5. Ortsbeirat Philippstein im Internetauftritt der Stadt Braunfels, abgerufen im Februar 2017.
  6. Evangelische Kirche Philippstein beim Landesamt für Denkmalpflege Hessen, abgerufen am 13. Februar 2009
  7. Jüdischer Friedhof Philippstein beim Landesamt für Denkmalpflege Hessen, abgerufen am 13. Februar 2009

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]