Pinterest

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Pinterest
Pinterest Logo.svg
www.pinterest.de
Beschreibung soziales Netzwerk, Fotocommunity, visuelle Suchmaschine
Registrierung ja
Sprachen über 30[1]
Urheber Evan Sharp, Ben Silbermann, Paul Sciarra[2]
Erschienen März 2010[1]
Mitglieder ca. 250 Millionen Nutzer weltweit (2018)[3]
Status online

Pinterest wurde 2010 von Ben Silbermann, Paul Sciarra und Evan Sharp gegründet und dient als soziales Netzwerk sowie visuelle Suchmaschine, mit der Nutzer Ideen für ihr Leben entdecken und sie sich auf virtuellen Pinnwänden merken können.

Andere Nutzer können dieses Bild ebenfalls teilen (repinnen) und ihre Erfahrungen in Form von Kommentaren oder Bildern unter dem Pin teilen. Der Name Pinterest ist ein Kofferwort aus den englischen Wörtern pinanheften‘ und interestInteresse‘. Gemeint ist damit, dass man sich nützliche Ideen, die dem eigenen Interesse entsprechen, auf Pinnwänden merken kann. Diese Vorgehensweise ist entweder öffentlich oder seit Ende 2012 auch auf geheimen Pinnwänden möglich.

Das Netzwerk beschäftigt etwa 1500 Mitarbeiter[1] und hat ca. 250 Millionen Nutzer weltweit (2018).[3]

Pinterest wird von Co-Founder und CEO Ben Silberman geführt.

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee hinter Pinterest ist der gemeinsame Austausch über verschiedene Hobbys, Interessen und Einkaufstipps mithilfe virtueller Pinnwände. Pinterest wird von einem Team aus San Francisco geleitet.[4][5][6]

Pinterests visuelle Suchmaschine baut auf einem Pool von mehr als 175 Milliarden mit Daten hinterlegten Bildern[7] auf, die von Menschen auf der ganzen Welt kuratiert wurden und die mit Hilfe der Technologien Computer Vision und Machine Learning betrieben werden. Nutzer können sich Bilder sowie Videos auf ihren Pinnwänden merken.

Die letzte größere Überarbeitung der Pinterest-App erfolgte im April 2016. Obwohl etwa 80 % der Nutzer Pinterest auf ihren mobilen Endgeräten verwenden, werden bislang lediglich die Betriebssysteme Apple iOS und Android unterstützt.[8][9]

Nutzungsbedingungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2012 passte Pinterest, neben Instagram und Tumblr, seine Nutzungsbedingungen an.[10] Grund dafür waren Pro-Ana-Fotos und Beiträge, welche die Erkrankung Magersucht verherrlichen. Zusätzlich zu diesem verankerten Verbot des Anpreisens von selbstverletzendem Verhalten werden auch Warnhinweise mit Hilfsangeboten in den Netzwerken angezeigt.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Alexa Internet ist Pinterest auf Platz 67 der meistbesuchten Webseiten weltweit, auf Platz 23 in den USA und Platz 58 in Deutschland.[11] Im April 2017 lag Pinterest in den USA bei 70 Millionen Nutzern.[12] Dabei sind die Nutzer von Pinterest zu großen Teilen weiblich.[13] Das TIME Magazine wählte Pinterest zu den „50 besten Websites“ des Jahres 2011.[14] Inzwischen verursacht Pinterest ähnlich viel Datenverkehr wie Google oder Twitter.[15] Die News-Website AllThingsD veröffentlichte im Juni 2012 eine (nicht repräsentative) Statistik des Softwareunternehmens Monetate, nach welcher das Datenaufkommen bei Pinterest 2011 um 2535 Prozent stieg (im Vergleich dazu betrug die entsprechende Rate bei Facebook 2,7 Prozent, allerdings ausgehend von einem absolut gesehen höheren Niveau). Zudem habe sich die Konversionsrate demnach bei Pinterest von 0,29 auf 0,43 Prozent und bei Facebook von 0,49 auf 0,61 Prozent erhöht.[16]

Auch im Onlinemarketing sowie in der Public Relations und im Social Media Marketing gewinnt Pinterest immer mehr an Bedeutung. Viele deutsche Unternehmen beziehen die visuelle Suchmaschine mittlerweile in ihre Marketingstrategie ein und beziehen einen signifikanten Anteil ihres Social Referral Traffics über Pinterest.[17] Mit 840.000 Besuchern im März 2012 hat die Plattform bereits studiVZ überholt.[18]

Das Netzwerk hatte im Juli 2013 ca. 70 Millionen Nutzer weltweit[19] und überschritt im September 2018 die Zahl von 250 Millionen monatlich aktiven Nutzern.[20]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monetarisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschäftsmodell von Pinterest ist primär auf das Anbieten von Werbe-Pins, sogenannter Promted Pins ausgelegt. Diese können von Unternehmen unter anderem über einen Self-Service-Ads-Manager gebucht und an definierte Zielgruppen ausgespielt werden. Laut Aussage des Unternehmens sei der Vorteil dieser Werbe-Pins, dass sie sich nahtlos einfügen lassen und vom Nutzer nicht als störende Werbung empfunden werden. Aktuell sind Promoted Pins in den USA, UK und weiteren englischsprachigen Märkten erhältlich.[21]

Für Diskussion sorgte in der Vergangenheit die Art der Monetarisierung, die nicht in den Bestimmungen der Seite transparent gemacht wurde. Medienberichten zufolge wurde bei Links eine PartnerID mit übergeben, um mit den „Affiliate-Marketing-Links“ Provisionen bei nachfolgenden Einkäufen zu erhalten.[22] Allerdings erwirtschaftet Pinterest über Affiliate-Links keine Einnahmen, sondern ausschließlich über Anzeigen in den USA, Kanada, UK und den weiteren englischsprachigen Märkten.

Durch die Einführung von Rich Pins können Nutzer und Unternehmen zusätzliche Informationen über eine Idee zur Verfügung stellen als dies mit einem üblichen Pin möglich ist. Hierfür stehen drei verschiedene Arten von Rich Pins zur Auswahl: Artikel-, Produkt- und Rezept-Pins.

Im Jahre 2018 führte Pinterest zahlreiche neue Nutzerfunktionen ein wie Shop the Look, Pincodes und Pinterest Lens ein. Zudem gibt es seit Februar 2018 Funktionen, die das Sortieren und Organisieren von Pins und Pinnwänden erleichtern.[23]

Urheberrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das abweichende Urheberrecht der Vereinigten Staaten sorgte in Europa für Urheberrechtsverletzungen, wodurch Nutzern Abmahnungen drohen.[24]

Wer Inhalte auf Pinterest teilt, trägt selbst die Haftung dafür, dass nicht gegen das Urheberrecht verstoßen wird. Urheberrechtlich geschützte Werke dürfen nur mit Zustimmung des Urhebers veröffentlicht und vervielfältigt werden. Inhalte auf Pinterest werden bewusst veröffentlicht, und somit muss als Privatperson dafür gehaftet werden.[25]

80 Prozent der Inhalte auf Pinterest kommen von Unternehmen, die ein Interesse daran haben, ihre Inhalte einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Pinterest bietet jedoch die Möglichkeit an, Inhalte individuell entfernen zu lassen, die gegen das Urheberrecht oder gegen weitere Richtlinien verstoßen.[26]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pinterest – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Angaben via Pinterest, abgerufen am 18. September 2015.
  2. engineer500.com: Evan Sharp, Ben Silbermann & Paul Sciarra
  3. a b business.pinterest.com: Why advertise on Pinterest?
  4. Pinterest und die neue Ästhetik des Social Shopping. Exciting Commerce, 6. Januar 2011
  5. Shopping-Blogs – Beutezüge vor die Kamera. In: Spiegel Online, 4. April 2011
  6. Pinterest´s sphisticated new office. 22. Juni 2016, abgerufen am 25. November 2018 (englisch).
  7. 175 Mrd. Inhalte auf Pinterest. 11. September 2018, abgerufen am 24. Dezember 2018.
  8. Annika Demgen: Pinterest: Android-App ab sofort verfügbar. In: netzwelt. 15. August 2012, abgerufen am 16. August 2012.
  9. 80 percent of Pinterest’s traffic comes from mobile devices. 31. März 2015, abgerufen am 22. November 2018 (englisch).
  10. Instagram, Pinterest, Tumblr: Onlinedienste kämpfen gegen autoaggressives Verhalten. Golem.de, abgerufen 20. Juni 2012
  11. Alexa-Ranking für pinterest.com, abgerufen am 29. April 2017
  12. Growing of Pinterest´s active user community. 6. April 2017, abgerufen am 24. Dezember 2018 (englisch).
  13. Pinterest Social Photo Sharing (Memento vom 25. November 2011 im Internet Archive)
  14. The 50 Best Websites of 2011, TIME Magazine, 16. August 2011
  15. Pinterest sorgt für mehr Traffic als Google+, YouTube und LinkedIn zusammen, t3n, 2. Februar 2012, abgerufen am 9. März 2012.
  16. Social Traffic: Pinterest nagt am Facebook-Thron. In: t3n. 20. Juni 2012, archiviert vom Original am 23. Juni 2012; abgerufen am 21. Juni 2012. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/t3n.de
  17. Deutsche Unternehmen auf Pinterest (Memento vom 23. Februar 2012 im Internet Archive)
  18. Pinterest in der Onlinekommunikation (Memento vom 25. Mai 2012 im Internet Archive)
  19. Pinterest has 70 million users, Semiocast, 10. Juli 2013.
  20. Pinterest verzeichnet 250 Millionen monatlich aktive User. 11. September 2018, abgerufen am 24. Dezember 2018.
  21. Pinterest Wants to Show Advertisers. The New York Times, 2. Juli 2017, abgerufen am 30. Januar 2019 (englisch).
  22. Pinterest tauscht heimlich User-Links gegen Affiliate-Links. t3n, 19. März 2012.
  23. Neue Funktionen zum Organisieren von Pins. 14. Februar 2018, abgerufen am 30. Januar 2019.
  24. Pinterest- und Facebook-Nutzern droht Abmahnwelle wegen Urheberrechtsverletzungen. derwesten.de, 19. März 2012.
  25. Pinterest und die rechtlichen Grenzen beim Teilen und Verlinken, via Rechtsanwalt-Schwenke.de
  26. Community-Richtlinien. Abgerufen am 30. Januar 2018.