Pilgramsreuth (Rehau)

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Pilgramsreuth
Stadt Rehau
Koordinaten: 50° 13′ 21″ N, 12° 1′ 41″ O
Höhe: 580 m ü. NN
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 95111
Vorwahl: 09283
Karte
Pilgramsreuth

Pilgramsreuth ist ein Pfarrdorf und seit 1978 ein Ortsteil der Stadt Rehau im oberfränkischen Landkreis Hof.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pilgramsreuth liegt auf einer Rodungsinsel am nördlichen Abhang des Großen Kornbergs etwa drei Kilometer südlich von Rehau. Nördlich davon liegen der Weiler Wüstenbrunn und die Nachbardörfer Degenreuth und Fohrenreuth.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte Mitte des 14. Jahrhunderts. Besitzer war die Familie von Hirschberg, später kamen die Rabensteiner zu Döhlau hinzu. Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde in die Stadt Rehau eingegliedert.[1]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanzelaufbau

Sehenswert ist die evangelisch-lutherische Pfarrkirche mit Freskenresten aus gotischer Zeit und reicher Ausstattung von großer Einheitlichkeit aus dem Barock um 1700. 1473 war der Bau des Langhauses abgeschlossen, aus dieser Zeit dürfte der Großteil der Wandmalereien stammen, von denen 16 Figuren bzw. Szenen freigelegt sind, unter anderem eine seltene Darstellung des Volto Santo mit dem Spielmannswunder, sonst meist Marienfiguren und Heiligenbilder, ebenso der Altar des Bayreuther Bildhauers Elias Räntz von 1710/11 mit Darstellung des Erlösungswerkes Jesu vom Abendmahl bis zum himmelfahrenden Christus. Der Kanzelaufbau ist reich an Figuren; die Brüstungsflächen der Emporen tragen 76 gemalte Szenen. Die Kirche enthält weiterhin eine gotische Sakramentsnische, die bilderreiche Barocktaufe von 1719, einen Taufstein aus dem 15. Jahrhundert, einen Pfarrstuhl von 1692, Holzfiguren aus einem spätgotischen Flügelaltar mit Maria, Katharina, Barbara und Grabplatten aus den Jahren 1717/18.

Das Kartoffeldenkmal im Kirchhof wurde 1990 aufgestellt. Um 1647 begannen in Pilgramsreuth Hans Rogler und andere Bauern systematisch mit dem Feldanbau der Kartoffel, es handelt sich dabei um den frühesten bisher bekannten Kartoffelanbau in Deutschland. Die Bronzeplastik auf einem Steinsockel zeigt einen Bauersmann mit Kartoffelgrabegerät und eine kniende Bäuerin mit Kartoffelkorb, beide in bäuerlichen Gewändern des 17. Jahrhunderts. Nach Heimatforscher Arno Ritter aus Roßbach wurde die Kartoffel von Hans Rogler von Roßbach nach Pilgramsreuth gebracht. Er wertet dies als Beleg, dass Kartoffeln schon in seinem Heimatort ein verbreitetes Nahrungsmittel waren.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 688.
  2. Kartoffelanbau/Roßbach als Kartoffel‐Ursprungsort (pdf; 84 kB)