Pininfarina

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Pininfarina (Begriffsklärung) aufgeführt.
Pininfarina S.p.A.
Rechtsform società per azioni
Gründung 1930
Sitz Cambiano
Leitung Paolo Pininfarina
Branche Automobilindustrie
Produkte Karosseriebau und DesignVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.pininfarina.it

Die Pininfarina S.p.A. ist eine italienische Karosseriebau- und Designfirma. Die heutige S.p.a. wurde 1930 als Carrozzeria Pinin Farina von Battista „Pinin“ Farina (1893–1966) gegründet. Die Firma entwarf zahlreiche Fahrzeuge der Marken Alfa Romeo, Ferrari, Fiat, Jaguar, Lancia, Maserati und Peugeot. Nach Battistas Tod führten sein Sohn Sergio (1926–2012) und sein Enkel Andrea (1957–2008) die Firma weiter. Aktuell wird das Unternehmen von Andreas Bruder Paolo geführt.

Geschichte[Bearbeiten]

Ferraris im Museum Pininfarina in Turin, in der Mitte der Pininfarina Modulo

Mit dem Design des Einzelstücks Florida auf der Basis des Lancia Aurelia legte Pininfarina 1955 den Grundstein für ein halbes Jahrhundert automobiler Limousinen-Gestaltung in Europa und den USA. Dazu gehörten auch Modellreihen der British Motor Corporation (Austin A55 Cambridge Mk II, MG Magnette Mk III, Morris Oxford V, Riley 4/68, Wolseley 15/60), die Peugeots 404, 504 Coupé/Cabriolet und 505 sowie die Fiat-Serien 1800/2100 und 2300.

Viele Einzelanfertigungen auf der Basis von Lancia- und Ferrari-Modellen waren die Attraktionen auf den internationalen Automobilmessen und festigten den weltweiten Ruhm des Designers. Eine besondere Beziehung pflegte Pininfarina auch zu Cadillac. Für diese Marke wurden 1958–1960 der Cadillac Eldorado Brougham und 1988–1993 der Cadillac Allanté auch in der eigenen Produktionsanlage gefertigt.

Heutzutage sieht sich Pininfarina als Design- und Ingenieursdienstleister für die gesamte Automobilindustrie. Neben dem Entwurf von Fahrzeugen, der Ableitung von Karosserievarianten wie Cabriolets, Kombis oder Coupés bietet Pininfarina Unterstützung bei der Vorbereitung der Karosseriefertigung und fertigt kleine und mittlere Serien.

Design[Bearbeiten]

Pininfarina-Design: Ferrari 308 GTB

Die Designstudie Pininfarina Modulo von Paolo Martin[1][2] wurde auf der Basis des Ferrari 512S konstruiert und 1970 auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellt. Derzeit befinden sich zahllose luxuriöse Topmodelle, die von Pininfarina entworfen oder abgewandelt wurden, in Produktion. Darunter Sportwagen von Ferrari, Luxuslimousinen von Maserati, aber auch viele normale Mittelklassefahrzeuge wie der chinesische Brilliance BS6, oder Minivans wie der Hyundai Matrix.

Auch außerhalb der Automobilindustrie hat sich Pininfarina einen Namen gemacht. So wurde im Schienenfahrzeugdesign die Lokomotive SBB Re 460, der InterCity-Neigezug SBB RABDe 500 und der italienische Hochgeschwindigkeitszug ETR 500 entworfen. Die seit 2004 eingesetzten Züge der Straßenbahn Athen sowie das Cobra Tram, welches in Zürich verkehrt, wurden ebenfalls von Pininfarina gezeichnet. Im Jahr 2006 entwarf Pininfarina das Elektrokleinkraftrad eSolex und ein Computergehäuse für Spire Design.

Produktion[Bearbeiten]

Pininfarina stellt im eigenen Werk auch Fahrzeuge in kleinen und mittleren Serien her, beispielsweise den Fiat 124 Spider (der zeitweise unter der Marke Pininfarina als Spidereuropa angeboten wurde), diverse Cabriolets für Peugeot oder den Mitsubishi Pajero Pinin. Seit 2007 wird im Turiner Pininfarina-Werk unter anderem das erste Cabrio von Ford mit einem klappbaren Hardtop montiert, das Ford Focus Coupe-Cabriolet. Für verschiedene Fahrzeuge stellt Pininfarina das Dachmodul her.

Pininfarina Volumex (1985)
Cockpit des Pininfarina Volumex (1985)

Das Unternehmen stellte auch in Eigenregie den Volumex, ein elegantes Sportcabriolet, her. Er wurde in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts weltweit in lediglich 500 Exemplaren gebaut. Der Volumex war mit einem Kompressormotor ausgestattet, der bei zwei Litern Hubraum 135 PS leistete.

Nach dem Ausstieg des Renault-Konzerns aus Matra erwarb Pininfarina 2004 die Entwicklungsabteilung, die 2009 an Segula Technologies verkauft wurde.

Projekte[Bearbeiten]

Aktuelle Produktion von Dachmodulen[Bearbeiten]

  • Alfa Romeo Spider
  • Mitsubishi Colt CZC

Literatur[Bearbeiten]

  • Etienne Cornil: Ferrari by Pininfarina, Die komplette Geschichte. Heel, Königswinter 2002, ISBN 3-89365-833-5.
  • Antoine Prune: Pininfarina. Kunst und Industrie von 1930 bis heute. Heel, Königswinter 2002, ISBN 3-89365-896-3.
  • Carrozzeria Pininfarina: Pininfarina SESSANT’ANNI. Pininfarina, 1990.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Martin G. Puthz: Gestern und morgen treffen sich heute. In: Auto Bild, 24. März 2010.
  2. Paolo Martin. In: madle.org (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pininfarina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien