Piero Dorazio

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Piero Dorazio (* 29. Juni 1927 in Rom; † 17. Mai 2005 in Perugia, Umbrien) war ein italienischer Maler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1945 begann er ein Architekturstudium und gehörte 1946 der Gruppe Arte Sociale in Rom an. Unterstützt durch ein Stipendium der französischen Regierung studierte er 1947 bis 1948 an der „École Nationale Supérieure des Beaux-Arts“ in Paris.

1950 gründete er das Galerieforum Age d'Or in Rom und Florenz. Nach einjährigem USA-Aufenthalt kehrte er 1954 nach Italien zurück.

Dorazio gehörte der Gruppe Movimento per l’arte concreta (MAC) in Mailand an. Im Jahr 1959 war Piero Dorazio Teilnehmer der documenta 2 und auch auf der nächsten, der documenta 3 (1964) in Kassel vertreten.

Auch 1964 arbeitete er wieder in den USA. 1974 ließ er sich im verlassenen Kloster von Todi in Umbrien nieder und lebte und arbeitete abwechselnd dort und auf Rhodos.

1961 erhielt er den Prix Kandinsky.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorbilder und Anregungen für seine Kunstauffassung gewann er aus dem Studium der europäischen wie auch außereuropäischen Kunstgeschichte, besonders aber von Raffaello Santi und Antonio del Pollajuolo, den französischen Impressionisten, den italienischen Futuristen und von Wassili Wassiljewitsch Kandinski, Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch, Piet Mondrian.

Seine „abstrakte“ nicht-gegenständliche Bildsprache zeigt sich in der Verwendung reiner Grundfarben, die er in Streifen, Strichen, Linien, Feldern, Flächen überlagert, verwebt, ornamentisch repetiert.

Neben der planen Malerei, der er mittels Aluminium, Holz und Plexiglas auch eine strukturierte Oberfläche verlieh, schuf er Lithographien und Radierungen, Glasfenster, Mosaiken, Keramiken und Bühnenbilder.

Zuvörderst in den Vereinigten Staaten war Dorazio als Dozent tätig und verfasste ästhetische, kunsttheoretische und kunstkritische Texte.

Dorazio gilt als einer der bedeutendsten Künstler Italiens in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts und als Wegbereiter der Abstraktion in Italien.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 19. Mai - 23. Juni 1985 Gemälde - Aquarelle - Grafik - Keramik im Neuen Rathaus Weiden i.d.OPf.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • La fantasia del arte nella vita moderna (1954-55)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst. Ausgabe 29/1995
  • Anette Papenberg-Weber: Piero Dorazio. Die künstlerische Formierung bis 1959. Schwabe 2002, ISBN 3-7965-1864-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]