Pietro Torri

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Pietro Torri (* um 1650 in Peschiera del Garda; † 6. Juli 1737 in München) war ein italienischer Komponist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1667 war Torri Organist des Markgrafen Christian Ernst von Brandenburg-Bayreuth. 1672 trat er als Nachfolger von Johann Philipp Krieger die Stelle des Bayreuther Kapellmeisters an. 1684 verließ er Bayreuth und hielt sich fünf Jahre in Italien auf. Ab 1689 war er in Diensten des Kurfürsten Max Emanuel von Bayern. Im Jahre 1692 folgte er seinem Dienstherren mit einem Teil des Hoforchesters in die Spanischen Niederlande und ließ sich mit ihm in Brüssel nieder. Hier heiratete Torri die Tochter des kurfürstlichen Ballettmeisters François Rodier (um 1665–1753).

Im Laufe dieser Zeit verweilte er in Mons, Namur, Lille, Compiègne und Valenciennes, wo einige seiner Opern aufgeführt wurden.

1715 erfolgte seine Rückkehr nach München. Dort bekleidete er den Rang eines Oberaufsehers über die Churfürstliche Kammer-Music und Kapellmeisters. Im Auftrag des Kurfürsten entstanden in der Folgezeit jährlich eine Oper und zahlreiche weitere Kompositionen. So erhielt er anlässlich der Hochzeitsfeierlichkeiten des Thronfolgers Karl Albrecht mit der Kaisertochter Maria Amalia von Österreich den Auftrag für die Oper Adelaide, die am 18. Oktober 1722 im Opernhaus am Salvatorplatz nahe der Münchner Residenz uraufgeführt wurde.

1726 starb Max Emanuel, und Karl Albrecht folgte ihm auf dem Kurfürstenthron der bayerischen Wittelsbacher. Zu diesem Anlass komponierte Torri als musikalische Huldigung an den neuen Herrscher die allegorische Serenata La Baviera. In diesem Werk wird bereits dem bayerischen Anspruch auf den Kaiserthron gehuldigt und das Selbstverständnis der Dynastie repräsentiert. Bei seinem Aufenthalt in München 1729 sang der berühmte Kastrat Farinelli einen Solopart der Oper Nicomede.

Erst nach dem Tode von Giuseppe Antonio Bernabei erhielt Torri offiziell den Posten des bayrischen Hofkapellmeisters.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben rund 50 Opern komponierte Torri Serenaden, Oratorien, Psalmen, Torneos, Kantaten sowie ein Te Deum für Max Emanuel; nach dem Frieden von Rastatt 1715 schuf er das Werk Triomphe de la paix.

Opern (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • L’inoccente giustificato (Bayreuth 1688)
  • Gli oracoli di Pallade e Nemesi (München 1690)
  • Briseide (Hannover 1696)
  • L’innocenza difesa dai Numi Uraufführung Königliches Hoftheater München 1. August 1715
  • Ismene (München 1715)
  • La Merope (München 12. Oktober 1719)
  • Lucio Vero (München 1720)
  • L’amor d’amico vince ogni altro amore Königliches Hoftheater München 12. Oktober 1721
  • Adelaide (München 1722)
  • Griselda (München 1723)
  • Amadis di Grecia (München 1724)
  • Venceslao Uraufführung Königliches Hoftheater München 1725
  • Nicomede (München 1728)
  • Catone in Utica (München 1736)

Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Martyre des Macchabées, Musique en Wallonie, 2009
  • Le Triomphe de la Paix, ORF Edition Alte Music, Neue Hofkapelle München, Christoph Hammer, 2005
  • La Baviera, Neue Hofkapelle München, Christoph Hammer, 2003
  • Pietro Torri & Alfonso d'Eve, De Profunctis, 2001
  • Biaggio Marini e Pietro Torri, Canzonette Trastulli, Hans Ludwig Hirsch, 1998
  • Musik am Hofe des Kurfürsten Max Emanuel von Bayern, Musica Bavarica, Co-Produktion mit dem Bayerischen Rundfunk

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pietro Torri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien