Pileus (Kleidung)

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Odysseus, mit einem Pilos auf dem Kopf, bietet Polyphem Wein an. Zeichnung nach einer Statue im Vatikanischen Museum, Rom.
Denarius (43–42 v. Chr.)
Vorderseite: Brutus, Text: BRVT IMP L PLAET CEST
Rückseite: Pileus zwischen zwei Dolchen, Text: EID MAR
Quelle: Eckhel
Die Venezianische Tetrarchengruppe. Skulptur aus Porphyr, Kleinasien, um 300

Der Pileus, in den besseren handschriftlichen Überlieferungen Pilleus, (auch lateinisch pileum und pilleum) ist eine auf dem Scheitel getragene Kappe aus Filz.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pilleus ist der lateinische Name für diese Kopfbedeckung (Plural: pillei). Das griechische Wort war pílos (πῖλος) und bezeichnete ursprünglich einfach das Material Filz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Kappe stammte ursprünglich wohl aus Kleinasien, kam danach aber sowohl in der griechischen als auch in der römischen Kultur vor. Bekannte Gestalten der griechischen Mythologie, die den Pilos trugen, waren Odysseus, unter den Göttern Hephaistos, Charon und die Dioskuren. Im Altertum wurde der Pileus hauptsächlich von Seeleuten, Fischern und Handarbeitern getragen. Er wurde vor allem bekannt, weil freigelassene Sklaven im alten Rom diese Kopfbedeckung nach ihrer Freilassung aufsetzen durften. Bei den Saturnalien trugen alle Mitfeiernden den Pileus.[1] Nach der Ermordung Gaius Iulius Caesars wurde ein Denarius geprägt, der auf der einen Seite Marcus Iunius Brutus, auf der anderen einen pileus zwischen zwei Dolchen und den Texthinweis auf die Iden des März zeigt. Während der Französischen Revolution wurde der Pileus mit der Phrygischen Mütze verwechselt, die daraufhin zum Freiheitssymbol wurde.

Auch verschiedene römische Priester wie die flamines, die sacerdotes und die pontifices trugen Pillei bzw. Kappen, die auf deren Grundform basierten. In Analogie eignete sich bald der christliche Klerus den Pileus an (siehe Pileolus).

Der pileus Pannonicus, so benannt nach einer Erwähnung bei Vegetius,[2] war eine eher pillbox- oder barettartige Kopfbedeckung aus Filz oder Pelz. Er war ursprünglich in Illyrien verbreitet. In der Spätantike ließen sich die vier gleichzeitig herrschenden Kaiser, die Tetrarchen, die alle aus Illyrien stammten, in inniger Umarmung und mit dem pileus Pannonicus abbilden, um ihre Verbundenheit miteinander und mit den illyrischen Truppen zu demonstrieren.[3] In dieser Zeit wurde der pileus Pannonicus auch bei allen anderen Legionen eingeführt, er wurde die Feldmütze des spätrömischen Heeres.[4] Die Feldmütze war so beliebt, dass sie bis ins Frühmittelalter getragen wurde.[5]

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Albaner tragen heute eine weiße Filzkappe, die sie Plis oder Qeleshe nennen. Auch in Swanetien sind weiße Filzkappen gebräuchlich.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl-Wilhelm Weeber: Alltag im alten Rom. Ein Lexikon. Artemis & Winkler, Düsseldorf/Zürich 1998, S. 216.
  2. Epitoma rei militaris 1,20 (Digitalisat)
  3. Die Kaiser der Tetrarchie. Virtuelles Antikenmuseum des Archäologischen Instituts der Universität Göttingen, Zugriff am 28. Januar 2017.
  4. Thomas Fischer: Das römische Heer in der Zeit der Tetrarchie. Eine Armee zwischen Innovation und Kontinuität? In: Die Tetrarchie. Ein neues Regierungssystem und seine mediale Präsentation (2006), S. 124 ff. und S. 130.
  5. Graham Sumner: Roman Military Dress, The History Press, Stroud 2008, S. 184.