Pierre Sanoussi-Bliss

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Pierre Sanoussi-Bliss

Pierre Sanoussi-Bliss (* 17. August 1962 in Ost-Berlin) ist ein deutscher Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sanoussi-Bliss ist der Sohn eines guineischen Diplomaten und einer damals in der DDR lebenden Lehrerin.[1][2] Sanoussi-Bliss besuchte die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Von 1987 bis 1990 war er am Staatsschauspiel Dresden engagiert. Er spielte u. a. in der preisgekrönten Filmkomödie Keiner liebt mich (1994) von Doris Dörrie eine der Hauptrollen, den Voodoo-Zauberer Orfeo. In der Fernsehserie Der Alte übernahm er 1997 die Hauptrolle des Assistenten Axel Richter sowie in der Komödie Alles wird gut (1998) eine der größeren Rollen. In Der Derrick-Folge "eine kleine rote Zahl" spielte er 1997 einen kaltblütigen Drogenhändler. Für die Regie und das Drehbuch des Films Zurück auf Los! (2000), in dem er auch die Hauptrolle spielt, wurde er für einen Preis des Internationalen Filmfestes Emden nominiert. Zurück auf los! erlebte seine Premiere auf der Berlinale 2000, lief inzwischen mit großem Erfolg bei über 60 internationalen Festivals und ist als DVD-Video im Handel erhältlich. Sanoussi-Bliss hielt als einziger Medienvertreter eine viel beachtete Rede auf dem Integrationsgipfel 2006 im Bundeskanzleramt.

Im September 2014 teilte die Produktionsfirma Sanoussi-Bliss, wie auch Markus Böttcher mit, dass sein Vertrag als Darsteller in Der Alte nach 18 Jahren nicht mehr verlängert würde.[3] Daraufhin veröffentlichte der Schauspieler ein Video, in dem er den ZDF-Verantwortlichen einen Verjüngungswahn unterstellte.[4] Die Klage gegen die Produktionsfirma wurde in letzter Instanz vom Bundesarbeitsgericht abgewiesen.

Sanoussi-Bliss spricht auch Hörbücher, so zum Beispiel Salve Roma! von Akif Pirinçci, Was machen wir jetzt? und Alles Inklusive von Doris Dörrie oder sein eigenes Kinderbuch Der Nix.[5] Außerdem engagiert sich Pierre Sanoussi-Bliss als ehrenamtlicher Botschafter der Stiftung Kinderhospiz Mitteldeutschland Nordhausen e.V. in Tambach-Dietharz. Er lebt mit seinem Ehemann Till Kaposty-Bliss, der als Art Director und Herausgeber der Zeitschrift Das Magazin tätig ist, in Berlin.

2016 stellte Sanoussi-Bliss seinen zweiten abendfüllenden Spielfilm "Weiber! – Schwestern teilen. Alles." fertig, bei dem er für die Produktion, das Drehbuch und die Regie verantwortlich zeichnet. Der Film startete 2018 in diversen Programmkinos und ist als Internet-Stream verfügbar.

Sanoussi-Bliss ist Mitglied im Bundesverband Schauspiel (BFFS) und in der Deutschen Filmakademie.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1986: Metropol Theater Berlin: Rosa Laub (Rock-Oper/Musical, Hauptrolle: Karel, Regie: Klaus Gendries)
  • 1987: Staatsschauspiel Dresden: Ein Schuß, 10 Pfennig! (20er Jahre Revue, Regie: Wolfgang Engel)
  • 1987: Staatsschauspiel Dresden: Anatomie Titus Fall Of Rome Ein Shakespearekommentar (Rolle: Sohn der Tamora / div., Regie: Wolfgang Engel)
  • 1989: Das Ei / Kleine Bühne im Friedrichstadtpalast: Bill`s Ballhaus (Kurt-Weill-Songabend, Regie: Uwe Lohse)
  • 1990: Das Ei / Kleine Bühne im Friedrichstadtpalast: The Romaticks (Musical, Hauptrolle: El Gallo, Regie: Uwe Lohse)
  • 1991: Staatsschauspiel Dresden: Der Kampf des Negers und der Hunde (Hauptrolle: Alboury, Regie: Tobias Wellemeyer)
  • 1992: Staatsschauspiel Dresden: Unbeständigkeit des Herzens (Hauptrolle: Prinz, Regie: Tobias Wellemeyer)
  • 1992: Salzburger Festspiele: Julius Caesar (Rolle: Pindarus, Regie: Peter Stein)
  • 1992: Deutsches Theater Berlin: Die Geisel (Rolle: Prinzessin Gracia, Regie: Thomas Langhoff)
  • 2016: Schlossfestspiele Neersen: Ziemlich beste Freunde (Hauptrolle: Driss, Regie: Jan Bodinus)
  • 2017: Schloßtheater Neuwied: Miss Daisy und ihr Chauffeur (Hauptrolle: Hoke Colburn, Regie: Andreas Lachnit)
  • 2017: Seefestival Wustrau: Ein seltsames Paar (Hauptrolle: Felix, Regie: Marten Sand)
  • 2018: Bad Hersfelder Festspiele: Peer Gynt (Rolle: Herr von Eberkopf, Peer Gynt/Visionär, Troll, Seemann, Krankenpfleger, Robin Hood, Regie: Robert Schuster)
  • 2018: Kleines Theater Berlin: Miss Daisy und ihr Chauffeur (Hauptrolle: Hoke Coleburn, Regie: Pierre Sanoussi-Bliss)
  • 2019: Burgfestspiele Jagsthausen: The Addams Family (Musical, Hauptrolle: Mr Mal Beineke, Regie: Franz-Joseph Dieken)
  • 2019: Burgfestspiele Jagsthausen: Götz von Berlichingen (Hauptrolle: Götz von Berlichingen, Regie: Sewan Latchinian)
  • 2019: Hamburger Kammerspiele: Ich bin nicht Rappaport (Hauptrolle: Midge Carter, Regie: Sewan Latchinian)

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pierre Sanoussi-Bliss, Paul Gilling: Der Nix. Kato Kunst & Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-938572-06-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Pierre Sanoussi-Bliss – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Film; A Wake-Up Call For the Germans von Will Joyner. New-York Times, 29. Oktober 1985
  2. Frank Junghänel: Der Schauspieler Pierre Sanoussi-Bliss präsentiert auf der Berlinale sein Regie-Debüt – einen Berlin-Film, der einmal nicht wie ein Berlin-Film aussieht: Statt der Engel. Berliner Zeitung, 9. Februar 2000
  3. https://www.morgenpost.de/vermischtes/article211761127/Ehemalige-TV-Ermittler-von-Der-Alte-scheitern-vor-Gericht.html
  4. Zu alt für "Der Alte" - ZDF im Verjüngungswahn? Hamburger Abendblatt 19. September 2014
  5. Antje Hildebrandt: Von der Kunst, nicht zu verbittern - Kultur - Badische Zeitung. Badische Zeitung, 5. September 2017, abgerufen am 5. September 2017.
  6. https://www.rbb-online.de/derrbbmachts/kurzfilm/videos/der-rbb-macht-kurzfim-papierkram-pierre-sanoussi-bliss.html