Pierre Belon

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Pierre Belon
Vergleich der Skelette von Mensch und Vogel. Aus: L' histoire de la nature des oyseaux

Pierre Belon, latinisiert Petrus Bellonius, deutsch Peter Bellon (* 1517 in Souletière bei Mans; † 1564 in Paris), war ein französischer Naturforscher und Botaniker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belon studierte 1540 Medizin an der Universität Wittenberg bei Valerius Cordus, 1542 in Paris, 1544 in Padua. In den Jahren 1547 bis 1549 reiste er mit Unterstützung der Katholischen Kirche und im Dienst des Kardinals de Tournon durch Italien, Griechenland, die Mittelmeerinseln, durch den Vorderen Orient und nach Ägypten. 1550 kehrte er mit de Tournon nach Rom zurück. Anschließend unternahm er eine weitere Reise nach London und Oxford zur Auswertung der Reiseergebnisse, die er in Paris niederschrieb.

Zwischen 1550 und 1553 schloss er sein Medizinstudium in Paris ab. Danach war als Leibarzt in Diensten des Grafen von Vielleville und wurde schließlich 1564 im Bois de Boulogne bei Paris ermordet.

Belon wurde berühmt durch seine zahlreichen geologischen, botanischen und zoologischen Beobachtungen, besonders durch seine Schriften zu Fischen und Vögeln. Sein 1551 und 1553 in Paris erschienenes „Fischbuch“ gilt als erstes (gedrucktes) Buch Europas mit Fischdarstellungen nach der Natur.[1][2] Er gilt als Mitbegründer der vergleichenden Morphologie. Er beschrieb Pflanzen des Nahen Ostens und beobachtete als erster Ähnlichkeiten (»Homologien«) im Grundbauplan des Skeletts der Wirbeltiere. So gab er einen bedeutenden Anstoß für die Weiterentwicklung der evolutionstheoretischen Gedanken. Belon führte die Zeder, den Judasbaum und die Pistazie in Frankreich ein[3] und gründete zwei Botanische Gärten.

Ehrentaxon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charles Plumier benannte ihm zu Ehren die Gattung Bellonia[4] der Pflanzenfamilie der Gesneriengewächse (Gesneriaceae). Carl von Linné übernahm später diesen Namen.[5][6]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Les observations de plusieurs singularites & choses memorables, trouvees en Grece, Asie, Judee, Égypte, Arabie, & autres pays etranges, redigees en trois livres. Revues derechef, & augmentees de figures, avec une nouvelle table de toutes les matieres traitees en iceux (Paris, 1553)
  • L'histoire de la nature des oyseaux (Paris, 1555)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Eberhard Gottlob Paulus (Hrsg.): Sammlung der merkwürdigsten Reisen in den Orient,
    • Peter Belon’s Bemerkungen auf einer Reise von Cairo durch den Sinaitischen Strich vom Peträischen Arabien nach Palästina. Zwischen den Jahren 1546 und 1549, in: Bd. 1, Christian Heinrich Cuno's Erben, Jena, 1792, S. 197ff.
    • Peter Belon’s Bemerkungen auf seiner Reise durch Syrien in: Bd. 2, Christian Heinrich Cuno's Erben, Jena, 1793, S. 1ff.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Claus Nissen: Die zoologische Buchillustration I. Stuttgart 1966, Nr. 301 f.
  2. Heinrich Grimm: Neue Beiträge zur „Fisch-Literatur“ des XV. bis XVII. Jahrhunderts und über deren Drucker und Buchführer. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel – Frankfurter Ausgabe. Nr. 89, 5. November 1968 (= Archiv für Geschichte des Buchwesens. Band 62), S. 2871–2887, hier: S. 2871 und 2877.
  3. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5 doi:10.3372/epolist2018.
  4. Charles Plumier: Nova Plantarum Americanarum Genera. Leiden 1703, S. 19
  5. Carl von Linné: Critica Botanica. Leiden 1737, S. 92
  6. Carl von Linné: Genera Plantarum. Leiden 1742, S. 72

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]