Pierre-de-Bresse

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Pierre-de-Bresse
Wappen von Pierre-de-Bresse
Pierre-de-Bresse (Frankreich)
Pierre-de-Bresse
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Pierre-de-Bresse (Hauptort)
Gemeindeverband Bresse Nord Intercom’
Koordinaten 46° 53′ N, 5° 16′ OKoordinaten: 46° 53′ N, 5° 16′ O
Höhe 177–214 m
Fläche 28,06 km2
Einwohner 1.951 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 70 Einw./km2
Postleitzahl 71270
INSEE-Code
Website Homepage Pierre-de-Bresse

Pierre-de-Bresse ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, ist Hauptort des Kantons Pierre-de-Bresse und des Gemeindeverbandes Canton de Pierre-de-Bresse.[1] Der Ort hat 1951 Einwohner (Stand 1. Januar 2016). Die Einwohner werden Pierrois, resp. Pierroises genannt.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FretteransAuthumesLa Chapelle-Saint-SauveurSaint-Bonnet-en-BresseCharette-VarennesLays-sur-le-DoubsPierre-de-Bresse mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Die Gemeinde liegt im Norden der Landschaft Bresse auf einem Plateau über dem Doubs. Im Südosten streift der Ruisseau des Tenaudins[3] das äußerste Gemeindegebiet, das westliche Gemeindegebiet entwässert La Charetelle[4]. Schließlich durchquert noch La Breux[5] das nördliche Gemeindegebiet. Dazu bestehen zahlreiche Biefs, künstliche Wasserläufe zur Bewirtschaftung der rund sieben Étangs auf dem Gemeindegebiet. Die Gemeinde ist nur schwach bewaldet, lediglich entlang der südöstlichen und südwestlichen Gemeindegrenze finden sich einige Waldflächen, nebst einem Parkwald beim Schloss. In Ost-West-Richtung durchzieht die Departementsstraße D73 den Ort, sie verbindet Charette-Varennes mit Bellevesvre. In Nord-Süd-Richtung erreicht die Departementsstraße D203 von Pourlans her Pierre-de-Bresse. Von Pierre ausgehend führen die D29 nördlich und die D373 südlich über Authumes nach Neublans-Abergement. Schließlich führt noch die D13 in südlicher Richtung nach La Chapelle-Saint-Sauveur und letztlich nach Louhans. Etliche dieser heutigen Departementsstraßen liegen auf Trassen von Römerstraßen, in deren Netz Pierre-de-Bresse ein wichtiger Kreuzungspunkt war. Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Bas-de-Pierre, Beauregard, Bois-de-Pierre, Bois-des-Planches, Bois-Vinot, Bout-d’Amont, Buisson-Jean-Chêne, Champ-Renard, Chardenay, Colombier, Crépot, Cupriés, Duchaux, Duchie, Étang-Gruyer, Ferme-Rouge, Folnard, Grand-Mont, Grands-Champs, Grange-des-Bois, Hays, Herbins, Maison-des-Eaux, Maison-Neuve, Malatière, Marcouse, Martenne, Motte, Neressard, Pendants, Qualité, Raconnay, Sigrée, Teigne, Terrangeot, Terrans, Tuilerie, Villeneuve.[6]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Pierre-de-Bresse ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 10,9 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 820 mm.

Pierre-de-Bresse
Klimadiagramm
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Pierre-de-Bresse
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,7 6,8 12,3 15,9 19,9 23,3 25,5 25,0 21,6 15,5 9,4 5,1 Ø 15,5
Min. Temperatur (°C) -1,1 -0,3 2,5 5,5 9,0 12,4 14,3 13,8 11,3 6,9 3,1 0,0 Ø 6,5
Temperatur (°C) 1,8 3,2 7,4 10,7 14,4 17,8 19,9 19,4 16,4 11,2 6,2 2,5 Ø 10,9
Niederschlag (mm) 64 60 57 58 78 77 59 78 78 66 78 67 Σ 820
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Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name geht auf die gallo-römische Besiedlungszeit zurück, ursprünglich petra, im Sinne eines großen Steines oder eines Denkmals. Der Ort liegt an der alten Straße, die von Verdun-sur-le-Doubs nach Poligny führte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als ältestes schriftliches Dokument gilt eine Urkunde von 1092, worin eine Zuwendung des Bischofs von Chalon-sur-Saône an den Prior von Pierre, Robertus de Petra, verbrieft ist. Im 13. Jahrhundert war ein Teil von Pierre-de-Bresse ein Lehen der Grafen von Vienne. Da diese wiederum von den Burgundern abhingen, die mit ihren Gefolgsleuten aktiv an den Kreuzzügen teilnahmen, war die Region der Bresse im 11. und 12. Jahrhundert weitgehend entvölkert. Chronisten halten fest, dass sich «auf sieben Frauen kaum ein Mann finden ließ»[7]. Für 1490 werden bezüglich der Einwohnerzahl 69 Feuerstellen angegeben, was auf eine Bevölkerung von gegen 400 Personen schließen lässt. Dennoch hatte Pierre noch bis ins 15. Jahrhundert eine gewisse Bedeutung, nicht zuletzt dank seiner Lage an der alten Straße zwischen Verdun-sur-le-Doubs und Poligny. Die Benediktiner hatten ein Priorat eingerichtet und eine Familiarité war mit der Kirche verbunden.

Schloss von Pierre-de-Bresse, neu erbaut 1680

1380 besaß Ritter Jean de Mypont Teile von Pierre, die durch Wiederverheiratung seiner Witwe 1399 an Jean-Genevois Bouton du Fay übergingen. Später ging auch das Schloss von Pierre in ihren Besitz über und sie blieben während mehr als zwei Jahrhunderten die Herren von Pierre. Emart Bouton war Kammerherr und Conseiller der Burgunderherzöge Philipp des Guten und Karls des Kühnen und besaß große Ländereien in den Vizegrafschaften Auxonne und Louhans. Die Familie der Bouton verschmolz letztlich mit der Familie der de Thyard. Testamentarisch vermachte Claude Bouton den Besitz seinem Neffen und Patenkind Pontus de Thyard mit der Auflage, dass er und seine Nachkommen Name und Wappen der Boutons tragen müssten. 1680 wurde das Schloss neu erbaut und ging 1852 infolge Heirat auf die Familie der Estampes über. 1956 übernahm das Département Saône-et-Loire das Schloss und richtete in einem Teil der Nebengebäude ein Altersheim ein. Seit 1981 beherbergt es das volkskundliche Museum der Bresse.[8]

Kirche von Pierre-de-Bresse aus dem 17. Jahrhundert, Ansicht von Westen

Eine weitere Herrschaft auf dem Gebiet von Pierre war die der Grandmont, sie wurde 1499 durch Antoine Bouton erworben und mit seinen Gütern vereinigt.

Die Kriege im 16. und 17. Jahrhundert (Krieg gegen den savoyardischen Herzog Karl Emanuel I., Dreißigjähriger Krieg und Devolutionskrieg) bescherten dem Ort schreckliche Katastrophen, die ganze Gegend war weitgehend entvölkert und erholte sich nur sehr langsam.

Am 1. Januar 1973 fusionierten Pierre-de-Bresse und die westliche Nachbargemeinde Terrans. Am 16. Mai 1962 erhielt Pierre den Zusatz und damit den heutigen Namen Pierre-de-Bresse, nachdem die Region der Bresse definiert worden war und ein neues Selbstbewusstsein erlangte.

Heraldik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Pierre-de-Bresse benutzt drei Schlüssel als Wappenzeichen, wie sie von den Äbten von Sankt Peter in Chalon-sur-Saône[9] benutzt wurden. Die Schlüssel symbolisierten die weltliche und geistliche Herrschaft. Sankt Peter besaß in Pierre-de-Bresse ein Priorat und zudem Ländereien mit den damit verbundenen Rechten. Blasonierung: In Rot drei goldene Schlüssel, pfahlweise angeordnet mit Bart nach oben und geschwungenem, rautenförmigem Knauf, der mittlere Schlüssel tiefer stehend, jeder Schlüsselbart hat eine andere Form. Das Wappen ist sichtbar auf der Fassade der ehemaligen Mairie, wo sich heute die Post befindet und wird auf offiziellen Briefköpfen der Gemeindeverwaltung benutzt.[10]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [11])
Jahr 1793180018211831184118511861187218811891190119111921193119461962197519821990199920062011
Einwohner 1403151017281751199220591900199320041935194420001904175817651811205020971981199119681966
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Hauptstraße (Grande rue) von Pierre-de-Bresse
Château de Terrangeot aus dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dorf gibt es nebst Kirche (dem Heiligen Marcel[12] geweiht) und Mairie (Gemeindehaus) rund 100 Laden- und Handwerksbetriebe, 15 kleine und mittlere Unternehmen und 14 landwirtschaftliche Betriebe. Daneben findet sich die gesamte Infrastruktur für eine Kleinstadt, Polizeistation, Post, Apotheke, Ärzte, Restaurants und Hotels. Der Wochenmarkt findet am Montagmorgen in der Hauptstraße und den benachbarten Gassen statt. Am Vormittag des zweiten Sonntags im Monat findet jeweils ein Markt der regionalen landwirtschaftlichen Produzenten statt.[13] Als AOC-Produkte sind in Pierre-de-Bresse Volaille de Bresse[14] und Dinde de Bresse[15] zugelassen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde bestehen folgende Bildungseinrichtungen:

die alle der Académie de Dijon[16] unterstehen. Für die Schulen gilt der Ferienplan der Zone A[17].

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pierre-de-Bresse ist mit Gensingen in Rheinland-Pfalz (Deutschland) partnerschaftlich verbunden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss von Terrans

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pierre-de-Bresse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Homepage des Gemeindeverbandes Pierre-de-Bresse. (Nicht mehr online verfügbar.) cc Pierre-de-Bresse, archiviert vom Original am 23. Juni 2015; abgerufen am 28. März 2015 (französisch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cc-pierredebresse.fr
  2. Pierre-de-Bresse. auf habitants.fr. Abgerufen am 28. März 2015 (französisch).
  3. Ruisseau des Tenaudins, Länge 13.4 km, Zufluss zur Brenne, Quelle bei 46° 53’ 30.12" Nord (46.8917°) 5° 22’ 57" Est (5.3825°) in Mouthier-en-Bresse (als Bief Fourneau) auf ca. 212 m, Mündung bei 46° 50’ 24.36" Nord (46.8401°) 5° 19’ 32.16" Est (5.3256°) in Torpes auf ca. 186 m, Ruisseau des Tenaudins auf sandre.eaufrance.fr
  4. La Charetelle, Länge 9.3 km, Zufluss zu Les Mortes, Quelle bei 46° 50' 49.92" (46.8472°) 5°15' 59.76" Est (5.2666°) in La Chapelle-Saint-Sauveur auf ca. 199 m, Mündung bei 46° 54' 37.08" Nord (46.9103) 5° 12' 29.16" Est (5.2081°) bei Charette-Varennes auf ca. 175 m, La Charetelle auf sandre.eaufrance.fr
  5. La Breux, Länge 7.7 km, Zufluss zu La Charetelle, Quelle bei 46° 54' 28.8" Nord (46.908°) 5° 18' 23.4" Est (5.3065) in Authumes auf ca. 183 m, Mündung bei 46° 54' 14.04" Nord (46.9039°) 5° 12' 56.16" (5.2156°) in Charette-Varennes auf ca. 178 m, La Breux auf sandre.eaufrance.fr
  6. Pierre-de-Bresse. (PDF) im Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 28. März 2015 (französisch, Suchbegriff: <CTRL>-f Pierre-de-Bresse).
  7. Lucien Guillemaut: Histoire de la Bresse Louhannaise, Bd. 1, S. 145, Louhans 1897
  8. Ecomusée de la Bresse bourguignonne - Château - 71270 Pierre-de-Bresse - Tél : 03.85.76.27.16
  9. Sankt Peterskirche in Chalon-sur-Saône. patrimoine-histoire.fr, abgerufen am 16. Januar 2016 (französisch).
  10. Armorial des communes. Pierre-de-Bresse. In: Archives départementales. Le Département Saône-et-Loire, abgerufen am 16. Januar 2016 (französisch, Originalblasonierung: De gueules à trois clefs d'or en pal, les anneaux en pointe, celle du milieu abaissée).
  11. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 28. März 2015 (französisch).
  12. Joachim Schäfer: Marcellus von Chalon. aus dem Ökumenischen Heiligenlexikon. Abgerufen am 22. Januar 2016.
  13. Tourismusorganisation der burgundischen Bresse, Markt von Louhans, französisch, abgerufen 21. Februar 2015
  14. Poulet de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  15. Dinde de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  16. Homepage der Académie de Dijon. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  17. Ferien- und Feiertagsplan der Zone A. Pierre-de-Bresse. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).