Pierre Louis Guinand

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Pierre Louis Guinand
Ehemalige Glashütte in Benediktbeuern, heute Museum

Pierre Louis Guinand (* April 1748 in La Corbatière; † 13. Februar 1824 in Les Brenets) war ein Schweizer Glasschmelzer und Erfinder.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen der Armut seiner Familie konnte Guinand nur eine mangelhafte Schulbildung erlangen. Er ging bei seinem Vater in die Lehre und lernte die Herstellung von Uhrengehäusen und anderen Uhrenteilen. Als Autodidakt eignete er sich Kenntnisse der Optik an und experimentierte zwischen 1784 und 1790 mit schmelzendem Glas. Um 1805 gelang ihm mit Hilfe des von ihm erfundenen Rührkolbens die Herstellung von reinem, für optische Instrumente geeignetem Flintglas.

1805 wurde Pierre Louis Guinand von dem Unternehmer Joseph von Utzschneider (1763–1840) für das hohe Gehalt von 1600 Gulden als Leiter der Glasschmelze in Benediktbeuern angestellt. Bis 1814 hielt er sich in Benediktbeuern auf, wo er ab 1808 zunächst Vorgesetzter des viel jüngeren Joseph Fraunhofer (1787–1826) war. Als Fraunhofer ab 1811 die Leitung des Betriebs von Utzschneider übertragen bekam, wurden die persönlichen Spannungen so gross, dass Guinand im Jahr 1814 auf eigenen Wunsch in die Schweiz zurückkehrte. Dort konnte er sein in Benediktbeuern gewonnenes Wissen über die Herstellung und Verarbeitung der Gläser in der Glashütte von Les Brenets einsetzen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fraunhofer-Gesellschaft (Hrsg.): Fraunhofer in Benediktbeuern. Glashütte und Werkstatt. München 2008, ohne ISBN.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]