Pietro Antonio Trezzini

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Pietro Antonio Trezzini (russisch Пьетро Антонио Трезини; * 26. September 1692 in Agno, Kanton Tessin; † nach 1760) war ein Schweizer Architekt des Barock in Sankt Petersburg.[1][2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trezzini, Sohn eines Baumeisters, lernte in Italien und arbeitete auf grossen Baustellen in Mailand unter der Leitung seines Vaters.[3]

1726 ging Trezzini nach Sankt Petersburg, wo er zunächst für private Auftraggeber arbeitete. 1731–1732 führte er Stuck- und Steinarbeiten für das Gebäude der 12 Kollegien durch, das von Domenico Trezzini, mit dem er weitläufig verwandt war, und Leonard Theodor Schwertfeger geplant und gebaut wurde.[2] 1735 erhielt er den Auftrag für den Wiederaufbau der ausgebrannten Isaakskathedrale. Am Ort der späteren Fürst-Wladimir-Kathedrale baute Trezzini mit Michail Grigorjewitsch Semzow 1740 bis 1747 die Uspenski-Kathedrale.[3]

1742 wurde Trezzini Architekt der Sankt Petersburger Hauptpolizeimeisterkanzlei zur Überwachung der Privatbauten im Rahmen des städtischen Bebauungsplans. Auch war er mit dem Ausbau des Posthofs und der Zoll- und Hofpferdeställe beschäftigt. 1742 bis 1751 leitete Trezzini den Ausbau des Alexander-Newski-Klosters.[2]

1743 übernahm Trezzini den Bau der Verklärungskathedrale nach den Plänen des gerade verstorbenen Semzow. 1745 wies ihn Kaiserin Elisabeth an, die Moskauer Uspenski-Kathedrale zum Vorbild zu nehmen, so dass nun die erste Fünf-Kuppel-Kirche in Sankt Petersburg entstand.[2][3] Der Bau wurde 1754 abgeschlossen. Die Kirche brannte 1825 aus und wurde durch Wassili Petrowitsch Stassow klassizistisch umgebaut.[4]

Sergius-Kloster am Meer, Strelna (Ferdinand Perrot)

1746 entwickelte Trezzini das Projekt zum Bau des Sergius-Klosters am Meer in Strelna als quadratischen Komplex mit der Fünf-Kuppel-Kathedrale im Zentrum mit Glockenturm und Wohngebäuden im Norden und Süden der Kathedrale. Der Bau erfolgte 1756–1760 durch Bartolomeo Francesco Rastrelli. Auch baute er zwei Häuser für die katholische St.-Katharina-Kirche.

Als Trezzinis Konkurrent Rastrelli erfolgreicher wurde und Kaiserin Elisabeth Trezzinis Forderungen nicht erfüllte, reiste Trezzini 1755 nach Italien zurück und arbeitete am Hof des Mailänder Herzogs.[2] 1760 lebte Trezzini wieder in Sankt Petersburg. Er war nicht mehr im Staatsdienst und arbeitete für Privatauftraggeber.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pietro Antonio Trezzini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nicola Navone: Bâtir pour les tsars: architectes tessinois en Russie, 1700–1850. Presses polytechniques et universitaires romandes, Lausanne 2007, ISBN 978-2-88074-583-7, S. 33.
  2. a b c d e Малиновский К. В.: Трезини Пьетро Антонио. In: Три века Санкт-Петербурга. Band 1, Nr. 2, S. 418.
  3. a b c Андреев Александр Николаевич: КАТОЛИКИ ТРЕЗИНИ В РОССИИ - CATHOLICS TREZZINI IN RUSSIA (abgerufen am 4. Dezember 2017).
  4. СПАСО-ПРЕОБРАЖЕНСКИЙ СОБОР (abgerufen am 22. November 2017).