Pier Francesco Mola

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Pier Francesco Mola: Selbstbildnis (Uffizien)
Pier Francesco Mola: Zwei Studien zu Josef
Pier Francesco Mola: Venus rettet Äneas

Pier Francesco Mola (getauft am 9. Februar 1612 in Coldrerio, Tessin; † 13. Mai 1666 in Rom) war ein römischer Barockmaler, der aus dem Tessin stammte.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pier Francesco Molas Vater Giovanni Battista war Architekt, der 1616 aus dem Tessin nach Rom zog. Pier Francesco Mola wurde bei Giuseppe Cesari in der Malerei ausgebildet. Von seinem Werdegang in den ersten Berufsjahren ist wenig überliefert.[2] Ab 1633 begleitete er seinen Vater bei dessen Arbeiten in Norditalien und arbeitete längere Zeit in Venedig und in Bologna und nahm die Entwicklungen in der Malerei auf. 1637 zeichnete er in Lucca den Maler und Radierer Pietro Testa.[3] In seinem Geburtsort erhielt er 1641 den Auftrag für drei Fresken im Oratorio Madonna del Carmelo.[1][3][2] Zwei Jahre lang war er in Bologna Assistent bei Francesco Albani.[4]

Er kehrte 1647 endgültig nach Rom zurück, wo er in den Haushalt der Familie des Kardinals Camillo Pamphilj, Neffe des Papstes Innozenz X., eintrat.[5] Möglicherweise hat er 1651/52 Fresken im Familienpalast der Pamphilj in Nettuno ausgeführt.[6] Er war einer der Künstler, die den riesigen Palazzo Doria Pamphilj in Valmontone ausmalen sollten[1], geriet aber 1659 wegen der Ausführung mit dem fürstlichen Auftraggeber in langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen, die er schließlich 1664 verlor.

Mola erhielt 1656 von Papst Alexander VII. den Auftrag für das Fresco Josef gibt sich seinen Brüdern zu erkennen in der Sala Gialla des Quirinalspalasts, was heute als sein Hauptwerk angesehen wird.[7] Zu seinen Auftraggebern gehörte auch Christina von Schweden, die sich nach ihrem Übertritt zum Katholizismus seit 1655 in Rom aufhielt. Eine Einladung an den französischen Hof als Begleiter des Kardinals Flavio Chigi konnte er wegen einer Erkrankung nicht antreten.[8]

Mola wurde 1655 in die Künstlergilde Accademia di San Luca aufgenommen, das Amt des Princeps übte er 1662/63 allerdings nur für ein Jahr aus, auch hier hinderte ihn seine Erkrankung.[1]

Bilder von Mola befinden sich heute außer in Rom auch in den großen Gemäldegalerien in London, New York und Los Angeles, seine Zeichnungen hat der Louvre gesammelt, befinden sich aber vornehmlich im Bestand der Kunstakademie Düsseldorf, deren Gründer Lambert Krahe seine in Italien erworbenen Kunstobjekte 1778 an die bergischen Landstände verkauft hatte, darunter auch ein Konvolut mit Zeichnungen Molas.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Voss: Pier Francesco Mola. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 25: Moehring–Olivié. E. A. Seemann, Leipzig 1931, S. 28–29.
  • Ann Sutherland Harris: Pier Francesco Mola, in: The Dictionary of Art, 1996, Band 21, S. 806–809.
  • Francesco Petrucci: Pier Francesco Mola (1612–1666): materia e colore nella pittura del '600. Roma: Bozzi, 2012.
  • Laura Damiani Cabrini: Pier Francesco Mola (1612–1666): Pinacoteca cantonale Giovanni Züst, Rancate, [dal 1. aprile 2012 al 13 gennaio 2013]. Pinacoteca cantonale Giovanni Züst, Rancate 2012.
  • Sonja Brink; Michael Matile: Mola und seine Zeitgenossen: römische Zeichnungen aus der Sammlung der Kunstakademie im Museum Kunst Palast Düsseldorf. Anlässlich der Ausstellung „Mola und seine Zeitgenossen. Römische Zeichnungen aus der Sammlung der Kunstakademie im Museum Kunst Palast Düsseldorf“ in der Graphischen Sammlung der ETH Zürich (14. November 2007 – 18. Januar 2008). München: Deutscher Kunstverlag, 2007.
  • Sonja Brink: Disegnatore virtuoso: die Zeichnungen des Pier Francesco Mola und seines Kreises. Ausstellung: Museum Kunst-Palast, Düsseldorf, 13. Juli–22. September 2002. Köln: Wienand 2002.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pier Francesco Mola – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Jörg Zutter: «Fruchtbares und lebhaftes Genie», NZZ, 22. Juni 2013, S. 27
  2. a b The Dictionary of Art, 1996, S. 806–809
  3. a b Hermann Voss: Pier Francesco Mola. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 25: Moehring–Olivié. E. A. Seemann, Leipzig 1931, S. 28–29.
  4. Sonja Brink: Disegnatore virtuoso, 2002, S. 18
  5. Sonja Brink: Disegnatore virtuoso, 2002, S. 19
  6. Sonja Brink: Disegnatore virtuoso, 2002, S. 20
  7. Qurinale Sala Gialla, bei Palazzo del Quirinale
  8. Sonja Brink: Disegnatore virtuoso, 2002, S. 28