Piesting

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Piesting
Piesting bei Sollenau (Brücke der Wiener Neustädter Straße)

Piesting bei Sollenau (Brücke der Wiener Neustädter Straße)

Daten
Lage Gutensteiner Alpen/Wiener Becken, Niederösterreich
Flusssystem Donau
Abfluss über Fischa → Donau → Schwarzes Meer
Quelle nördlich vom Schneeberg
47° 47′ 36″ N, 15° 48′ 53″ O
Quellhöhe ca. 1180 m ü. A.
Mündung bei Gramatneusiedl in die FischaKoordinaten: 48° 1′ 12″ N, 16° 29′ 40″ O
48° 1′ 12″ N, 16° 29′ 40″ O
Mündungshöhe 177 m ü. A.
Höhenunterschied ca. 1003 m
Sohlgefälle ca.  11 ‰
Länge 90 km
Einzugsgebiet 348,4 km²[1]
Linke Nebenflüsse Steinapiesting, Myrabach
Rechte Nebenflüsse Längapiesting, Miesenbach
Kleinstädte Ebreichsdorf
Abfluss auch über Tirolerbach

Die Piesting ist ein Fluss im südlichen Niederösterreich. Das Tal westlich der Thermenlinie in den Gutensteiner Alpen bezeichnet man als Piestingtal.

Landschaft und Lauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Piesting entspringt nördlich vom Schneeberg und trägt alternativ den eigentlich unzutreffenden Namen Kalter Gang (siehe unten). Diese Bezeichnung ist bereits in der Josephinischen Landesaufnahme sowie im Franziszeischen Kataster zu lesen.[2] Eine frühere Bezeichnung für den Oberlauf lautet Klosterbach.[3] Nach Durchqueren des Klostertals kommt es im Ortsgebiet von Gutenstein zum Zusammenfluss mit der in den zentralen Gutensteiner Alpen entspringenden Steinapiesting und der Längapiesting, die am Gobenzsattel nordwestlich der Dürren Wand entsteht.

In Pernitz mündet der Myrabach in die Piesting. Zwischen der Hohen Mandling (967 m) im Norden und dem Großen Kitzberg (771 m) im Süden durchbricht die Piesting die Quarb, eine felsige Talenge, und fließt weiter ostwärts durch Markt Piesting und Wöllersdorf ins Wiener Becken, genauer ins Steinfeld, das zum Teil aus dem von der Piesting selbst geschütteten Wöllersdorfer Schotterfächer besteht. In der Feuchten Ebene bei Gramatneusiedl mündet die Piesting in die Fischa.

Hydrographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mittlere Wasserführung beim Pegel Oed beträgt etwa 2,7 m³/s, beim Pegel Wöllersdorf 3,3 m³/s. Bei den letzten großen Hochwasserereignissen wurden beim Pegel Oed 88 m³/s (7. Juni 2002) bzw. 78 m³/s (8. Juli 1997) gemessen.

Früher vermutete man, dass bei Ebreichsdorf ein Teil des Piestingwassers unterirdisch in den Kalten Gang fließt, welcher in die Schwechat mündet. Neueren Untersuchungen zufolge ist der Kalte Gang aber ein eigenständiger Grundwasserfluss, der nicht von der Piesting gespeist wird. Fälschlicherweise blieb die Bezeichnung Kalter Gang in amtlichen Kartenwerken für den gesamten Flusslauf[4] oder zumindest den Oberlauf[1] erhalten.

Bei Wöllersdorf wird über den Tirolerbach Piestingwasser zur künstlichen Bewässerung entnommen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Piestingtal führen die Gutensteiner Straße B21, die Gutensteinerbahn und der Biedermeier-Radweg.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Piesting – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b BMLFUW (Hrsg.): Flächenverzeichnis der Flussgebiete: Donaugebiet von der Enns bis zur Leitha. In: Beiträge zur Hydrografie Österreichs Heft 62, Wien 2014, S. 121. PDF-Download, abgerufen am 8. Juli 2018.
  2. bereits in der Josephinischen Landesaufnahme, 1773 – 1781 und im Franziszeischen Kataster, 1820
  3. Wenzel Carl Wolfgang Blumenbach: Neueste Landeskunde von Oesterreich unter der Ens, Kőszeg (Güns), 1834, Band 1, S. 92
  4. Österreichische Karte 1:50.000 (BEV)