Pimbo

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Pimbo
Pimbo (Frankreich)
Pimbo
Region Aquitanien
Département Landes
Arrondissement Mont-de-Marsan
Kanton Geaune
Koordinaten 43° 35′ N, 0° 23′ WKoordinaten: 43° 35′ N, 0° 23′ W
Höhe 100–213 m
Fläche 10,89 km²
Einwohner 202 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 19 Einw./km²
Postleitzahl 40320
INSEE-Code

Kirche Saint-Barthélémy

Pimbo ist eine französische Gemeinde im Département Landes in der Region Aquitanien. Durch den 202 Einwohner (Stand 1. Januar 2013) zählenden Ort führt der Fernwanderweg GR 65, der weitgehend dem historischen Verlauf des französischen Jakobsweges Via Podiensis folgt. Pimbo gehört zum Kommunalverband Communauté de communes du Tursan.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pimbo liegt im Südwesten Frankreichs im Vorland der Pyrenäen im historischen Gebiet Tursan. Heute ist das Tursan noch als Weinanbaugebiet von Bedeutung. Die nächste Stadt in südlicher Richtung ist Lescar, die man über die D 40 nach 36 Straßenkilometern erreicht. Der Gabas fließt durch das Gemeindegebiet. Die nächsten französischen Großstädte sind Toulouse (146 km) in östlicher und Bordeaux (141 km) in nördlicher Richtung.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Pimbo gab es eine Abtei, die von Karl dem Großen im Jahre 778 auf dem Rückweg vom Spanienfeldzug gegründet worden sein soll.[2] Sie wurde 1569 in den Hugenottenkriegen zerstört.[3]

Pimbo ist eine der ältesten Bastiden des Departements Landes. Es wurde 1268 in Paréage (gleichwertiges feudales Recht mehrerer Seigneurs auf ein Lehen) vom Abt von Pimbo und Thomas d'Yperague, dem Seneschall der Gascogne und Statthalter von Eduard I. von England, gegründet.[4][3] Zu der Bastide gehörten eine Burg sowie drei Kirchen, Sainte-Marie-Madeleine, Notre-Dame und Saint-Barthélemy (nur die dritte existiert noch).

Pimbo erhielt 1793 im Zuge der Französischen Revolution den Status einer Gemeinde und 1801 das Recht auf kommunale Selbstverwaltung.

Einwohnerentwicklung
(Quelle: [5])
1793 1836 1866 1886 1921 1962 1982 1990 1999
526 608 538 432 313 257 195 181 179
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Die meisten Einwohner hatte Pimbo 1836, seitdem ging die Einwohnerzahl bis 1999 fast kontinuierlich zurück.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pimbo ist mit einer Blume im Conseil national des villes et villages fleuris (Nationalrat der blühenden Städte und Dörfer) vertreten.[6] Die „Blumen“ werden im Zuge eines regionalen Wettbewerbs verliehen, wobei maximal drei Blumen erreicht werden können.

Die Kirche Saint-Barthélémy, die dem Apostel Bartholomäus geweiht ist, stammt aus dem 12. Jahrhundert. Sie ist eine der Etappen auf dem Jakobsweg. Eine Stiftskirche in Pimbo wurde allerdings erstmals in einem Text aus dem 11. Jahrhundert erwähnt. Das romanische Bauwerk aus dem 12. Jahrhundert besteht aus drei Längsschiffen und drei Absiden. Es wurde nach den Hugenottenkriegen restauriert. Seit 1998 ist die Kirche in das Zusatzverzeichnis der Monuments historiques aufgenommen.[7] In der Kirche befindet sich ein abgerundeter Altar aus dem 18. Jahrhundert, der als Monument historique klassifiziert ist und zwei ebenfalls denkmalgeschützte Skulpturen: eine Darstellung des gekreuzigten Christus aus dem 17. Jahrhundert und eine hölzerne Statue des Evangelisten Markus aus dem 18. Jahrhundert.[8]

Jakobsweg (Via Podiensis)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort bietet neben einer Pilgerherberge (französisch: Gîte d'étape) nur wenige Privatzimmer (französisch: Chambre d’hôtes). Der weitere Weg führt über die Hügelketten des Pyrenäen-Vorlandes. Der nächste größere Ort ist Arzacq-Arraziguet. Die Straßenverbindung nach Arzacq-Arraziguet führt über die Straßen D 111 und D 32.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein großer Teil der Pimbolais arbeitet in der Landwirtschaft. Lokale Produkte sind Maronen, Wein und Foie gras aus Entenleber.[4]

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bettina Forst: Französischer Jakobsweg. Von Le Puy-en-Velay nach Roncesvalles. Alle Etappen – mit Varianten und Höhenprofilen (= Rother Wanderführer). Bergverlag Rother, München (recte: Ottobrunn) 2007, ISBN 978-3-7633-4350-8.
  • Bert Teklenborg: Radwandern entlang des Jakobswegs. Vom Rhein an das westliche Ende Europas. (Radwanderreiseführer, Routenplaner). 3., überarbeitete Auflage. Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck 2007, ISBN 978-3-7022-2626-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pimbo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pimbo auf annuaire-mairie.fr (französisch) Abgerufen am 6. November 2009
  2. Heinrich Wipper: Wandern auf dem französischen Jakobsweg. Via Podiensis. DuMont-Reiseverlag, Ostfildern 2008, ISBN 978-3-7701-8009-7, S. 132 (in Google Books).
  3. a b Derry Brabbs: The Roads to Santiago. The Medieval Pilgrim Routes through France and Spain to Santiago de Compostela. frances lincoln ltd, London 2008, ISBN 978-0-7112-2706-4, S. 50–53 (in Google Books).
  4. a b Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven:@1 @2 Vorlage:Toter Link/www.quid.frPimbo auf quid.fr (französisch)
  5. Pimbo auf Cassini.ehess.fr (französisch) Abgerufen am 6. November 2009
  6. Landes, Palmarès des communes labellisées (französisch) Abgerufen am 6. November 2006
  7. Pimbo in der Base Mérimée (französisch) Abgerufen am 6. November 2009
  8. Pimbo in der Base Palissy (französisch) Abgerufen am 6. November 2009