Philippsthal (Nuthetal)

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Philippsthal
Gemeinde Nuthetal
Koordinaten: 52° 19′ 59″ N, 13° 8′ 28″ O
Höhe: 35 m
Einwohner: 178 (21. Jul. 2016)
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 14558
Vorwahl: 033200
denkmalgeschützter Straßenzug

Philippsthal ist ein Straßendorf im brandenburgischen Landkreis Potsdam-Mittelmark. Es ist heute Teil der Gemeinde Nuthetal, die aus einem freiwilligen Zusammenschluss von fünf bis dahin selbständigen Ortschaften entstanden ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowohl unter Friedrich I. als auch Friedrich II. wurde, um Preußen unabhängig von Importen zu machen, die Bildung von Textilmanufakturen gefördert. Im Zuge dessen entstanden sogenannte Spinnerdörfer.

Eines davon ist das 1754 gegründete Philippsthal. Es wird vermutet, dass der Name des Dorfes eine Würdigung von Philipp Wilhelm von Brandenburg-Schwedt ist. Dieser hatte u. a. die Besiedlung des Oderbruchs gefördert. Ursprünglich war Philippsthal dem Amt Saarmund zugeordnet und sollte Heimat für 50 Familien werden.

Für die 50 Spinnerfamilien wurden rund 25 schilf- oder strohgedeckte Fachwerk-Doppelhäuser mit gemeinsamem Rauchfang, das Haus des Schulzen und drei Brunnen errichtet. Jede der Familien erhielt vom preußischen König je einen Morgen Gartenland und Wiese sowie eine Kuh. Zudem wurden die Familien von Abgaben befreit. Im Gegenzug mussten sie monatlich zwei Pfund versponnene Wolle abliefern. Ein vom König eingesetzter Schulze überwachte die Abgabe der Wolle an die ansässigen Spinner und auch die Ablieferung der hergestellten Garne.

Der Versuch der Seidenraupenzucht scheiterte bereits im Ansatz, da die Maulbeerbäume das Klima nicht vertrugen. Die Manufakturen bestanden noch bis 1816. Seitdem gehen die Einwohner anderen Berufen nach.

Durch die daraus folgende schwierige wirtschaftliche Lage entstand erst 1902 die zugesagte eigene Schule. Die Dorfkirche entstand sogar noch zwei Jahre später. Zu diesem Zeitpunkt war aus dem Spinnerdorf bereits ein Bauerndorf geworden, welches einige stattliche Gehöfte hatte, von denen eines heute unter Denkmalschutz steht.

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 26. Oktober 2003 wurde Philippsthal in die neue Gemeinde Nuthetal eingegliedert.[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das kleine Dorf hat neben der Dorfkapelle am Anger den Gasthof "Philippsthal" eingerichtet.

Das jährliche Osterfeuer ist eine Tradition, die mittlerweile auch viele Auswärtige das Dorf besuchen lässt. Der Kürbisverkauf während der Saison, wo die Kürbisse in fast jedem Garten angeboten werden, ist mittlerweile über die Regionen hinaus bekannt.

Auf dem Dorfanger neben der Kirche existiert ein Denkmal für die Gefallenen im 1. Weltkrieg. Das nicht sehr große Denkmal besteht aus einem aufgerichteten, zur Wand behauenen Findling auf der eine Metallplatte die Namen der Gefallenen trägt. Umrahmt wird dies von einer steinbeetartig angeordneten Ansammlung Natursteine.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ungewöhnlich für die Größe des Ortes ist die Häufung von Baudenkmälern. Insgesamt hat Philippsthal sechs eingetragene Baudenkmäler. Die meisten Baudenkmäler erinnern an die Zeit der kolonisatorischen Besiedlung.

Friedrichshuld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haus Friedrichshuld

Das 1765 errichtete Haus Friedrichshuld am Nordostausgang des Dorfes war der Wohnort des Schulzen, existiert noch heute und ist ein eingetragenes Baudenkmal. Mittelpunkt der Plantage für die Seidenraupenzucht aus Friedrichs Huld war das zweistöckige, herrschaftlich eingerichtete Haus des Schulzen mit mehreren Seitengebäuden. Zum Haus gehört ein Park.

Der damals an der Spitze des preußischen Kriegskonsistoriums stehende Feldpropst Decker war der erste Eigentümer des Hauses. Um 1800 wurde das Haus neu gestaltet und erhielt den heutigen Namen Haus Friedrichshuld.

Dorfkapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Dorfkirche war dem Ort bereits bei Gründung versprochen worden, der Bau wurde aber auf Grund der finanziellen Lage über 150 Jahre lang nicht verwirklicht.

Dorfkapelle Philippsthal

Dorfkapelle Philippsthal

Weitere Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem historisch gewachsenen Straßenbild sind zwei Wohnhäuser (Dorfstraße 5 & 36) sowie ein Gehöft (Dorfstraße 35) in die Landesdenkmalliste eingetragen. Die Wohnhäuser sind Spuren der ursprünglich kolonisatorischen Besiedlung des Dorfes. Ein vollständiger Überblick über die Baudenkmale findet sich in der Liste der Baudenkmale in Nuthetal.

Schule mit Lehrerwohnung in Philippsthal

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher ist seit dem 1. Oktober 2017 Dr. Bernd-Alois Tenhagen (Bürger Ortsteile Nuthetal).

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbeirat setzt sich aus 3 Abgeordneten zusammen.

Partei/Gruppierung Sitz/e
Philippsthaler Bürger 3
Gesamt 3

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)

Bilder aus Philippsthal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Philippsthal (Nuthetal) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003