Physikalische Entwicklung

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Die physikalische Entwicklung ist eine spezielle Entwicklungsmethode in der Fotografie. Trotz der irreführenden historisch bedingten Bezeichnung, handelt es sich dabei um chemische Prozesse. Die Bezeichnung wurde wohl zur Unterscheidung von der herkömmlichen chemischen Entwicklung geprägt, bei der das Silberhalogenid an der durch die Belichtung entstandenen Entwicklungszentren (man spricht auch vom latenten Bild oder von den Silberkeimen) im Entwicklungsprozess zu metallischem Silber reduziert wird. Im Unterschied dazu wird bei der physikalischen Entwicklung das belichtete Filmmaterial jedoch zuerst fixiert. Dabei wird das Silberhalogenid aus der fotografischen Schicht herausgelöst. Nur das latente Bild bleibt erhalten.

Um nun dieses Bild hervorzurufen, wird ein spezieller Entwickler, meist auch als physikalischer Entwickler bezeichnet, verwendet, der u. a. neben einer Entwicklersubstanz zusätzlich gelöste Silbersalze enthält. Diese Salze werden reduziert und das gebildete Silber schlägt sich dann in äußerst fein verteilter Form am latenten Bild nieder. Das Ergebnis ist ein sehr feinkörniges Negativ. Doch der große Nachteil dieses Verfahrens ist der damit verbundene hohe Empfindlichkeitsverlust des Filmmaterials. Um zu brauchbaren Ergebnissen zu kommen, wären also ziemlich lange Belichtungszeiten erforderlich.

Daher hat die physikalische Entwicklung in der bildmäßigen Fotografie praktisch keinerlei Bedeutung. Sie kann jedoch als recht eindrucksvolle Demonstration für die Existenz des latenten Bildes bzw. von Silberkeimen dienen.

Lediglich bei speziellen Entwicklungsverfahren kommt es parallel zur chemischen Entwicklung zu Vorgängen, die der physikalischen Entwicklung entsprechen. Hierbei enthalten die Entwickler zusätzlich Substanzen, die Silberhalogenide aufzulösen vermögen. Diese werden dann, wie oben beschrieben, zu Silber reduziert, welches sich dann am latenten Bild anlagert. Dieses Prinzip wird z. B. bei den sogenannten echten Feinkornentwicklern genutzt, um auf diese Weise ein besonders feines Korn zu erzielen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl-Wilhelm Junge, Günter Hübner: Fotografische Chemie. VEB Photokinoverlag Leipzig, Leipzig 1972, S. 34f. ISBN (Hlw.) : M 10.80.
  • E. Mutter: Kompendium der Fotografie. Verlag für Radio-Foto-Kinotechnik, Berlin.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]