Piégut-Pluviers

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Piégut-Pluviers
Wappen von Piégut-Pluviers
Piégut-Pluviers (Frankreich)
Piégut-Pluviers
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Périgord Vert Nontronnais
Gemeindeverband Périgord Nontronnais
Koordinaten 45° 37′ N, 0° 41′ OKoordinaten: 45° 37′ N, 0° 41′ O
Höhe 216–310 m
Fläche 18,11 km2
Einwohner 1.174 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 65 Einw./km2
Postleitzahl 24360
INSEE-Code

Piégut-Pluviers, okzitanisch Puei 'gut e Pluviers, ist eine französische Gemeinde mit 1174 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Kanton Périgord Vert Nontronnais (bis 2015: Kanton Bussière-Badil).

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lagekarte von Piégut-Pluviers

Der Ort hieß in gallorömischer Zeit «Podium Acutum». Die lateinische Bezeichnung wandelte sich dann über «Puy-Agu» (spitze Bergkuppe) schließlich zu «Piégut».

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Turm über Piégut nach Osten

Die Gemeinde Piégut-Pluviers liegt 45 Kilometer von Angoulême und 65 Kilometer von Périgueux entfernt. Über die D 675 ist sie mit Nontron im Süden und Saint-Mathieu im Département Haute-Vienne weiter im Norden verbunden. Ferner kreuzt die D 91 von Marval nach dem weiter westlich im Département Charente gelegenen Montbron. Die D 91 E verbindet sie mit Le Bourdeix im Südwesten.

Folgende 6 Nachbargemeinden umgeben das Gemeindegebiet von Pluviers-Piégut:

Im Gemeindegebiet liegen zahlreiche Weiler, isolierte Höfe, Mühlen und Geländepunkte wie beispielsweise Bois de Puyrocher, Bost Gaillou, Cabaniers, Château de Puyrazeaud, Chez Noyer, La Bonnefond, La Domèze, La Folie, La Lègue, La Maison Blanche, La Malignie, La Noche, La Nosilière, La Renaudie, La Tricherie, La Vigne, Lascaud, Lauterie, Le Cluzeau, Le Moulin de chez Noyer, Les Champs Fleuris, Les Granges, Les Touilles, Luclas, Montagut, Prieuraud, Puygaud, Soulagnieux, Tous Vents und Villefaix.

Das Gemeindegebiet durchqueren nur zwei kleinere Bäche, der Ruisseau de l'Étang Grolhier und der in den Trieux übergehende Ruisseau de l'Étang des Petits Moulins, die beide nach Nordwesten abfließen. Es sind unzählige kleinere, künstlich angelegte Weiher und Stauseen vorhanden; der größte unter ihnen, der Étang Grolhier, ist ein Vogelschutzgebiet.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lamprophyr

Das Gemeindegebiet von Piégut-Pluviers wird in seiner Gesamtheit vom oberkarbonischen Piégut-Pluviers-Granodiorit unterlagert, der hier vorwiegend mit seiner grobkörnigen Normalfazies auftritt. Dieses rund 250 Quadratkilometer große Granodioritmassiv wurde nach seiner Typlokalität Piégut-Pluviers benannt. Der Granodiorit war ehemals ein sehr begehrter dekorativer Baustein für Tür- und Fensterstürze und wurde im Steinbruch von Piégut und von Lacaujamet (Gemeinde Saint-Estèphe) abgebaut. Mittlerweile sind diese Aktivitäten jedoch zum Erliegen gekommen. Am nördlichen Ende des Steinbruchs von Piégut steht ein äußerst seltener Lamprophyrgang an.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Piégut-Pluviers ist seit 1998 (und neu bestätigt im Jahr 2011) Teil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Die Talungen des Trieux im Nordosten der Gemeinde und des Ruisseau de l'Étang Grolhier im Nordwesten bilden eine ökologische Schutzzone des kontinentalen Typus 1, die im Französischen als ZNIEFFzone naturelle d'intérêt écologique, faunistique et floristique bezeichnet wird. Sie gehört zu den « Vallées du réseau hydrographique de la Tardoire et du Trieux » (Täler des hydrographischen Netzwerks von Tardoire und Trieux), die sich durch ihre bemerkenswerte Flora und ihre Wassergüte auszeichnen.

Im Norden von Pluviers teilen sich die Gemeinden Piégut-Pluviers (zirka 7,5 Hektar), Champniers-et-Reilhac (zirka 4,2 Hektar) und Busserolles (zirka 10,7 Hektar) den Étang Grolhier, der seit 1979 unter Naturschutz steht.

Fernwanderweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fernwanderweg GR 4 von Royan nach Grasse durchzieht von Busserolles kommend den Westen des Gemeindegebiets, um dann nach Saint-Éstephe überzuwechseln.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Turm von Piégut

Erste Siedlungsspuren reichen ins Neolithikum zurück (Funde am Butte du Collège), auch die Eisenzeit ist dokumentiert (Mauerreste bei Puygaud und bei Maine du Bos). In der Nähe des Weilers Chez Noyer kann man noch eine 12 Meter breite, von Gräben begleitete Römerstraße ausmachen, es befand sich hier außerdem einst eine gallorömische Schmiede.

Im Ortsteil Pluviers wurde im 12. Jahrhundert mit dem Bau einer romanischen Kirche begonnen, der im 15. Jahrhundert und schließlich im 19. Jahrhundert abgeändert wurde.

Auf einer Anhöhe im Granodiorit wurde im 12. Jahrhundert im Ortsteil Piégut eine stark befestigte Burganlage errichtet, die jedoch im Jahr 1199 von Richard Löwenherz zerstört wurde. Von dieser Anlage ist heute neben Mauerresten nur noch der 23 Meter hohe Rundturm erhalten geblieben.

Im 15. Jahrhundert bestand in Piégut die von Limoges abhängige Seigneurie Piégut (Puy-Agu).

Die vormals unabhängigen Gemeinden Piégut und Pluviers fusionierten 1862 zu Piégut-Pluviers.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Piégut-Pluviers[1][2]
Jahr Einwohner Einwohnerdichte


1962 1558 86,0/km²
1968 1545 85,3/km²
1975 1504 83,0/km²
1982 1527 84,3/km²
1990 1471 81,2/km²
1999 1313 72,6/km²
2005 1215 66,7/km²
2008 1216 67,1/km²
2010 1227 67,8/km²
2013 1226 67,7/km²
2013 1182 65,3/km²

Die Einwohnerzahl ist seit 1990 stark rückläufig, hat sich aber seit 2005 wieder stabilisiert.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Piégut-Pluviers ist seit September 2016 Alain Marzat.

Ökonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschäftigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2012 betrug die erwerbsfähige Bevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren 438 Personen; dies entspricht 35,2 % der Gesamtbevölkerung. Die Zahl der Arbeitslosen ist seit 2007 von 40 auf 47 angestiegen, die Arbeitslosenrate beläuft sich somit jetzt auf 10,6 %.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 2013 waren in der Gemeinde Piégut-Pluviers 151 Unternehmen ansässig, davon 92 im Sektor Handel, Transport und Dienstleistungen, 22 im Baugewerbe, 20 im Sektor Verwaltung, Bildung, Gesundheit und Soziales, 15 in der Industrie und 2 im Sektor Landwirtschaft, Forsten und Fischerei.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Turm von Piégut, ein aus örtlichem Granodiorit erbauter, runder Donjon, Teil einer Befestigungsanlage, die im Jahr 1199 von Richard Löwenherz zerstört wurde. Der Turm blieb jedoch erhalten.
  • Die romanische Kirche Saint-Étienne in Pluviers aus dem 12. Jahrhundert
  • Die Kirche Notre-Dame-de-la-Nativité in Piégut

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeden Mittwochvormittag findet seit 1642 in Piégut-Pluviers ein regional bedeutender Wochenmarkt statt.

Am 30. Juni und am 1. Juli 2012 wurde in Piégut-Pluviers die 93. Félibrée abgehalten, das große Volksfest Okzitaniens, das einmal im Jahr zu Beginn des Sommers in einer Gemeinde der Dordogne stattfindet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. INSEE: Bevölkerungsentwicklung von Piégut-Pluviers 1962-1999@1@2Vorlage:Toter Link/www.recensement.insee.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. INSEE: Ergebnisse der Erhebungen 2004, 2005 und 2006

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Pochat, G. et al. (1986). Carte géologique de la France à 1/50 000. Feuille Montbron. BRGM.
  • Dominique Richard (Hrsg.): Le Guide Dordogne-Périgord. Fanlac, Périgueux 1993, ISBN 2-86577-162-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Piégut-Pluviers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien