Moschenskoje (Kaliningrad)

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Siedlung
Moschenskoje/
Adlig Pillkallen/Neu Pillkallen
(Rüttelsdorf)

Мошенское
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Osjorsk
Frühere Namen Adlig Pillkallen, auch: Pilkallen (bis 1921),
Neu Pillkallen (1921–1938),
Rüttelsdorf (1938–1946)
Bevölkerung 15 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 227 813 013
Geographische Lage
Koordinaten 54° 24′ N, 21° 50′ OKoordinaten: 54° 24′ 0″ N, 21° 50′ 0″ O
Moschenskoje (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Moschenskoje (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad‎

Moschenskoje (russisch Мошенское, deutsch (Adlig) Pil(l)kallen, 1921–1938 Neu Pillkallen, 1938–1946 Rüttelsdorf) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)). Er liegt im Rajon Osjorsk (Kreis Darkehmen, 1938–1946 Angerapp) und gehört zur Nowostrojewskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Nowostrojewo (Trempen)).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt in der historischen Region Ostpreußen, 19 Kilometer südwestlich von Osjorsk (Darkehmen, 1938–1946 Angerapp).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das vormalige Gutsdorf Adlig Pillkallen[2] hatte im Jahre 1818 lediglich 41 Einwohner, deren Zahl sich jedoch bis 1863 auf 88 verstärkte. Pillkallen gehörte zwischen 1874 und 1945 zum Amtsbezirk Ernstburg[3] (russisch: Sady) im Kreis Darkehmen (1938 Kreis Angerapp, 1939–1945 Landkreis Angerapp) im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen.

Am 20. Juni 1921 wurde der bisherige Gutsbezirk Adlig Pillkallen in die neue Landgemeinde Neu Pillkallen umgewandelt. Am 1. April 1930 kam es zum Gebietsaustausch zwischen der Landgemeinde Neu Pillkallen und der Landgemeinde Grieben (russisch: Oljochowo). Die Einwohnerzahl war bis 1933 auf 178 angestiegen und betrug 1939 noch 147. Ab dem 3. Juni 1938 (mit amtlicher Bestätigung vom 16. Juli 1938) hieß Neu Pillkallen Rüttelsdorf.

Im Jahr 1945 gehörte Rüütelsdorf zum Landkreis Angerapp im Regierungsbezirk Gumbinnen der Provinz Ostpreußen des Deutschen Reichs.

Die Region wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs im Januar 1945 von der Roten Armee besetzt. Im Sommer 1945 wurde das Dorf zusammen mit dem ganzen nördlichen Ostpreußen gemäß dem Potsdamer Abkommen unter sowjetische Verwaltung gestellt und erhielt 1946 die Ortsbezeichnung Moschenskoje. Bis zum Jahre 2009 war der Ort in der seit 1991/92 russischen Oblast Kaliningrad in den Nowostrojewski sowjet (Dorfsowjet Nowostrojewo (Trempen)) eingegliedert und ist seither aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[4] eine als „Siedlung“ (possjolok) eingestufte Ortschaft innerhalb der Nowostrojewskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Nowostrojewo) im Rajon Osjorsk.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft ist über eine Nebenstraße zu erreichen, die Saosjornoje (Kowarren, 1938–1946 Kleinfriedeck) an der russischen Fernstraße R 508 mit Nowostrojewo (Trempen) verbindet. Ein Bahnanschluss besteht nicht.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die überwiegend evangelische Bevölkerung von Adlig- bzw. Neu Pillkallen/Rüttelsdorf war bis 1945 in das Kirchspiel Trempen[5] (russisch: Nowostrojewo) eingepfarrt, das zum Kirchenkreis Darkehmen (1938–1946 Angerapp, russisch: Osjorsk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union gehörte.

Heute liegt Moschenskoje im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu gegründeten evangelischen Gemeinde der Salzburger Kirche in Gussew (Gumbinnen). Sie ist der ebenfalls neu errichteten Propstei Kaliningrad in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER) zugeordnet[6].

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Jürgen Schlusnus, Pillkallen
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Ernstburg
  4. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 259 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  5. Jürgen Schlusnus, Kirchspiel Trempen
  6. Ev.-luth. Propstei Kaliningrad