Piper Laurie

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Piper Laurie bei den Emmy Awards 1990

Piper Laurie (* 22. Januar 1932 in Detroit, Michigan; eigentlich Rosetta Jacobs) ist eine US-amerikanische Schauspielerin.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laurie wurde unter dem bürgerlichen Namen Rosetta Jacobs als Tochter jüdischer Eltern geboren; die Familie ihres Vaters war polnisch-jüdischer Herkunft, die ihrer Mutter russisch-jüdischer.[1] Im Alter von sechs Jahren zog sie mit ihnen nach Los Angeles. Sie besuchte dort eine Schauspielschule und unterzeichnete schon im Alter von 17 Jahren einen Vertrag mit den Universal Studios, die ihr auch den Künstlernamen Piper Laurie gaben. Ihr erster Film war 1950 Alter schützt vor Liebe nicht (Louisa), dessen Hauptrolle Ronald Reagan spielte.

Piper Laurie spielte dann einige Jahre Hauptrollen in intellektuell anspruchslosen Universal-Filmen, meist Komödien oder Abenteuerfilme, unter anderem an der Seite von Rock Hudson und Tony Curtis. Bei Universal wurde sie vor allem in Rollen als unschuldiges Mädchen von nebenan besetzt. 1955 zog sie, unzufrieden mit den ihr in Hollywood angebotenen Rollen, nach New York. Sie spielte dort in Fernseh-Aufführungen klassischer Bühnenstücke mit (beispielsweise in Was ihr wollt von William Shakespeare), die in Sendereihen wie The Hallmark Hall of Fame oder Playhouse 90 live übertragen wurden. 1961 kehrte sie nach Hollywood zurück, um die weibliche Hauptrolle in dem Robert-Rossen-Film Haie der Großstadt (The Hustler) als Geliebte von Paul Newman zu spielen. Für diese Rolle wurde sie für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert.

Trotz dieses Erfolges blieben anschließend die großen Rollenangebote in Hollywood aus. Mit ihrem Mann Joe Morgenstern zog sie nach Woodstock, New York, zurück. In der folgenden Zeit spielte sie hauptsächlich am Theater sowie gelegentlich im Fernsehen. 1976 hatte Laurie ein erneutes Comeback in Hollywood, als sie die fanatisch religiöse Mutter der Titelfigur in Carrie – Des Satans jüngste Tochter, Brian De Palmas Verfilmung des Romans Carrie von Stephen King, verkörperte. Ihre Darstellung wurde mit einer weiteren Oscar-Nominierung belohnt, dieses Mal in der Kategorie Beste Nebendarstellerin. Eine dritte Oscar-Nominierung, erneut als beste Nebendarstellerin, erhielt sie 1987 für ihre Rolle in Gottes vergessene Kinder (Children of a Lesser God).

Neben Kinofilmen war Laurie ab den 1970er-Jahren auch häufiger in Serien zu sehen, so 1983 in der erfolgreichen Miniserie Die Dornenvögel in der Rolle der Anne Mueller. 1987 erhielt sie für ihren Auftritt im Fernsehfilm Promise neben James Garner den Emmy als beste Nebendarstellerin in einem Fernsehfilm. In David Lynchs Fernsehserie Twin Peaks (1990–1991) spielte sie die intrigante Catherine Martell, was ihr gleich zwei Emmy-Nominierungen einbrachte, sowohl als beste Hauptdarstellerin als auch als beste Nebendarstellerin. Außerdem gewann sie für diese Rolle 1991 einen Golden Globe Award. Laurie spielt nach wie vor Rollen in Kino und Fernsehen, seit den 2000er-Jahren hat sie vor allem an Independentfilmen mitgewirkt. 2018 war sie in dem Kriminalfilm White Boy Rick als Mutter von Matthew McConaugheys Hauptfigur zu sehen.

Von 1962 bis zur Scheidung 1982 war sie mit dem Filmkritiker und Pulitzer-Preisträger Joe Morgenstern (* 1932) verheiratet. 1971 wurde ihre Tochter Anne Grace geboren. Seit der Scheidung von ihrem Mann lebt sie in Südkalifornien. 2011 veröffentlichte sie ihre Autobiografie Learning to Live Out Loud: A Memoir in Buchform.[2]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Piper Laurie – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Actress Piper Laurie writes absorbing memoir. Abgerufen am 5. Dezember 2021 (englisch).
  2. Carl Rollyson: Piper Laurie’s memoir, ‘Learning to Live Out Loud’. In: Washington Post. 30. Dezember 2011, ISSN 0190-8286 (washingtonpost.com [abgerufen am 8. August 2022]).