Pier Paolo Pasolini

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Pasolini, gezeichnet vom italienischen Künstler Graziano Origa, 1976
Unterschrift Pasolinis

Pier Paolo Pasolini (* 5. März 1922 in Bologna; † 2. November 1975 in Ostia) war ein italienischer Filmregisseur, Dichter und Publizist.

Leben[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Pasolini wurde 1922 als Sohn des Berufsoffiziers Carlo Alberto Pasolini und der Volksschullehrerin Susanna Colussi in Bologna geboren. Prägend wurde für den Jugendlichen das ländliche Städtchen Casarsa della Delizia, wo seine Großeltern mütterlicherseits lebten. Dort verbrachte er die Schulferien und fühlte sich dabei in das friaulische Landleben ein. Die Anfänge seiner schriftstellerischen Bemühungen, bereits im Alter von sieben Jahren, gehen auf diese Zeit und Umgebung zurück. Es entstand schon früh ein Lyrikband in friaulischer Sprache (Poesie a Casarsa, 1942).

Ein in Bologna aufgenommenes Studium der Kunstgeschichte bei Roberto Longhi musste er wegen des Zweiten Weltkrieges aufgeben. Dabei setzte er sich vor allem mit der Malerei der italienischen Renaissance auseinander, speziell mit Masaccio und Pontormo.[1] Diese Studien sollten Pasolinis spätere Filmarbeiten nachhaltig beeinflussen.

Während der Kriegsjahre, die er gemeinsam mit seiner Mutter in Casarsa verbrachte, unterrichtete er als Lehrer die Kinder des Ortes in einem eigens dafür dem großelterlichen Haus angefügten Raum. In dieser Zeit begann Pasolini seine Homosexualität zu entdecken, die er, wie er später berichtete, das erste Mal als Wonnegefühl beim Betrachten der Kniekehlen fußballspielender Jungen spürte. Das Ringen um Beziehungen zu den bäuerlichen Jungen des Ortes wurde ihm bei der allgemeinen Ächtung der Homosexualität gleichermaßen zu Lust und (Gewissens-)Qual. In Casarsa erfuhren er und seine Mutter vom Tod seines Bruders Guido am 7. Februar 1945.[2] Er hatte in den Bergen als Angehöriger einer katholischen Partisanengruppe gegen das faschistische Regime sowie gegen die Annektierung des Friauls durch Jugoslawien gekämpft und war bei Auseinandersetzungen mit einer konkurrierenden kommunistischen, mit Tito verbündeten Partisanengruppe getötet worden.

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten]

Nach Kriegsende begann Pier Paolo Pasolini in Casarsa als Volksschullehrer an einer staatlichen Schule zu unterrichten. Pasolini zeigte ein besonderes pädagogisches Geschick im Umgang mit den Kindern und Jugendlichen. Er schien intuitiv die Themen und Probleme, die die Heranwachsenden bewegten, zu erspüren und verknüpfte dieses Wissen um die persönliche Lebenssituation der Schüler mit schulpädagogischen und didaktischen Zielsetzungen. Seine pädagogischen und didaktischen Methoden waren in besonderer Weise flexibel, variabel und handlungsbezogen. Pasolini nahm auf diese Weise vieles von dem vorweg, was seit den 1970er Jahren als schülerorientierter Unterricht bezeichnet wurde. So gewann er schnell das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen. Sie lernten gerne, insbesondere auch diejenigen Heranwachsenden, die zunächst gewisse Lernschwierigkeiten zeigten. Durch diese methodische Vorgehensweise erwarb sich Pasolini im Ort allgemeines Ansehen und Wohlwollen.[3] Gleichzeitig gewann für ihn politisches Engagement immer mehr an Bedeutung. In der Folgezeit schloss er sich der Kommunistischen Partei Italiens (KPI) an. Drei seiner Schüler bezichtigten ihn unsittlicher Handlungen. Die Beschuldigungen erwiesen sich als falsch. Das Bekanntwerden und die öffentliche Diskussion seiner Homosexualität führte aber bald dazu, dass er trotz der Solidaritätsbekundungen und Petitionen der örtlichen Bevölkerung aus seinem Lehramt entlassen wurde. Die KPI schloss ihn, verbunden mit dem Hinweis auf „die verderblichen Einflüsse gewisser ideologischer und philosophischer Strömungen der diversen Gide, Sartre und anderer dekadenter Poeten und Literaten, die sich als Progressisten gebärden wollen, in Wirklichkeit aber die schändlichsten Seiten der bürgerlichen Verkommenheit auf sich vereinen“ aus ihren Reihen aus. Da Pasolini ohne seine Lehrerstelle keine ökonomische Lebensgrundlage mehr besaß, ging er 1950 mit seiner Mutter nach Rom.

Arbeit als Schriftsteller[Bearbeiten]

Nach anfänglicher Erwerbslosigkeit und mit erheblicher Sorge um den sozialen Statusverlust seiner Mutter gelang es Pasolini, zunächst durch gering vergütete Lehrtätigkeiten und erste freiberufliche schriftstellerische Arbeiten (u. a. Mitarbeit an Drehbüchern für Luis Trenker, Mauro Bolognini und Federico Fellini), in Rom Fuß zu fassen. Erste Kontakte mit Intellektuellen und Künstlern (u. a. zu Laura Betti und Alberto Moravia) bahnten sich an.

Daneben fühlte sich Pasolini aber stets auch zum Milieu der römischen Vorstädte (borgate) hingezogen. Wie zuvor schon in der bäuerlich geprägten Gesellschaft des Friauls, entdeckte er in den borgate eigenständige kulturelle Traditionen und Wertvorstellungen, die sich von den kleinbürgerlichen Vorstellungen seines eigenen Umfeldes deutlich unterschieden. Für diese einfachen Leute in ihren wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen empfand er eine tiefe Sympathie, unter ihnen fühlte er sich wohl. Er entwickelte ein engagiertes Interesse am Aufzeigen und der Änderung der sozialen Missstände.

Sein Romandebüt Ragazzi di Vita (1955) ist denn auch in diesem Milieu angesiedelt. Pasolini verwandte darin eine für das Italien der 50er Jahre ungeheuer realistische, ja radikale Sprache, eine Art „Slang von realistischer Unmittelbarkeit“.[4] Mit Ragazzi di Vita schilderte er nicht nur das vitale, raue, teils auch kleinkriminelle Leben der Jugendlichen in den Vorstädten, er idealisierte und überhöhte dieses Leben auch. Er setzte den ragazzi di vita ein Denkmal, zugleich beleuchtete Pasolini die (bürgerliche) Doppelmoral der italienischen Nachkriegsgesellschaft. Neben Anerkennung trug ihm der Roman auch scharfe Kritik aus Politik, Kirche und Gesellschaft sowie mehrere Gerichtsverfahren ein.

Eine Variation der sozialkritischen bzw. literarischen Analysen jugendlicher Lebenswelten in den römischen Vorstädten legte Pasolini mit seinem Roman Una vita violenta (1959) vor. Mittlerweile verschaffte ihm seine umfangreiche schriftstellerische Tätigkeit, die auch kontinuierliche Kolumnen für linksgerichtete Zeitungen umfasste, eine schrittweise Besserung seiner finanziellen und materiellen Umstände. Pasolini strebte diese Verbesserung zugleich mit Blick auf seine Mutter und den aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrten Vater an.

Entdeckung des Films[Bearbeiten]

Seit den 1960er Jahren entdeckte Pasolini mehr und mehr den Film als Medium für seine poetisch-dichterischen und sozialkritischen Zielsetzungen. Die angestrebte Zusammenarbeit mit der Filmgesellschaft Fellinis scheiterte an Fellinis Ablehnung. Mit Accattone – Wer nie sein Brot mit Tränen aß (1961) und Mamma Roma lieferte Pasolini eine bedeutsame filmische Umsetzung seiner Vorstadtstudien, die ihm zum Teil internationales Lob seitens der Filmkritik einbrachte. In den Filmen setzte er sich besonders mit den Missständen der italienischen Gesellschaft, mit subtil faschistoiden Strukturen und destruktiven Mechanismen in autoritären Systemen im Allgemeinen sowie mit den Unmöglich-/Möglichkeiten zwischenmenschlicher Beziehungen auseinander. Seine Charaktere sind häufig sozial ausgegrenzt und rebellisch. Durch die Sujets, die technische Ausführung und den Einsatz von Laiendarstellern aus dem dargestellten Original-Milieu erscheinen seine frühen Filme als ein (dabei höchst selbstständiger) Beitrag zum italienischen Neorealismus. Seine Figuren changieren zwischen Profanität und Transzendentalität, bewusst inszeniert Pasolini diese Doppeltheit. So wird beispielsweise Ettore Garofano, der Hauptdarsteller von Mamma Roma, am Ende durch eine wiederholende Montage und durch raffinierte Lichtführung als Christus überhöht. Dieses Element zeigt sich besonders deutlich in seinem Film Das 1. Evangelium – Matthäus. Dort ist Jesus ein Heiliger, aber eben auch eine subproletarische Figur. Mit diesem Film setzt auch ein langsamer Wandel in seinem filmischen Werk ein.

Spätere Filmarbeiten[Bearbeiten]

Ab Ende der sechziger Jahre setzt ein eindeutiger Wechsel innerhalb seines filmischen Schaffens ein. Das lässt sich zuallererst an dem Figurenpersonal feststellen. Er behandelt nun nicht mehr Geschichten des Subproletariats, sondern verwendet auch großbürgerliche bis adlige Charaktere. Obwohl Pasolini mehrfach betont, dass er das Bürgertum derart hasse, dass er sich künstlerisch nicht mit ihm befassen wolle, entsteht 1968 der Film Teorema – Geometrie der Liebe, in dem er genauestens das Porträt einer bürgerlichen Familie seziert, welche nach dem Besuch eines charismatischen Gastes auseinanderbricht. Zudem befasst er sich mit den großen Legenden und Mythen des arabischen und abendländischen Kulturraumes. Dazu gehören beispielsweise die Verfilmungen der griechischen Mythologie Edipo Re – Bett der Gewalt von 1968 und Medea von 1969/1970 und die „Trilogie des Lebens“, bestehend aus Erotische Geschichten aus 1001 Nacht, Decameron und Pasolinis tolldreiste Geschichten.

Publizistische Tätigkeit[Bearbeiten]

In seinem umfangreichen publizistischen Werk analysierte und problematisierte Pier Paolo Pasolini den Niedergang der sozialen und politischen Strukturen und Institutionen, wie er ihn in der italienischen Gesellschaft der sechziger und siebziger Jahre beobachten konnte. Hauptmerkmal dieses Verfallsprozesses sei das Verschwinden der Kultur des Volkes als Grundlage des gesellschaftlichen Fortschritts und das davon induzierte Fehlen von Werten und Inhalten des menschlichen Zusammenlebens. Auslöser und tragende Kraft dieses Prozesses sei eine neue Form von Faschismus, die – anders als der Faschismus der Vorkriegszeit – von den Individuen verinnerlicht werde und in der Auslöschung des Andersseins und der kulturellen Differenzen seinen Sinn finde. Seine Erscheinungsformen sind für ihn die konformistische Anpassung an das Entwicklungsmodell des neuen Kapitalismus und das Auftreten des entsprechenden kleinbürgerlichen Menschentypus als einziges nachahmenswertes Modell. Dieser Faschismus sei ein Phänomen, das alle Teile der Gesellschaft durchdringe: davon ausgespart bleibe weder die 68er-Generation noch das Subproletariat des Landes und der Großstädte.

1972, etwa zwei Jahre nach der Ermordung des italienischen Journalisten Mauro De Mauro, begann Pasolini für seinen von ihm unveröffentlicht gebliebenen Enthüllungsroman Petrolio (Erdöl) zu recherchieren und zu schreiben. Das Kapitel über den Mord an Enrico Mattei, einem italienischen Spitzenmanager der Erdölkonzerns Eni, wurde ihm später aus seinem Atelier gestohlen. Jahre später tauchte es wieder auf, als der frühere Berlusconi-Vertraute und Mafia-Angehörige Marcello Dell’Utri sich öffentlich dazu bekannte, Manuskriptteile von Petrolio gelesen zu haben.[5]

Ermordung Pasolinis[Bearbeiten]

Denkmal zur Erinnerung an Pasolini in Lido di Ostia

Am 2. November 1975 wurde Pasolini in der Nacht von Allerheiligen auf Allerseelen ermordet. Abends war er mit einem Freund zum Essen verabredet,[6] seine Leiche wurde hingegen am Strand von Ostia, nicht weit von Rom entfernt, gefunden. Die kriminalistischen Untersuchungen ergaben, dass Pasolini mehrfach mit seinem eigenen Wagen überfahren wurde, einem Alfa Romeo 2000 GT Veloce, mit dem er in der Nacht verschwunden war.[7] Der arte-Dokumentation Die Akte Pasolini (2013) zufolge wurden allerdings keine Reifenspuren an der Leiche festgestellt.[8] Vielmehr wiesen die Verletzungen auf einen stumpfen Metallgegenstand als Waffe hin. Viele Tatortspuren wurden durch unsachgemäße Ermittlungsarbeit vernichtet. 1979 wurde der Stricher Pino Pelosi wegen dieses Mordes zu neun Jahren und sieben Monaten verurteilt. Er gestand die Tat und verbüßte seine Strafe bis 1982. Pasolini wurde im Friaul, auf dem Friedhof von Casarsa della Delizia, beigesetzt.[9]

Der Mord an Pasolini ist bis in die Gegenwart nicht abschließend aufgeklärt. Pelosi sagte 2005 im Widerspruch zu seinem anfänglichen Geständnis, Pasolini auf Anweisung verschiedener, nicht identifizierter Auftraggeber umgebracht zu haben. Pelosi gab an, er und seine Familie seien damals mit dem Tode bedroht worden für den Fall, dass er die wahren Auftraggeber bei dem Prozess belaste.[10] Ebenfalls 2005 widerrief Pelosi sein Geständnis gegenüber Journalisten komplett und erklärte, Unbekannte hätten Pasolini getötet.

Die Widersprüche in Pelosis Aussagen, Verwicklungen des italienischen Geheimdienstes in die Arbeit der Ermittlungsbehörden und der fehlende Zusammenhang einiger Beweismittel brachten einige der Freunde Pasolinis, darunter die Schauspielerin Laura Betti, zu dem Verdacht, es habe sich um einen Auftragsmord gehandelt. Pasolini war vor seinem Tode mit einer journalistischen Arbeit über die Verwicklungen des italienischen Geheimdienstes in schwere terroristische Anschläge in Italien zum Zwecke der Stärkung des Sicherheitsapparates beschäftigt und äußerte seine Vermutungen auch öffentlich. 1990 bestätigten sich diese Annahmen über einen Staatsterrorismus, der unter dem Begriff der Strategie der Spannung bekannt wurde und in Italien zu einer Staatskrise führte.

Bereits 1978 schrieb die italienische Journalistin Oriana Fallaci im italienischen Wochenmagazin L’Europeo, dass Pasolini von einer rechtsradikalen Schlägertruppe umgebracht worden wäre. Daraufhin wurde sie zu vier Monaten Gefängnis verurteilt und erhielt ein Jahr lang Berufsverbot.[11]

Bei der Präsentation einer internationalen Unterschriftenkampagne von 700 Autoren, darunter Andrea Camilleri, Dacia Maraini und Bernard-Henri Lévy, wurde vom römischen Bürgermeister Walter Veltroni gefordert, dass die Justiz den Fall neu untersuchen müsse. Roms ehemaliger Kulturdezernent Gianni Borgna wies darauf hin, dass der verurteilte Täter zu häufig seine Angaben geändert habe, um glaubwürdig zu sein. Pelosis Kleidung habe keine Blutspuren des blutüberströmten Pasolini aufgewiesen. Sergio Citti, ein 2005 verstorbener enger Freund Pasolinis, hatte 2005 noch erklärt, dass Pasolini sich am Tage seines Todes bemüht habe, gestohlenes Rohmaterial seines Films Salò oder Die 120 Tage von Sodom zurückzubekommen, und er sei durch das Versprechen eines unbekannten Anrufers, das Material dort zurückzubekommen, nach Ostia gelockt worden.

Werke[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

Drehbuch

als Schauspieler

Gedichte (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Poesie a Casarsa, 1942
  • I Pianti, 1946
  • Tal còur di un frut (Friaulische Gedichte), 1953
  • La meglio gioventù, 1954
  • Le ceneri di Gramsci, 1957 (dt.: Gramsci’s Asche, übers. v. Toni u. Sabina Kienlechner, Piper, München 1980)
  • L’usignolo della Chiesa Cattolica, 1958 (dt.: Die Nachtigall der katholischen Kirche, übers. v. Toni u. Bettina Kienlechner, Piper, München 1989)
  • La religione del mio tempo, 1961
  • Poesia in forma di rosa, 1964
  • Poesie dimenticate, 1965
  • Trasumanar e organizzar, 1971
  • La nuova gioventù, 1975
  • Le Poesie (Sammelband), 1975
  • Poesie e pagine ritrovate (postum, hg. v. A. Zanzotto u. N. Naldini), 1980
  • Unter freiem Himmel. Ausgewählte Gedichte, übers. v. Toni u. Sabine Kienlechner, Wagenbach, Berlin 1982
  • Who is me (Ein Langgedicht), übers. von Peter Kammerer, hochroth Verlag, Berlin 2009

Kritische und politische Schriften[Bearbeiten]

  • Passione e ideologia (1948–1958). Saggi, 1960 (dt.: in Auswahl: Literatur und Leidenschaft. Über Bücher und Autoren, übers. v. Annette Kopetzki, Wagenbach, Berlin 1989)
  • Empirismo eretico, 1972 (dt.: Ketzererfahrungen. Schriften zu Sprache, Literatur und Film, übers., kommentiert und mit einem Nachwort v. Reimar Klein, Hanser, München 1979)
  • Scritti corsari, 1975 (dt.: Freibeuterschriften. Aufsätze und Polemiken über die Zerstörung des Einzelnen durch die Konsumgesellschaft, übers. v. Thomas Eisenhardt, Wagenbach, Berlin 1975; siehe auch die Zeitschrift Freibeuter)
  • Lettere luterane, 1976 (dt.: Lutherbriefe. Aufsätze, Kritiken, Polemiken, übers. v. Agathe Haag, Folio Verlag, Wien/Bozen 1996)
  • Il caos, 1979 (dt.: Chaos. Gegen den Terror, übers. v. Agathe Haag u. Renate Heimbucher, hrsg. v. Agathe Haag, Medusa, Berlin 1981)

Romane und Erzählungen[Bearbeiten]

  • Ragazzi di vita, 1955 (dt.: Ragazzi di vita, übers. v. Moshe Kahn, Wagenbach, Berlin 1990)
  • Una vita violenta, 1959 (dt.: Vita Violenta, übers. v. Gur Bland, Piper, München 1963)
  • Il sogno di una cosa, 1962 (dt.: Der Traum von einer Sache, übers. v. Hans-Otto Dill, Volk und Welt, Berlin [DDR] 1968, Nachdruck Medusa, Berlin [West] 1983)
  • Alì dagli occhi azzurri (diverse Erzählungen und Dialoge, darunter die Filmtexte zu Accattone, Mamma Roma und La ricotta), 1965 (dt.: Ali mit den blauen Augen, übers. v. Bettina Kienlechner, Piper, München 1990)
  • La Divina Mimesis, 1975 (dt.: Barbarische Erinnerungen, übers. v. Maja Pflug, Wagenbach, Berlin 1983)
  • Teorema, 1968 (dt.: Teorema oder die nackten Füße, übers. v. Heinz Riedt, Piper, München 1969, Neuausgabe 1980)
  • Amado mio, preceduto da Atti impuri, postum 1982 (dt.: Amado Mio. Zwei Romane über die Freundschaft, übers. v. Maja Pflug, Wagenbach, Berlin 1984)
  • Petrolio, Romanfragment, postum 1992 (dt.: Petrolio, übersetzt von Moshe Kahn, Wagenbach, Berlin 1994, ISBN 3-8031-2287-2; Neu-Auflage 2015, ISBN 978-3-8031-2742-6.)
  • Storie della città di Dio, posthum 1995 (dt.: Geschichten aus der Stadt Gottes, übers. v. Annette Kopetzki, Wagenbach, Berlin 1996, ISBN 3-8031-1161-7.)

Text-Bildbände[Bearbeiten]

  • Rom, andere Stadt. Geschichten und Gedichte, ausgewählt von Annette Kopetzki und Theresia Prammer. Mit Fotografien von Herbert List und einem Nachwort von Dorothea Dieckmann. CORSO, Hamburg 2010, ISBN 978-3-86260-001-4.
  • Die lange Strasse aus Sand, aus dem Italienischen von Christine Gräbe und Annette Kopetzki, mit einem Nachwort von Peter Kammerer. Fotos und Tagebuchnotizen einer Reise an der Küste rund um Italien. 2. Auflage, Edel, Hamburg 2009, ISBN 978-3-941378-36-0

Theaterstücke und Drehbücher[Bearbeiten]

  • Il padre selvaggio, 1975 (Drehbuch für einen nicht realisierten Film, 1964)
  • I Turcs tal Friul, 1976 (dt.: Die Türken in Friaul. Zweisprachige Ausgabe, Übersetzung aus dem Friulanischen von Hans Kitzmüller und Horst Ogris, Wieser, Klagenfurt 2003. Der Text stammt aus dem Jahr 1944)
  • San Paolo, 1977 (dt.: Der heilige Paulus. Hrsg.: Reinhold Zwick und Dagmar Reichardt. Schüren Verlag, Marburg 2007. Kommentierte und mit einem ausführlichem Nachwort versehene deutsche Übersetzung von Pier Paolo Pasolinis Drehbuch zu einem nicht realisierten Filmprojekt über den heiligen Paulus, 1968)
  • Affabulazione / Pilade, 1977 (dt.: Affabulazione oder Der Königsmord / Pylades, dt.: v. Heinz Riedt, Fischer, Frankfurt/M. 1971, TB 1984)
  • Porcile / Orgia / Bestia da Stile, 1979 (dt.: Orgie / Der Schweinestall, übers. v. Heinz Riedt, Fischer TB, Frankfurt 1984)

Zeichnungen und Gemälde[Bearbeiten]

Pasolini als Thema der Kunst[Bearbeiten]

Pasolini war lange mit dem österreichischen Maler und Bildhauer Alfred Hrdlicka befreundet. Hrdlicka hat seine Erschütterung über den Mord an Pasolini in zahlreichen Lithografien, Gemälden und Plastiken verarbeitet.

Musikalische Hommagen an Pasolini[Bearbeiten]

  • Der 1995 auf der LP Tilt erschienene Song Farmer in the City von Scott Walker trägt den Untertitel Remembering Pasolini. Der enigmatische Text entstand unter Zuhilfenahme einer Gedichtzeile Pasolinis.

Literatur über Pasolini (Auswahl)[Bearbeiten]

- alphabetisch -

  • Akademie der Künste, Berlin: Pier Paolo Pasolini: „…mit den Waffen der Poesie…“ ISBN 3-88331-981-3, Katalog der Ausstellung vom 15. September bis 23. Oktober 1994.
  • Alternative, 22. Jg., Nr. 125/126, Juni 1979: Pasolini – Genosse Nichtgenosse. Alternative Verlag, Berlin 1979.
  • Jordi Balló (Hrsg.): Pasolini Roma. Texte: Pier Paolo Pasolini. Prestel Verlag, München 2014, ISBN 978-3-7913-5399-9, Ausstellungskatalog.
  • Laura Betti und Michele Gulinucci: Pier Paolo Pasolini. Le regole di un' illusione. I film, il cinema. Associazione Fondo Pier Paolo Pasolini, Roma 1991
  • Dominique Fernandez: Dans la main de l’ange. Éditions Grasset, Paris 1982, ISBN 2246282012, (engl.: In the Angel’s Hand), Roman über Pasolini, ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt.
  • Adelio Ferrero: Il cinema di Pier Paolo Pasolini. Da Accattone a Salò secondo Pasolini. Marsilio Editori, Venezia 1977.
  • Giorgio Galli: Pasolini – der dissidente Kommunist. Zur politischen Aktualität von Pier Paolo Pasolini. Übersetzt und eingeleitet von Fabien Kunz-Vitali, Laika-Verlag, Hamburg 2014, ISBN 978-3-944233-16-1.
  • Naomi Greene: Pier Paolo Pasolini. Cinema as heresy. Princeton University Press, New Jersey 1990.
  • Bernhard Groß: Pier Paolo Pasolini. Figurationen des Sprechens. Verlag Vorwerk 8, Berlin 2007, ISBN 978-3-940384-00-3.
  • Peter W. Jansen und Wolfram Schütte (Hg.): Pier Paolo Pasolini. Reihe Film 12. Hanser, München 1977
  • Giacomo Jori: Pasolini. Einaudi, Torino 2001, ISBN 978-8806156466, mit Videokassette.
  • Christoph Klimke (Hg.): Kraft der Vergangenheit. Zu Motiven der Filme von Pier Paolo Pasolini. Fischer, Frankfurt am Main 1988.
  • Christoph Klimke: Dem Skandal ins Auge sehen. Pier Paolo Pasolini. Elfenbein Verlag, Berlin 2015. ISBN 978-3-941184-49-7.
  • Burkhart Kroeber (Hg.): Pier Paolo Pasolini: Das Herz der Vernunft. Gedichte, Geschichten, Polemiken, Bilder. Wagenbach, Berlin 1986; dtv, 1991.
  • Nico Naldini: Nei campi di Friuli. La giovinezza di Pasolini, 1984 (dt.: In den Feldern Friauls. Die Jugend Pasolinis, übersetzt von Maria Fehringer und Hermann Seidl, Commedia e Arte, Stuttgart 1987, ISBN 3-924244-07-3.)
  • Nico Naldini: Pier Paolo Pasolini. Una biografia, 1986, 1988 (dt.: Pier Paolo Pasolini. Eine Biographie, übersetzt von Maja Pflug, Wagenbach, Berlin 1991, aktualisierte Neuausgabe 2012, ISBN 978-3-8031-2679-5.)
  • Nico Naldini (Hg.): Pier Paolo Pasolini: Lettere, 1989 (dt.: Pier Paolo Pasolini: Ich bin eine Kraft des Vergangenen. Briefe, übersetzt von Maja Pflug, Wagenbach, Berlin 1991, ISBN 3-8031-3560-5.)
  • Otto Schweitzer: Pier Paolo Pasolini. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek 1986, 4. Auflage 2000, ISBN 3-499-50354-9.
  • Bernhart Schwenk und Michael Semff (Hg.): P. P. P. – Pier Paolo Pasolini und der Tod. Hantje Cantz, Ostfildern-Ruit 2005, ISBN 3-7757-1632-7, Ausstellungskatalog.
  • Enzo Siciliano: Vita di Pasolini, 1978 (dt.: Pasolini. Leben und Werk, übersetzt von Christel Galliani, Beltz & Gelberg, Weinheim 1980)
  • Giuseppe Zigaina: Pasolini e la morte. Mito, alchimia e semantica del „nulla lucente“, 1987 (dt.: Pasolini und der Tod. Mythos, Alchimie und Semantik des „glänzenden Nichts“, übersetzt von Bettina Kienlechner, Piper, München 1989)
  • Giuseppe Zigaina: Pasolini e la morte, 2005 (dt.: Pasolini und der Tod. Ein rein intellektueller Krimi. Übersetzt von Klaudia Ruschkowski. Deutsches Filmmuseum, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-88799-074-9.)
  • Reinhold Zwick: Pasolinis Kinder: Zwischen Evangelium und Dritter Welt, in: Stefan Orth, M. Staiger und J. Valentin (Hg.), Kinder im Kino. Religiöse Dimensionen, (Film und Theologie, Bd. 6), Schüren, Marburg 2004, ISBN 3-89472-390-4, 56–83.

Filme über Pasolini[Bearbeiten]

  • „Das Mitleid ist gestorben.“ Pier Paolo Pasolini und Italien. Dokumentarfilm, BR Deutschland, 1977, 44 Minuten, Buch und Regie: Ebbo Demant, Produktion: Südwestfunk, Erstausstrahlung: 2. Januar 1978 in ARD, Filmdaten.
  • Vie et mort de Pier Paolo Pasolini. Spielfilm, Frankreich, 2004, 105 Min., Regie: Cyril Legann, Antoine Soltys, Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks von Michel Azama.
  • Pasolinis letzte Worte. (OT: Pasolini’s Last Words.) Essayfilm, USA, 2012, 58 Min., Buch und Regie: Cathy Lee Crane, DVD: Edition Salzgeber, Inhaltsangabe von Edition Salzgeber.[13]
  • Pasolini. Spielfilm, Frankreich, Belgien, Italien, 2014, 87 Min., Drehbuch: Maurizio Braucci, Regie: Abel Ferrara, Produktion: Capricci Films, Urania Pictures, Tarantula, Dublin Films, Arte France Cinéma, mit Willem Dafoe als Pasolini.[14]

Ausstellungen[Bearbeiten]

  • 17. November 2005 – 5. Februar 2006: PPP - Pier Paolo Pasolini und der Tod. Pinakothek der Moderne, München
  • 14. Juni 2009 – 06. September 2009: Pier Paolo Pasolini – Qui je suis. Centre Dürrenmatt, Neuchâtel[15]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pier Paolo Pasolini – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Schweizer, O.: Pasolini. Reinbek 1991, S. 14.
  2. Bild von Pasolinis Bruder Guido
  3. vgl. Schweizer, O.: Pier Paolo Pasolini. Reinbek 1991, S. 23 ff.
    Siciliano, Enzo: Pasolini. Leben und Werk. Weinheim & Berlin 1994, S. 98 ff.
  4. Kindlers Neues Literaturlexikon: Ragazzi di vita, Bd. 12, München 1988, S. 1002.
  5. Nina Merli: Wende im Mordfall Pier Paolo Pasolini. In: Tages-Anzeiger, 13. Dezember 2011.
  6. vgl. Siciliano, Enzo: Pasolini. Leben und Werk. Weinheim & Berlin 1994, S. 496.
  7. Siciliano, Enzo: Pasolini. Leben und Werk. Weinheim & Berlin 1994, S. 496.
  8. Andreas Pichler: Die Akte Pasolini. In: ARD, 2013.
  9. knerger.de: Das Grab von Pier Paolo Pasolini
  10. DW: Autoren fordern neue Ermittlungen zum Pasolini-Mord. In: Die Welt, 21. Juni 2007.
  11. Listige Intelligenz. Die italienische Journalistin Oriana Fallaci ist tot. (Memento vom 12. Februar 2009 im Internet Archive) In: Kulturzeit, 15. September 2006.
  12. Wilfried Hippen: Pasolini-Schatz gehoben. „Neapel, es steigt die Wut.“ In: taz, 21. Mai 2014 sowie
       Fabian Tietke: Gegenermittlung. Pasolini und Lotta continua - eine Relektüre. In: Cargo Film Medien Kultur, Nr. 24, 18. Dezember 2014, S. 70-73 (Ausschnitt).
  13. Interview mit Cathy Lee Crane: Pasolini's Body. In: The Brooklyn Rail, 13. Januar 2013, (englisch).
  14. Olivier Père: Abel Ferrara spricht über „Welcome to New York“ und „Pasolini“. In: arte, 20. Mai 2014.
  15. Ausstellung: Pier Paolo Pasolini – Qui je suis. In: artCore, 2009.
  16. Andreas Kilb: Pasolini-Ausstellung in Berlin. Und seine Mutter strich ihm sanft übers Haar. In: FAZ vom 11. September 2014, S. 14, mit Bilderstrecke.
      Gregor Dotzauer: Pasolini-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau. Das Paradies an den Rändern Roms. In: Tagesspiegel, 11. September 2014.